After Benjamin Tv Fernsehen ZDFneo Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF / Fahil Anweri

After Benjamin

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„After Benjamin“ // Deutschland-Start: 24. März 2026 (ZDFneo)

Inhalt / Kritik

Elias (Sam Ashraf) und Benjamin (Emil Sesay Stenseth) sind beste Freunde, Gemeinsam verbringen sie in dem Osloer Viertel Holmlia ein sorgloses Leben zwischen Familie und Schule. Nichts könnte das jemals trüben, so dachten sie zumindest. Umso größer ist der Schock, als Elias aufgrund seiner dunklen Hautfarbe ermordet wird, einfach so, in einer Januarnacht 2001. Danach ist nichts mehr, wie es einmal war. Nicht für Elias, nicht für die Angehörigen des Toten. Aber auch nicht für die übrigen Einwohner und Einwohnerinnen in Holmlia. Während die Menschen vor Ort mit ihrem Schmerz und der Fassungslosigkeit zu kämpfen haben, formiert sich im Rest Norwegens Widerstand. Überall wird gegen den Hass und den Rassismus demonstriert. Tatsächliche Antworten gibt es aber nicht …

Dramaserie mit wahrem Hintergrund

Kaum ein deutscher Fernsehsender ist so sehr darum bemüht, dem Publikum ständig neue Serien zu präsentieren, wie ZDFneo. Da sind zum einen die zahlreichen Eigenproduktionen, bei denen zum Teil für Deutschland recht unerwartete Wege eingeschlagen werden. Aber da sind eben auch die internationalen Titel, die entweder lizenziert werden oder in Kooperationen entstehen. Sehenswert war beispielsweise kürzlich How to Kill Your Sister, eine belgische Mischung aus Drama, Komödie und Roadmovie um eine schwerkranke Frau, die mit ihrer Schwester eine letzte Reise wagt. Aus den Niederlanden kam The Kollective, ein Thriller über ein unabhängiges Journalistennetzwerk, das einer Verschwörung auf die Spur kommt. Mit After Benjamin folgt nun ein norwegischer Beitrag, entstanden in der New8-Kooperation, ein Zusammenschluss mehrerer europäischer öffentlich-rechtlicher Sender.

Inspiriert wurde die Serie durch einen wahren Vorfall: Im Januar 2021 wurde der 15-jährige Benjamin Hermansen, Sohn eines Ghanaers und einer Norwegerin, wegen seiner Hautfarbe erstochen. Die Geschichte sorgte weltweit für Aufmerksamkeit, auch weil man solche Hassverbrechen nicht aus dem nordeuropäischen Land kannte. Michael Jackson widmete sein letztes Album Invincible dem Jugendlichen, der einen gemeinsamen Freund mit dem Superstar hatte. Diese posthume Ehrung wird auch erwähnt, eine der sechs Folgen trägt den Titel Neverland. Auch andere Elemente wurden der wahren Vorlage entnommen. Insgesamt ist After Benjamin jedoch eine überwiegend fiktionale Geschichte, die den Mord eher als Anlass sieht, etwas Eigenes zu erzählen – angeblich aus Respekt gegenüber dem Opfer.

Die Einzelschicksale hinter der Schlagzeile

Ob der fiktionale Zugang zu dem Thema die passende Wahl war, darüber lässt sich streiten. Sehenswert ist das Ergebnis aber durchaus. Bei After Benjamin geht es – der Titel nimmt es vorweg – darum, wie es nach dem Verbrechen weitergegangen ist. Regisseur und Co-Autor Mikael Diseth fährt bei dieser Rekreation zweigleisig. Auf der einen Seite bleibt er sehr nahe an den Menschen dran und schildert, wie das direkte Umfeld durch den Mord aus der Bahn geworfen wird. Die Hauptfigur der Serie ist dann auch der beste Freund, der nicht weiß, wie er mit diesem Schmerz umgehen soll. Verbunden wird dies mit einem größeren Blick auf die Gesellschaft, welche ihrerseits mit der Situation überfordert war. Zwar demonstrierten Zehntausende gegen Hass und Rassismus. Doch das ändert eben nichts daran, dass es Leute gibt, die beides in sich tragen.

25 Jahre nach dem Mord ist das nicht weniger aktuell geworden, Rassismus ist schließlich inzwischen wieder salonfähig geworden. Wie man diesem begegnen kann, sagt die Serie nicht. Sie versucht zwar durchaus Hoffnung zu machen, dass das Leben weitergeht und der Kampf sich lohnt. Mehr als Durchhalteparolen hat After Benjamin dabei aber nicht auf Lager. Antworten auf die Frage, woher dieser Hass kommt, gibt es sowieso nicht, weshalb sich der Erkenntnisgewinn beim Anschauen in Grenzen hält. Was der Serie jedoch gut gelingt, ist der persönliche Zugang. Bei all der Tragödie und den gesellschaftlichen Komponenten werden hier doch die Menschen in den Mittelpunkt gerückt. Und auch wenn die wenigsten von uns auf diese Weise jemanden verloren haben, zeigt Diseth doch eindrucksvoll, dass hinter einer solchen Schlagzeile viele Einzelschicksale stehen.

Credits

OT: „Etter Benjamin“
Land: Norwegen
Jahr: 2025
Regie: Mikael Diseth
Drehbuch: Mikael Diseth, Lev David
Musik: Einar Næss Haugseth
Kamera: Fahil Anweri, Trond Høines
Besetzung: Sam Ashraf, Emil Sesay Stenseth, Victoria Hoang, Johan Tenfjord, Ida Marie Bakkerud, Linn Skåber

Bilder

Trailer

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After Benjamin
fazit
Inspiriert von einem wahren Fall erzählt „After Benjamin“ von dem rassistischen Mord an einem 15-jährigen Norweger und welche Folgen dieser hatte. Ob der fiktionale Zugang der richtige ist, darüber lässt sich streiten. Die Dramaserie ist aber durchaus sehenswert als Mahnmal, als Porträt von Menschen, die in ihrem Schmerz den Halt verlieren, aber auch als Aufforderung, trotz allem die Hoffnung zu bewahren.
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