Horst Schlämmer sucht das Glück
© Leonine Studios / Sandra Hoever / Conny Klein

Horst Schlämmer sucht das Glück

Horst Schlämmer sucht das Glück
„Horst Schlämmer sucht das Glück“ // Deutschland-Start: 26. März 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Eigentlich dachte Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) ja, dass nach dem Ende der Corona-Pandemie die Deutschen wieder glücklicher sein würden. Doch wohin er auch blickt, überall sieht er nur schlechte Laune und Verdruss. Da muss doch was zu machen sein! Und als wäre das nicht schon schlimm genug, macht auch noch seine Stammkneipe, die für ihn immer ein zweites Zuhause war, dicht und wird durch einen Waschsalon ersetzt. Das kann Schlämmer nicht einfach so auf sich sitzen lassen und begibt sich daher auf eine Reise durch ganz Deutschland. Dabei will er herausfinden, was die Menschen glücklich macht, und daraus einen Film machen. Aber das ist nicht so einfach wie gedacht …

Comeback einer Kultfigur

Im Laufe seiner Karriere hat Hape Kerkeling so manche Kunstfigur erschaffen. Eine der bekanntesten ist sicherlich Horst Schlämmer, seines Zeichens stellvertretender Chefredakteur des „Grevenbroicher Tagblatts“. Immer wieder trat der auffällige Journalist mit dem Trenchcoat im Fernsehen auf, meistens in politischen Kontexten. 2009 folgte der Kinofilm Horst Schlämmer – Isch kandidiere! und wurde zum Volltreffer: Mehr als 1,3 Millionen Besucher und Besucherinnen lockte die Politikkomödie in die deutschen Lichtspielhäuser. Jetzt hat der beliebte Komiker sein Alter Ego noch einmal ausgepackt und schickt dieses in Horst Schlämmer sucht das Glück ein zweites Mal los, um ein Millionenpublikum zu finden. Ob diese Mission aufgehen wird, bleibt abzuwarten, denn so richtig gelungen ist das Comeback ja nicht.

Dabei ist die Idee dahinter durchaus gut. Anfangs darf man zwar schon irritiert sein, wenn einige Jahre später noch einmal die Corona-Pandemie aufgewärmt wird. Warum sollte man sich dafür noch interessieren? Doch das Thema ist ein anderes, wie der Titel bereits vorwegnimmt. Der Film beschreibt, wie die Deutschen seit der Pandemie jede Freude verloren haben. Dass es hierfür die unterschiedlichsten Gründe gibt, wird nicht weiter bearbeitet. Empirische Belege gibt es sowieso nicht: Horst Schlämmer sucht das Glück stellt zwar einen Journalisten in den Mittelpunkt, ist an journalistischer Arbeit aber nicht interessiert. Vielmehr liefert das Szenario den Anlass, dass der Protagonist durch ganz Deutschland reist und dort die unterschiedlichsten Menschen trifft, immer auf der Suche nach etwas, das uns wieder etwas Optimismus schenkt.

Nichtssagend und unlustig

Ein bisschen erinnert das an Checker Tobi 3: Die heimliche Herrscherin der Erde. In beiden Fällen reist der Protagonist umher und befragt die Menschen zu einem Thema. Während der Auftritt des Kinderhelden dabei aber viel Dokumentarisches einbaut, da gibt es bei Horst Schlämmer sucht das Glück ausschließlich Witze, die eher weniger zur Diskussion beizutragen haben. Das ist schade, weil damit das Potenzial der Geschichte nicht genutzt wird. Vor allem aber sind die Witze oft einfach nicht gut. Ob der Protagonist nun die Party eines reichen Paares crasht oder einer Bahnangestellten nachspürt, das ist meistens auf eine langweilige Weise peinlich. Auch die gelegentliche Integration realer Personen wie des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder oder des Kardinals Rainer Maria Woelki bringt die Geschichte wenig voran.

Das eindeutigste Zeichen dafür, dass bei dem Film niemand wusste, wie man dieses Szenario gut nutzen kann, zeigt aber ein anderes Element. Regelmäßig wird die Geschichte unterbrochen, wenn Schlämmer sich Videos der fiktionalen Schauspielerin Gabi Wampel (Tahnee Schaffarczyk) ansieht, die er anhimmelt. Zwar sind ein paar der Filme und Serien, die Horst Schlämmer sucht das Glück zeigt, schon ganz nett, weil völlig absurd. Es passt nur überhaupt nicht zum Rest des Films, ist darin ein völliger Fremdkörper. Und auch wenn der sonst eher im Kinderfilm tätige Regisseur Sven Unterwaldt (Woodwalkers 2) zum Ende hin all die verschiedenen Stränge zusammenzuführen versucht, daraus wird kein kohärentes Werk. Was aber bringt eine Komödie zu einem wichtigen Thema, die nichts zu sagen hat und dabei nicht einmal unterhält? Trotz der abwechslungsreichen Settings: Das größte Glück ist, wenn am Ende der Abspann läuft und die Reise in die Untiefen des deutschen Humors ein Ende nimmt.

Credits

OT: „Horst Schlämmer sucht das Glück“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Sven Unterwaldt Jr.
Drehbuch: Claudius Pläging
Musik: Philipp Noll
Kamera: Stephan Schuh
Besetzung: Hape Kerkeling, Tahnee Schaffarczyk, Meltem Kaptan

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Horst Schlämmer sucht das Glück
fazit
In „Horst Schlämmer sucht das Glück“ reist der ewig unfähige Journalist durchs Land, um für die Deutschen den Weg zum Glück zu finden. Die Idee an sich war nicht schlecht. Der Film selbst enttäuscht jedoch: Weder hat er etwas zu dem Thema zu sagen, noch macht er Spaß. Da können auch die abwechslungsreichen Settings nichts mehr retten.
Leserwertung0 Bewertungen
0
4
von 10