
Nachdem sie jahrelang von Ghostface-Killern und noch länger von ihren Traumata verfolgt wurde, hat sich Sidney Prescott (Neve Campbell) weit weg von Woodsboro, Kalifornien, ein neues Leben aufgebaut. Zusammen mit ihrem Mann und örtlichen Polizeichef Mark (Joel McHale) und ihrer Tochter Tatum (Isabel May) führt sie dort ein ruhigeres Dasein. Nach einem brutalen Doppelmord in Woodsboro und einer Reihe verdächtiger Anrufe droht ihre Vergangenheit sie einmal mehr einzuholen und macht sie und ihre Familie erneut zum Ziel eines alten Bekannten.
Kurskorrektur in der Krise
Der Weg zu Scream 7 war von Beginn an von Turbulenzen geprägt. Nach öffentlichen Kontroversen, der Entlassung von Melissa Barrera, dem Ausstieg von Jenna Ortega und dem daraus resultierenden kreativen Richtungswechsel stand das Projekt zeitweise unter keinem guten Stern. Dass schließlich mit Kevin Williamson einer der ursprünglichen Autoren die Regie übernahm, wirkte weniger wie ein kalkulierter Neustart als wie der Versuch, das ins Wanken geratene Franchise erneut zu stabilisieren.
Fanservice als 7. Sünde
Neben Williamson und Ghostface gibt es einen weiteren wiederkehrenden Faktor innerhalb der Scream-Reihe: Selbstironie. Anders als beispielsweise Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast nimmt sich Scream 7 nicht bierernst, sondern hält dem Genrekino einen Spiegel vor. Dabei beschränkt sich das Franchise nicht nur auf klassische Horrortropen, sondern spielt erneut mit der filmischen Metaebene. In einer Bar sind Mindy und Chad Meeks-Martin zusammen mit Tatum und ihren Freunden kurz davor, die vierte Wand einzureißen, und debattieren einmal mehr die Identität der Mörder und des Franchises als Ganzes. Während in Scream 2 die Regeln eines Sequels erklärt wurden, in Scream 3 jene einer Trilogie, in Scream 4 Innovation durch neue Charaktere verhandelt wurde, in Scream 5 das Reboot im Vordergrund stand und in Scream VI die Franchisebildung sowie ein urbaner Settingwechsel, ist das Stilmittel der Wahl für Scream 7 Fanservice via Nostalgiefaktor.
Moderne Technik, alte Tricks
Passend dazu eröffnet Scream 7 mit einem Abstecher nach Woodsboro in das Haus, in dem alles begann. Der ehemalige Wohnort von Stu Macher wird inzwischen im Rahmen einer Erlebnistour als Airbnb vermietet. Ghostface-Attrappen, Kunstblut und unheimliche Anrufe versprechen ein authentisches Stab-Erlebnis. Zwar verweilt der Film dort nicht lange, liefert dadurch aber einen Bezugspunkt für Neueinsteiger und einen Moment der Erinnerung für etablierte Fans. Zeitgleich ist das Leben von Sidney Prescott-Evans zum ersten Mal seit Jahren verdächtig ruhig. Verschont von der Mordserie in New York ist ihr größtes Problem, einen Zugang zu ihrer jugendlichen Tochter zu finden. Genervt vom Beschützerinstinkt ihrer Mutter versucht Tatum, Schule, Theater, Freund und Freundeskreis unter einen Hut zu bringen, ohne ständige Bevormundung.
Scream 7 schafft einen familiären Rahmen, der nach kürzester Zeit aufgebrochen wird, als Mutter und Tochter getrennt nach Antworten oder Schutz suchen. Währenddessen versucht sich der Film erneut an Metakommentaren und Aktualitätsbezügen. Künstliche Intelligenz liefert einen zeitgenössischen Bezug und gleichzeitig eine alternative Möglichkeit des Versteckens ohne Ghostface-Maske. Trotz neuer Ebene bleibt die Essenz des Schauerlebnisses die gleiche. Dialogzeilen der Figuren über die Identität des Killers erlauben wie immer Raum zur Spekulation. Scream 7 verliert sich allerdings in seinem Versuch der narrativen Irreführung und Erwartungsunterlaufung des Publikums. Nicht zuletzt, weil die kreativen Möglichkeiten der unerwarteten Offenbarungen während der sechs vorangegangenen Filme bereits ausgereizt wurden, ist der Blick hinter die Maske am Ende eine große Enttäuschung.
Stab Up 7
Letzteres lässt sich von der Inszenierung nicht behaupten. Besonders bezüglich der Kills ließ man sich einiges durch den Kopf gehen. Kevin Williamson und sein Team liefern durch den Abstecher auf eine Theaterbühne einen der sehenswertesten Tode des Franchise. Aber auch in den weiteren Einstellungen steht Scream 7 mit seinen blutigen und gleichzeitig leicht überstilisierten Mordszenen dem Rest des Franchise in nichts nach. Schauspielerisch sind es Neve Campbell und Courteney Cox als Legacy-Charaktere und Comebackstars, die den Film maßgeblich tragen, wobei Isabel May grundsätzlich gut spielt. Das erweiterte Ensemble an Archetypen spielt von uninspiriert bis solide, vermittelt dabei jedoch zu keiner Zeit Charaktertiefe oder gar Final-Girl-Qualität.
OT: „Scream 7“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Kevin Williamson
Drehbuch: Guy Buswick, Kevin Williamson
Musik: Marco Beltrami
Kamera: Ramsey Nickell
Besetzung: Neve Campbell, Courteney Cox, Isabel May, Joel McHale, Mason Gooding, Jasmin Savoy Brown, Matthew Lillard, Anna Camp, Enthan Embry, Mckenna Grace, Asa Germann
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