
Mit Problemen kennen sich Miriam Hintz (Franziska Weisz), Doris Hauke (Diana Amft), Inès Lemarchal (Jasmin Gerat) und Christiane Boj (Franziska Hackl) aus. Immer wieder haben die vier Freundinnen mit etwas zu kämpfen. Da sind die diversen Ehekrisen, vergangene Schicksalsschläge, aber auch Konflikte mit den Kindern. Und dann das: Sarah (Niobe Carolin Eckert), die 18-jährige Tochter von Doris, findet in ihrem Zimmer die Leiche ihrer Mitschülerin Emily Wagentheit (Paulina Hobratschk). Jemand hat die Jugendliche erstochen. Aber aus welchem Grund? Und wer könnte ein derart schlimmes Verbrechen begangen haben? Und ausgerechnet Inès’s Sohn Olivier (Etienne Halsdorf) steht unter dem Verdacht, seine Freundin getötet zu haben. Das Ermittlerduo Elfriede Grünberger (Sissy Höfferer) und Lukas Leodolter (Tobias Resch) nimmt den Fall auf und muss dabei erkennen, dass alle ihre Geheimnisse mit sich herumtragen …
Zweite Staffel des Krimidramas
Was einmal geht, das geht auch mehrfach. Diesem Motto folgt man natürlich auch gern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wo es nicht gerade an Reihen und Serien mangelt, die im Erfolgsfall schon mal zwei, drei Jahrzehnte lang fortgesetzt werden. Tatsächlich sind viele Produktionen deshalb auch gleich auf Fortsetzungen ausgelegt. Und wenn das nicht der Fall ist, wird einfach nachgeholfen. So war die ARD-Produktion Tage, die es nicht gab Anfang 2023 eigentlich als Miniserie angekündigt. An und für sich war die Geschichte nach acht Folgen auch auserzählt. Damals ging es um vier Freundinnen, bei denen einiges im Argen liegt, verbunden mit dem dubiosen Tod eines Schulleiters – eine Mischung aus Drama und Krimi eben. Auf eben eine solche setzt man auch bei der zweiten Staffel, die als Zusatz das recht generische Tödliche Geheimnisse bekommen hat.
Dass die vier ein zweites Mal in einen Todesfall verwickelt werden, ist natürlich schon sehr „zufällig“. Aber Glaubwürdigkeit braucht man bei dieser Serie auch nicht zu erwarten. Schon die erste Staffel war recht konstruiert, gerade auch beim willkürlichen Ende. Bei Tage, die es nicht gab: Tödliche Geheimnisse ist es noch übler geworden. Da passiert auf Schritt und Tritt etwas, das man nicht nachvollziehen können muss. Besonders bei den Figuren scheint man auf die Macht des Zufallsgenerators zu vertrauen, wenn sie einfach irgendetwas tun und nie ganz klar wird: warum eigentlich? Erneut versuchte man, an der heilen Fassade zu kratzen und die Abgründe dahinter aufzuzeigen. Wo aber beim letzten Mal das zumindest noch nah genug am Alltag war, begibt man sich hier auf schlimmste Seifenoperabwege.
Unfreiwillig komisch
Das würde funktionieren, wenn das Ganze denn mit Humor aufgezogen wäre, man das alles also nicht ernst nimmt. Ansätze dafür gibt es auch tatsächlich. Erneut bringt das Ermittlerduo Komik in die Geschichte, was für irritierende Kontraste sorgt. Denn wenn hässliche Familiengeheimnisse an die Oberfläche gespült werden, dann soll das Publikum ergriffen sein, vielleicht auch geschockt. Tage, die es nicht gab: Tödliche Geheimnisse wird aber eher unfreiwillig komisch bis lächerlich. Manchmal wird es auch ärgerlich, wenn bei der zweiten Staffel ein Blödsinn nach dem anderen aufgetischt wird und das auch noch mit Klischees verbunden wird.
Das ist zwar nicht grundsätzlich anders als beim Vorgänger, insgesamt aber deutlich weniger unterhaltsam. Ein Problem sind dabei gerade die Figuren, die diesmal derart unsympathisch geraten sind, dass nie ganz klar wird, warum man freiwillig Zeit mit ihnen verbringen sollte. Warum die vier miteinander befreundet sind, wird erst nicht verständlich. Insgesamt schwächelt Tage, die es nicht gab: Tödliche Geheimnisse dann auch zu sehr, in mehrfacher Hinsicht, als dass man die Staffel ruhigen Gewissens weiterempfehlen könnte. Sicher wird es ein Publikum geben, dass an dieser überzogenen Krimidramamischung seine Freunde hat, wenn Karikaturen im Dreck wühlen und jeder schmutzige Geheimnisse mit sich herumträgt. Gesehen haben muss man das aber sicher nicht.
OT: „Tage, die es nicht gab: Tödliche Geheimnisse“
Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Anna-Katharina Maier, Mirjam Unger
Drehbuch: Mischa Zickler
Musik: David Reichelt
Kamera: Josef Mittendorfer, Sebastian Thaler
Besetzung: Diana Amft, Jasmin Gerat, Franziska Weisz, Franziska Hackl, Sissy Höfferer, Tobias Resch, Rick Kavanian, Niobe Carolin Eckert, Jutta Speidel, Wanja Mues, Etienne Halsdorf, Stefan Pohl, Andreas Lust, Paulina Hobratschk
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