
Als der Winzer Urban Rittner (Raffael Armbruster) mit einem Rebmesser ermordet auf dem eigenen Weinberg gefunden wird, führt eine Spur zu dem mächtigen, aber auch despotischen Kellermeister Anton Kofler (Karl Fischer). Dieser legt sich regelmäßig mit allen möglichen Leuten an, aktuell liegt er mit der Geschäftsführerin Lucia Muratori (Ulrike C. Tscharre) und der zweiten Kellermeisterin Sofia Brandner (Anna Unterberger) im Clinch. Sonja Schwarz (Chiara Schoras) und Jonas Kerschbaumer (Gabriel Raab) gehen der Sache nach, folgen aber auch anderen Spuren. Eine davon ist besonders heikel: Ausgerechnet Sonjas Stieftochter Laura (Charleen Deetz) könnte etwas mit der Sache zu tun haben, was rasch zu Verstimmungen führt …
Atmosphärisches Setting
Weiter geht es mit Der Bozen-Krimi. Wie jedes Jahr wird die beliebte ARD-Krimireihe, die regelmäßig bis zu sieben Millionen Menschen vor die Fernseher lockt, auch 2026 mit zwei neuen Filmen bedacht. Schließlich sollen die Fans auch weiterhin treu bleiben und dem Sender zu prächtigen Quoten verhelfen. Den Auftakt machte vergangene Woche Teuflische Strafe, wo jemand mit einer Krampus-Maske verkleidet mehrere Morde begeht. Der Film gefiel durch dieses folkloristische Element, selbst wenn er selbst eher unauffällig war. Und das gilt dann auch für Rebenblut, den zweiten Teil der aktuellen Staffel. Es ist der bislang 22. Fall für die beiden Hauptfiguren, die seit 2015 ermitteln.
Ein vergleichbares folkloristisches Element wie beim letzten Mal gibt es nicht. Zumindest aber suchte man ein lokales Flair, wenn der Film im Winzer-Umfeld spielt. Das bedeutet nicht nur, dass wir uns im Weinberg herumtreiben, es also Grün zu bewundern gibt. Dann und wann geht es auch in die Keller, die mit ihrem düsteren Ambiente einen reizvollen Kontrast bilden und auf diese Weise zur Atmosphäre beitragen. Die Reihe gefällt immer mal wieder durch ihre Optik, seit Jahren schon. Der Bozen-Krimi: Rebenblut ist da keine Ausnahme. Auch wenn der Inhalt zuweilen fragwürdig ist, anschauen kann man sich die Teile schon und auf diese Weise ein klein wenig Urlaubsstimmung zu sich nach Hause holen. Über den Weinanbau selbst erfährt man jedoch wenig, mehr als Hintergrunddeko ist das Thema nicht.
Die war es nicht!
Dafür gibt es mal wieder eine persönliche Verwicklung, indem Stieftochter Laura in Verdacht gerät, etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Solche Verwicklungen sind oft ein Ärgernis in deutschen Krimis, weil damit auf plumpe Weise Spannung erzeugt werden soll. Oder gibt es tatsächlich jemand im Publikum, der glauben könnte, dass eine Figur, die seit über zehn Jahren dabei ist, auf einmal zur Mörderin wird? Natürlich ist diese dann auch ganz empört, dass die persönlichen Beziehungen sie nicht davor schützen, als Täterin in Frage zu kommen. Immerhin: Die Polizei verhält sich in Der Bozen-Krimi: Rebenblut ausnahmsweise mal professionell. Sowohl Sonja wie auch Jonas wissen, was ihre Aufgabe ist und tun nicht so, als hätte Laura eine Sonderbehandlung verdient – wie das in manch anderen Krimis der Fall ist, wenn es ans Eingemachte geht.
Insgesamt ist der Krimi dann auch wieder solide geworden. Da ist zwar, abgesehen von dem besagten stimmungsvollen Setting, nichts dabei, was man unbedingt gesehen haben muss. Warum diese Filme immer derart viele Zuschauer und Zuschauerinnen haben, ist nicht ganz nachzuvollziehen. Aber man muss sich auch nicht allzu sehr ärgern, was bei einigen früheren Teilen der Reihe durchaus vorgekommen ist. Die Ermittlungen sind in Der Bozen-Krimi: Rebenblut ordentlich, auch bei der Auflösung wurde nicht geschlampt. Wer gern rätselt, kann es also durchaus einmal hiermit versuchen. Schauspielerisch passt das ebenfalls, während in der Vergangenheit das eine oder andere nervige Overacting dabei war.
OT: „Der Bozen-Krimi: Rebenblut“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Hans Hofer
Drehbuch: Jürgen Werner
Musik: Lutz Moeller
Kamera: Fabian Meller
Besetzung: Chiara Schoras, Gabriel Raab, Lisa Kreuzer, Charleen Deetz, Hanspeter Müller-Drossaart, Gabriela Garcia-Vargas, Karl Fischer, Ulrike C. Tscharre, Anna Unterberger, Murali Perumal
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)












