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Paris Hilton [Interview]

Deutsche Version

Kaum einer Jugendlichen wurde Anfang der 2000er-Jahre so viel mediale Aufmerksamkeit zuteil wie Paris Hilton. In ihrem neuen musikalischen Dokumentarfilm Infinite Icon: A Visual Memoir, spricht das frühere It-Girl über ihren Karrierewandel, ihr schwieriges Verhältnis zu Presse und Paparazzi und ihre ganz persönliche Entwicklung. Zum weltweiten Kinostart am 30. Januar 2026 sprechen wir Paris und erhalten zusätzliche Einblicke in die persönliche Botschaft von Infinite Icon sowie in ihr Leben mit ADHS.

In deiner Doku beschreibst du, dass es sich angefühlt hat, als wäre dir deine Musikkarriere genommen worden, noch bevor sie richtig beginnen konnte. Als du später dein zweites Albumaufgenommen hast, fühlte es sich eher an wie ein endgültiger Schritt in das, was du immer wolltest, oder eher wie das Abschließen von etwas Unvollendetem?

Es fühlte sich einfach so an, als hätte ich endlich den Mut gefunden, meinen Träumen zu folgen. Seit ich ein kleines Mädchen war, wollte ich genau das machen. Aber in den frühen 2000er-Jahren waren die Medien so grausam zu jungen Frauen, und ich hatte das Gefühl, dass man der Musik nicht die Chance gegeben hat, die sie verdient hätte. Durch die enge Freundschaft mit Sia und dadurch, dass sie an mich geglaubt hat, habe ich auch selbst wieder mehr an mich geglaubt. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar, genauso wie für dieses Album und für all meine Fans.

Ich wollte diesen Film auch ganz bewusst als eine Art Liebesbrief an meine Fans machen, um ihnen zu zeigen, wie viel sie mir bedeuten. Sie sind der Grund, warum ich tue, was ich tue, und Musik ist etwas, das mich wirklich gerettet hat.

Du hast sehr offen über deine ADHS-Diagnose gesprochen und über diese innere Stimme, die dein Selbstbild verzerrt und dein Selbstwertgefühl untergraben hat, aber auch darüber, wie du gelernt hast, sie als etwas zu nutzen, das dich antreibt. Bist du heute an einem Punkt, an dem du mit echtem Stolz und Zufriedenheit auf deine Karriere blicken kannst?

Auf jeden Fall. Ich bin unglaublich stolz auf alles, was ich in meinem Leben erreicht habe und auf alles, was ich getan habe, vor allem darauf, meine Stimme zu nutzen, um etwas zu verändern. Mein ADHS sehe ich heute als meine Superkraft. Ich glaube nicht, dass ich ohne sie der Mensch wäre, der ich heute bin.

In meiner Karriere habe ich immer Risiken auf mich genommen, war kreativ und hatte tausend Ideen. Gleichzeitig erleben Menschen mit ADHS aber auch etwas, das sich RSD nennt, rejection sensitive dysphoria. Das bedeutet, dass wir extrem sensibel sind und diese Stimme im Hinterkopf haben, die manchmal sehr grausam und gemein zu uns selbst sein kann. Heute, wo ich so viel über ADHS weiß, möchte ich diese Botschaft weitergeben. Als junges Mädchen bin ich aufgewachsen, ohne zu verstehen, was mit mir los ist, und genau deshalb möchte ich meine Geschichte erzählen und anderen sagen, dass diese Stimme nicht die Wahrheit ist, sondern einfach ein Teil von ADHS.

Es gibt so viele großartige Seiten daran, und ich möchte, dass Menschen mit ADHS ganz sie selbst sein können. Diese Botschaft zu verbreiten, liegt mir sehr am Herzen.

Das war sehr aufschlussreich, gerade auch für jemanden, der das nicht persönlich erleben kann, aber trotzdem viel daraus mitnimmt. Dein Mann spricht sehr liebevoll über das Vermächtnis, das du seiner Meinung nach hinterlassen wirst, und darüber, wie er hofft, dass man sich einmal an dich erinnern wird. Wenn du auf deine eigene Geschichte blickst, was wünschst du dir, soll dein Vermächtnis sein?

Ich hoffe, dass mein Vermächtnis sein wird, dass ich meine Stimme genutzt habe, um für so viele Kinder, Frauen und Menschen auf der ganzen Welt einen Unterschied zu machen. Dass ich Liebe, Licht und Glück in das Leben vieler Menschen gebracht habe und dass ich in vielerlei Hinsicht eine Inspiration war.

Ich hoffe auch, dass mein Vermächtnis durch meine Kinder London und Phoenix weiterlebt und dadurch, dass ich sie zu unglaublichen Menschen erziehe, die voller Liebe sind. Ich möchte, dass sie sehen, dass ihre Mutter stark war, dass sie ihre Stimme genutzt hat und dass sie dafür gearbeitet hat, die Welt zu einem sichereren Ort für Kinder zu machen.

Zum Abschluss noch eine letzte Frage. Wenn du die Möglichkeit hättest, in die Vergangenheit zu reisen und mit deinem jüngeren Ich zu sprechen, würdest du das tun und was würdest du ihr sagen?

Das würde ich auf jeden Fall tun. Ich würde sagen, Paris, du wirst im Leben durch viele Dinge gehen, und manchmal wird es wirklich beängstigend sein und sehr weh tun. Es wird viele schmerzhafte Momente geben, aber eines Tages wird all das einen Sinn ergeben. Du wirst das Leben von Millionen von Menschen verändern. Eines Tages wirst du einen großartigen Ehemann haben, der dich sehr liebt, wunderschöne Kinder, und ihr werdet gemeinsam ein unglaubliches Leben aufbauen. Du wirst jemand sein, der die Welt zu einem besseren Ort macht. Sei stark und hab keine Angst davor, der Welt dein wahres Ich zu zeigen.

Vielen Dank für deine Zeit.

English version

Hardly any young woman received as much media attention in the early 2000s as Paris Hilton. In her new musical documentary „Infinite Icon: A Visual Memoir“, the former It girl reflects on her career transformation, her complicated relationship with the press and paparazzi, and her deeply personal development. Ahead of the worldwide theatrical release on January 30, 2026, we meet Paris and gain further insight into the personal message behind Infinite Icon as well as into her life with ADHD. 

In your documentary, you describe how it felt like your music career was taken from you before it ever truly began. When you returned to create your second album, did it feel like finally stepping into what you always wanted to do, or more like completing something unfinished?

It just felt like finally having the courage to follow my dreams. Ever since I was a little girl, this is what I’ve wanted to do. But in the early 2000s, the media was so cruel to young women, and I felt that people didn’t give the music the chance it deserved. Through becoming close with Sia and having her believe in me, it made me believe in myself even more. I’m just so grateful to her, to this album, and to all my fans.

I also really wanted to make this film as a love letter to all my fans, to let them know just how much they mean to me. They’re the reason I do what I do, and music is something that really saved me.

You’ve spoken very openly about your ADHD diagnosis and about the internal voice that distorted your self image and undermined your sense of worth, but also about how you learned to use it as something that drives you forward. Are you now in a place where you can look at your career with genuine pride and satisfaction?

Definitely. I’m so incredibly proud of everything I’ve accomplished in life and everything I’ve done, and of using my voice to make a difference. With my ADHD, I now see it as my superpower. I don’t think I’d be who I am today without it.

In my career, I’ve always taken risks, been creative, and had a million ideas. But people with ADHD also experience something called RSD, rejection sensitive dysphoria, where we’re extremely sensitive and have this voice in the back of our minds that can sometimes be very cruel to us. Now, knowing so much about ADHD, I want to spread that message to others. As a young girl growing up without understanding what it was, I want to tell people this story and let them know that voice is not true, it’s just part of ADHD.
There are so many great parts about it, and I want people to be their full selves with ADHD as well. That’s something I love spreading the word about.

That was very insightful, especially for someone who can’t personally relate but can still learn from it. Your husband speaks very lovingly about the legacy he believes you will leave behind and how he hopes people will remember you. When you reflect on your own story, what do you hope your legacy will be?

I hope my legacy will be that I used my voice to make a difference for so many children, women, and people around the world. That I brought love, light, and happiness into so many people’s lives, and that I was an inspiration in many ways.

I also hope my legacy lives on through my children, London and Phoenix, and through raising them to be incredible human beings filled with so much love. I want them to see that their mother was strong, that she used her voice, and that she worked to make the world a safer place for children.

To wrap things up, if you had the opportunity to go back and talk to your younger self, would you take it, and what would you tell her?

I would definitely do that. I would say, Paris, you’re going to go through a lot in life, and sometimes it’s going to be really scary and it’s going to hurt so much. There will be many painful moments, but one day it will all be worth it. You’re going to make a difference in millions of people’s lives. One day you’ll have an amazing husband who loves you so much, beautiful children, and you’ll create this incredible life together. You’re going to be someone who makes the world a better place. Be strong, and don’t be afraid to show the world the real you.

Thank you so much for your time.

Thank you so much. Happy Holidays.



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