Stray Kids: The dominATE Experience
© Universal Pictures

Stray Kids: The dominATE Experience

Stray Kids: The dominATE Experience
„Stray Kids: The dominATE Experience“ // Deutschland-Start: 5. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Stray Kids: The dominATE Experience ist ein als Film zusammengefasstes TV-Special und fungiert als Begleitwerk der gleichnamigen Welttournee der südkoreanischen K-Pop-Sensation Stray Kids. Der Film verspricht dabei nicht nur ungesehene Backstage-Eindrücke, sondern auch einen Einblick in die Mitglieder der achtköpfigen Boyband.

Stray Kids on the Block

Korean Pop ist längst mehr als ein neu kulturelles Phänomen. Nach Südkorea und Japan eroberten Bands wie BTS, BLACKPINK und SEVENTEEN längst die Bühnen und Stadien dieser Welt und sammelten damit auch in den USA wie Europa eine beachtliche Fanbase. Die 2017 rund um Leader Bang Chan gegründete achtköpfige Boyband Stray Kids geht 2024 auf ihre vierte Stadiontour und macht es sich dabei zur Aufgabe die Welt durch ihre Musik zu erobern. Die Genrebezeichnung K-Pop katalogisiert ihre Musik allerdings unzureichend. Stray Kids zeichnet sich abseits der Popmusik durch Elemente aus Rap, Elektronik und dank der visuellen Anspielungen ihrer neuesten Bühnenshow auch durch Hard Rock respektive Heavy Metal aus. Stray Kids: The dominATE Experience soll während seiner zweieinhalbstündigen Laufzeit eine Symbiose aus Konzer- und Dokumentarfilm sein.

Energie als Stilprinzip

Der erzählerische Einstieg in die titelgebende dominATE Experience ist dabei abrupt. Eine Drohnenfahrt fängt das koreanische Oktett auf dem Dach des SoFi Stadiums in Los Angeles ein, augenscheinlich Minuten vor Showbeginn. Als die Kamera in das Stadion wechselt toben bereits 70.000 Fans auf den Rängen, elektrisiert ihre Stars live und in Farbe zu erleben. Ihre Energie findet sich in der Inszenierung wieder. Hektische Kameraführung und unkonventioneller schneller Schnitt reflektieren nicht nur die aufgeheizte Atmosphäre des Konzerts, sondern komplementieren auch die bilinguale musikalische Darbietung aus Englisch und Koreanisch, verpackt in Pop, Rap und elektronischer Musik. Komplettiert durch einzelne Videos und Einspieler anderer Auftritte funktioniert Stray Kids: The dominATE Experience als reiner Konzertfilm während des Auftritts der Band in Los Angeles am besten. Choreografie und Bühnenshow dienen als alleinstehender audiovisueller Treiber des Films, werden jedoch immer wieder durch deplatzierte nachträglich hinzugefügte Effekte gestört.

Oktale Konformität

Abseits der Bühne schafft Stray Kids: The dominATE Experience dann insgesamt achtmal ein retardierendes Moment zur Porträtierung der einzelnen Bandmitglieder. Der metaphorisch und durch einen unbeholfen animierten schwarzen Vorhang visualisierte Blick hinter die Kulissen, besteht aus je einem kurzen Interview und sparsamer Bebilderung des Gesagten. Ein authentischer intimer Einblick, der Fans interessieren dürfte, entsteht dabei nicht. Die Motive der Interviews sind stets gleich: Leistungsdruck, persönliche Entwicklung und der Rückhalt durch die anderen Bandmitglieder. Die Antworten sind so oberflächlich wie austauschbar. Der Fokus liegt klar auf dem Miteinander der Band, der Gruppendynamik einer Einheit. Ein echtes Gefühl für die Persönlichkeiten der einzelnen Mitglieder oder ein kurzer Blick in ihr Privatleben bleibt den Zuschauern und Fans gleichermaßen verwehrt.

K-Pop als Exportschlager

Stray Kids: The dominATE Experience zeichnet ein oberflächliches glattgebügeltes Bild des koreanischen Oktetts. Anstatt der Worldtour und einer selbstausgerufenen und während des Films oft proklamierten musikalischen Welteroberung zeigt der Film fast ausschließlich das Auftaktkonzert in Los Angeles. Unbeantwortet bleiben hingegen aufkommende Fragen nach der internen Struktur der Band und der koreanischen Musikindustrie. Stray Kids: The dominATE Experience wirkt wie ein artifizieller Werbefilm, der besonders der westlichen Zielgruppe das Konzept K-Pops anhand eines Gefühls vermitteln soll. Die Stray Kids selbst erscheinen dabei wie „Industry Plants“, ebenso artifiziell wie aalglatt, eine Boyband ohne Ecken oder Kanten oder gar echte Individualität. Stattdessen Popularität durch Konformität. Themen wie Leistungsdruck, Idealisierung und jugendliches Star­tum werden angeschnitten, ohne jemals tiefgreifender thematisiert zu werden.

Damit bleibt Stray Kids: The dominATE Experience einzig ein retrospektiver Blick auf ein einzelnes Konzert und ein Werbefilm ohne echte Zielgruppe. Fans erhalten weder neue noch intime Einblicke in ihre Band, K-Pop-Novizen keinen leichten oder informativen Einstieg in musikalisches Neuland. Stattdessen hofft man, dass laute audiovisuelle Inszenierung einer Konzertatmosphäre und die narrative Angleichung an westliche Werbeästhetik genug für die nächste Welttournee der Stray Kids sein könnten.

Credits

OT: „Stray Kids: The dominATE Experience“
Land: Südkorea, USA
Jahr: 2026
Regie: Paul Dugdale, Farah Khalid
Musik: Stray Kids
Kamera: Shana Hagan
Mitwirkende: Bang Chan, Lee Know, Changbin, Hyunjin, Han, Felix, Seungmin, I.N.

Bilder

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Stray Kids: The dominATE Experience
fazit
"Stray Kids: The dominATE Experience" bleibt trotz audiovisueller Wucht ein über zweistündiger, glatt Inszenierter Werbefilm. Abseits der Bühne verliert sichg der Film in pseudo-dokumentarischen Elementen. Schlussendlich bietet der Film Fans der Band keinerlei neue Einblicke und versagt gleichermaßen, Genrenovizen Orientierung zu liefern. 

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