
Nachdem sie nur knapp dem Angriff Kongs auf Skull Island entkommen sind, gelangen Cate (Anna Sawai), May (Kiersey Clemons), Kentaro (Ren Watabe) und Hiroshi (Takehiro Hira) an Bord eines Monarch-Schiffs. Während die Regierungsorganisation Kurs auf die USA nimmt, will vor allem Cate nichts lieber, als auf die Insel zurückzukehren, wo sie Shaw (Kurt Russell) zurücklassen mussten. Trotz der großen Gefahr, die von Skull Island und Kong ausgeht, kehren sie dorthin zurück – doch die Insel ist nicht mehr wie zuvor. Viel Zeit, um diese neue Situation zu analysieren, bleibt ihnen jedoch nicht, denn sie müssen Shaw aus der Hollow Earth befreien. Indem sie Shaws Rettung vorbereiten, legen sie zugleich den Grundstein für eine neue Titan-Bedrohung, die bald schon das Festland erreichen und einen neuen G-Day auslösen könnte.
Parallel dazu verfolgen wir Keikos (Mari Yamamoto), Bills (Anders Holm) und Shaws (Wyatt Russell) Expedition nach Südamerika. Auf den Spuren der Titanen gelangen sie in ein entlegenes Dorf, dessen Bewohner den Fremden mit Misstrauen begegnen. Als sie den Legenden über eine Kreatur nachgehen, die dem Dorf Wohlstand und reichen Fischfang beschert, erkennen sie zu spät, welcher Bedrohung sie tatsächlich auf die Spur gekommen sind.
Von Monstern und Menschen
Da die erste Staffel von Monarch: Legacy of Monsters das MonsterVerse um Godzilla und King Kong erweiterte, geht man in der zweiten Staffel der Serie einen Schritt weiter. Während in Godzilla (2014), Kong: Skull Island und zuletzt Godzilla x Kong: The New Empire vor allem die Titanen und ihre Kämpfe gegeneinander im Fokus standen, konzentriert sich Monarch stärker auf die Figuren und die Welt der Filme. Für Showrunner Chris Black zählt nach wie vor, wie die Menschen mit der Existenz der Titanen umgehen, ob sie mit ihnen leben können oder sie weiterhin bekämpfen wollen, wobei auch die Existenz der „Hollow Earth“ – wie in The New Empire gesehen – eine wichtige Rolle spielt. Dennoch hat auch die zweite Staffel von Monarch: Legacy of Monsters in jeder ihrer zehn Folgen reichlich Titanen-Action zu bieten, was bei den vielen Beziehungs- und Familiendramen der Serie bisweilen eine willkommene Abwechslung ist.
Anders als bei den Marvel-Serien ist Monarch: Legacy of Monsters nicht unbedingt notwendig, um die Filme zu verstehen. Das ist auch im Falle der zweiten Staffel Fluch und Segen. Auf der einen Seite sind einige der Erweiterungen bezüglich der Figuren sowie die erweiterte Sicht auf die Welt der Titanen durchaus interessant. Das Trauma und der Schock bei Charakteren wie Cate in der ersten Staffel sind in der zweiten Staffel dem Handeln gewichen, dem Erhalt der Familie und der Beziehungen, die einem wichtig sind. Das klingt nicht nur kitschig und abgedroschen – das ist es auch. Besonders in den ersten Folgen der zweiten Staffel hält sich die Serie an Handlungspunkten auf, die vergessenswerter nicht sein könnten. Später kommt dann mehr Action und Dynamik hinzu, doch ganz von diesen „plot points“ lassen die Drehbuchschreibenden dann doch nicht, was zu einer dramaturgisch sehr unausgegorenen Geschichte führt.
Man kann im Grunde sagen, dass Monarch: Legacy of Monsters so etwas wie ein Bonus ist. Fans der Filme werden das Wiedersehen mit den Titanen genauso faszinierend finden wie den Kampf Monarch gegen den Konzern Apex, der ganz eigene, profitorientierte Interessen verfolgt. Diese und andere lohnenswerte Handlungsstränge sind es, die Legacy of Monsters ausmachen, und man wünscht sich, dass die Showrunner den Fokus stärker auf diese Themen als auf die ewig gleichen Motive um Familie und Beziehung gelegt hätten, wie man sie aus dem Blockbuster-Kino kennt.
Miteinander leben
Wie bereits in der ersten Staffel ist die Frage nach der veränderten Wirklichkeit der wirklich interessante Ansatz der Serie. Während diese Idee in den Filmen viel zu kurz kommt, nimmt sich Monarch: Legacy of Monsters durchaus Zeit, um die verschiedenen Facetten einer Welt aufzugreifen, in der Titanen und Menschen leben. Die Geschichte verbindet diese Ansätze mit dem bereits erwähnten Konflikt zwischen Monarch und Apex, bei dem Forschungsinteresse und die Frage nach Koexistenz mit Profitgier und einer vermeintlich trügerischen Überlegenheit kollidieren. Als ein Titan das durch Godzillas Angriff nach wie vor stark angeschlagene San Francisco ansteuert, gewinnt dieser Ansatz mehr und mehr an Brisanz, wobei auch hier das Drehbuch auf die emotionalen Konflikte und Beziehungen der Figuren setzt, anstatt diesen weitaus faszinierenderen Konflikt zuzuspitzen.
Neben den Themen und Figuren, die man aus den Filmen wie auch der ersten Staffel kennt, stehen natürlich auch die Titanen selbst immer mal wieder im Mittelpunkt. Auch wenn die Schauwerte spärlicher gesät sind als in den Filmen und man weniger Kämpfe der Titanen sieht, erhält der Zuschauer dafür mehr Einsicht, etwa in die Welt von Skull Island, sowie einen Eindruck neuer Titanen, die in den Filmen wohl keinen Platz mehr fanden. Wie schon bei anderen Punkten frustriert es, zu sehen, dass die Serie ihre Ideen versteht, ihnen aber nicht vollends vertraut.
OT: „Monarch: Legacy of Monsters – Season 2“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Hiromi Kamata, Lawrence Trilling, Jeff King
Drehbuch: Chris Black, Andrew Colville, Kari DRake, Dan Dworkin, Mariko Tamaki, Joe Pokaski, Ralph Eggleston, Tanner Hansinger, Maria Melnik
Musik: Leopold Ross
Kamera: Ben Nott, Corey Robson, David Burr
Besetzung: Anna Sawai, Kiersey Clemons, Ren Watabe, Mari Yamamoto, Anders Holm, Joe Tippett, Kurt Russell, Wyatt Russell, Elisa Lasowski, Takehiro Hira
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