
Als Nancy (Kate Mara) ermordet aufgefunden wird, ist das nicht für ihren Ehemann Robert (Joel Kinnaman) ein großer Schock. Auch für Eleanor (Kerry Washington) und Mary (Elisabeth Moss), die seit vielen Jahren befreundet sind, bricht eine Welt zusammen. Wer könnte nur so etwas Grausames getan haben? Und aus welchem Grund? Die Polizei geht dabei verschiedenen Spuren nach, vermutet den Täter aber im direkten Umfeld. Eleanor hingegen ist davon überzeugt, dass der Mord mit einem gewissen David zusammenhängen muss, mit dem die Tote eine Affäre hatte und von dem sie sich trennen wollte. Nur weiß selbst sie nicht, wer dieser David ist. Während sie auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, müssen sich die Freundinnen damit auseinandersetzen, dass in ihrem Leben nicht alles so ist, wie sie sich das erträumt haben …
Mördersuche nach dem gleichnamigen Roman
2026 war bei Apple TV bislang vor allem Bewährtes angesagt. So gab es unter anderem die zweite Staffel der Thrillerserie Hijack, bei der diesmal die Menschen an Bord eines fahrenden Zuges als Geisel genommen werden. Und auch Monarch: Legacy of Monsters, eine Spin-off-Serie zu den großen Monsterfilmen um Godzilla, wurde fortgesetzt. Neue Geschichten hatte der Streamingdienst hingegen bislang nicht, die diesjährige Veröffentlichungsliste war etwas ernüchternd. Mit Imperfect Women ändert sich das zwar theoretisch. Die sechsteilige Thriller-Serie ist ein tatsächlicher Neustart und dabei in sich abgeschlossen. Es wird also keine weiteren Staffeln geben. Allerdings ist es schwierig, beim Anschauen nicht lauter Déjà-vus zu haben, wenn die US-Produktion an zahlreiche andere erinnert.
So besteht die Adaption des gleichnamigen Romans von Araminta Hall aus zwei grundsätzlichen Bestandteilen. Auf der einen Seite geht es natürlich darum herauszufinden, wer Nancy ermordet hat und aus welchem Grund. Die Serie folgt dabei den üblichen Whodunit-Mustern, wenn die verschiedensten Spuren auftauchen. Die meisten führen dabei ins Leere, an falschen Fährten mangelt es nicht. Und es rücken im Laufe der Zeit verschiedene Figuren in den Mittelpunkt des Interesses. Man sollte aber nicht zu große Erwartungen daran haben. Imperfect Women nimmt das mit den Ermittlungen gar nicht so wichtig. Nicht nur, dass die Zahl der Verdächtigen überschaubar ist. Man sieht auch nicht wirklich oft, wie Detective Ganz (Ana Ortiz) ihrer Arbeit nachgeht. Sie ist nicht mehr als eine Nebenfigur, die gelegentlich vorbeischaut und dabei nicht immer den kompetentesten Eindruck macht. Man hat bei ihr weniger das Gefühl, dass sie darauf brennt, die Wahrheit herauszufinden.
Der Abgrund hinter der Glitzerfassade
Stattdessen interessiert sich Hall mehr für die Freundinnen und das Leben, das sie führen. Das ist – wie immer bei solchen Geschichten – nicht so toll, wie es nach außen hin erscheint. Die Beziehungen zwischen den drei Frauen sind nicht ganz einfach, Eifersucht und Neid sind weit verbreitet. Das mit den Ehen ist auch eine eher wacklige Angelegenheit, Affären sind da keine Seltenheit. Dazu gibt es Probleme mit den Partnern und den Familien, nicht zu knapp. Imperfect Women gefällt sich daran, die nach außen hin so heil und schön erscheinende Welt nach und nach zu demontieren. Das funktioniert ganz gut, wenn hinter der Glitzerfassade diverse Abgründe warten und praktisch niemand so stark ist, wie nach außen hin getan wird.
Nur ist es eben auch nicht so wirklich interessant. Zumal die Geschichte teilweise schon arg übertrieben ist, das hat mehr von einer Seifenoper. Unterhaltsam ist das Ergebnis aber durchaus. So ist man natürlich schon gespannt, was hinter allem steckt und wie tief diese Abgründe noch reichen werden. Außerdem hat man wie so oft bei Apple TV lauter prominente Schauspieler und Schauspielerinnen gewonnen, die hier ihr Talent auch ausspielen dürfen. Gerade Elisabeth Moss (The Veil) hat eine interessante Rolle als jemand, der sich im Inneren eine eigene Welt erschafft, weil die äußere nicht so toll ist. Auf diese Weise gibt es in Imperfect Women immer mal wieder gelungene Szenen. Es kommt auch keine Langeweile auf, die sechs Folgen sind schnell angeschaut. Letzten Endes ist das inhaltlich aber zu dürftig, da hätte man insgesamt mehr erwarten dürfen.
OT: „Imperfect Women“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Lesli Linka Glatter, Nzingha Stewart, Daina Reid, Jet Wilkinson
Drehbuch: Annie Weisman
Idee: Annie Weisman
Vorlage: Araminta Hall
Musik: Siddhartha Khosla
Kamera: Darran Tiernan, Laura Merians Gonçalves
Besetzung: Elisabeth Moss, Kerry Washington, Joel Kinnaman, Corey Stoll, Kate Mara, Leslie Odom Jr., Ana Ortiz
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