
Die Aufregung ist groß, als in einem Gletscher eine Hunderte Jahre alte Leiche gefunden wird. Schließlich ist das gut für den lokalen Tourismus, so die Hoffnung. Weniger erfreulich ist, dass da auch eine Leiche neueren Datums ist. Nach vielen Jahren war Timo Aichinger zurückgekehrt, um an der Beerdigung seines Vaters teilzunehmen. Nun ist er selbst tot. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, wird von Marie Sonnleitner (Salka Weber) aber schnell als Mord entlarvt. Aber wer könnte das nur getan haben? Birgit Reincke (Veronica Ferres) und Jonas Becker (Tim Oliver Schultz) versuchen, eben das herauszufinden, und verfolgen dabei die unterschiedlichsten Spuren. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig, auch weil viele nicht über den Vorfall sprechen möchten …
Noch mehr Humor als sonst
Und weiter geht es mit Alpentod – Ein Bergland-Krimi. 2025 ging die RTL-Krimireihe im Rahmen des „Tödlichen Diensttags“ an den Start, wo der Sender selbst produzierte Genrebeiträge ausstrahlt und an die Erfolge der öffentlich-rechtlichen Kollegen anknüpfen möchte. Offenbar liefen die ersten beiden Filme dabei so erfreulich, dass es dieses Jahr zwei weitere Teile gibt. Zum Auftakt erzählte vergangene Woche Tiefe Schluchten von einem komplett niedergebrannten Holzhaus, in dem eine verkohlte Leiche gefunden wurde. Offenbar dachte man sich, dass es für den Nachfolger und damit vierten Teil der Reihe einen möglichst großen Kontrast brauchte. Und so wurde das bei Im ewigen Eis das Feuer des letzten Mals gegen eine tödliche Kälte ausgetauscht.
Eine zweite Änderung ist, dass der Humor noch einmal deutlich verstärkt wurde. Ansätze dazu gab es zwar vorher schon, gerade bei den Reibungen zwischen den beiden Hauptfiguren. Die Sache mit Beckers eher legerem Kleidungsstil ist beispielsweise ein Running Gag. Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Im ewigen Eis ist da aber noch einmal auf einem anderen Level. Phasenweise meint man schon, dass das hier eine dieser provinziellen Krimikomödien sind, wie sie gerade nach den Erfolgen der Rita Falk Verfilmungen zuhauf gab. Ob diese Richtung beibehalten und auch von Publikum angenommen wird, bleibt abzuwarten. Manches davon ist schon ganz amüsant. Aber es wird zuweilen auch albern, was sicherlich nicht allen gefallen wird.
Als Krimi Durchschnitt
Gleichgeblieben ist, dass die Reihe ganz klassische Rätselkrimis bietet. Am Anfang wird die Leiche gefunden, danach muss ermittelt werden, wer das Verbrechen begangen hat. Die Parallele mit der zweiten, deutlich älteren Leiche, hat für den Fall dabei keine Relevanz. Theoretisch hätte man diese Nebengeschichte auch ganz weglassen können, ohne dass es einen wirklichen Unterschied gemacht hätte. Ein wenig trägt es zu der Atmosphäre bei. Außerdem geht es in Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Im ewigen Eis zumindest teilweise darum, wie das Dorf um einen Ruf nach außen hin besorgt ist und zu diesem Zweck zu allem bereit ist. In der Hinsicht passt das dann ganz gut, wenn eine Leiche touristisch ausgeschlachtet werden soll.
Insgesamt ist der Film wieder ganz ordentlich geworden. Der Fall an sich ist wenig aufregend, der Krimi kommt da nicht über Durchschnitt hinaus. Dafür gibt es wieder tolle Aufnahmen aus den Bergen. Während viele deutsche Fernsehkrimis auf maritimen Charme setzen, zeigt Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Im ewigen Eis, dass auch luftige Settings gern gesehen sind, ob wir uns nun in der Natur bewegen oder im titelgebenden Eis. Die Spielfreude des Ensembles ist ebenfalls offensichtlich, was wichtig ist für die humorvollere Ausrichtung. Eine Sternstunde des hiesigen TVs ist das sicher nicht, soll es auch gar nicht sein. In der Masse an wöchentlich veröffentlichen Krimis schlägt sich dieser aber ganz achtbar. Da gab es gerade auch bei RTL einige Titel, die deutlich schlimmer waren.
OT: „Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Im ewigen Eis“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2026
Regie: Felix Herzogenrath
Drehbuch: Marko Lucht
Musik: René Dohmen, Joachim Dürbeck
Kamera: Dominik Berg
Besetzung: Veronica Ferres, Tim Oliver Schultz, Salka Weber, Heiko Ruprecht, Marcel Mohab, Sami Loris, Ferdinand Seebacher, Laura Schittke, Hilde Dalik, Johanna Orsini-Rosenberg, Lukas Walcher
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