
Dezember 2008: Shane Hollander (Hudson Williams) gilt als eines der großen Eishockey-Talente Kanadas, als er seine Karriere bei dem Team Montreal Metros beginnt. Dabei läuft er immer wieder Ilya Rozanov (Connor Storrie) über den Weg, der für die konkurrierenden Boston Raiders spielt. Die ersten Begegnungen sind dabei ruppig, vor allem, weil Ilya sehr arrogant auftritt. Doch eines Tages merken sie, dass sie sich körperlich zueinander hingezogen fühlen und haben Sex. Es wird nicht das letzte Mal bleiben. Immer wieder treffen sich die beiden, müssen aber darauf achten, dass niemand etwas davon mitbekommt. Schließlich ist Homosexualität ein absolutes Tabuthema beim Eishockey. Das weiß auch Scott Hunter (François Arnaud), der Captain der New York Admirals, weswegen er seine Probleme damit hat, als er Gefühle für den Barista Christopher „Kip“ Grady (Robbie G.K) entwickelt …
Serien-Sensation aus Kanada
Kaum eine Serie dürfte in den letzten Monaten vergleichbar gehypt worden sein wie Heated Rivalry. Im Vorfeld hatte sie zwar niemand auf dem Schirm. Die Besetzung ist weitgehend unbekannt, gleiches gilt für den Serienschöpfer Jacob Tierney. Und auch wenn die zugrundeliegende Romanreihe Game Changers von Rachel Reid durchaus ihre Fans hat, weltweite Bestseller sind die Bücher nicht. In Deutschland sind sie bislang auch nicht erhältlich. Es ist nicht einmal so, dass die Geschichte so wahnsinnig spannend klang. Zwei Eishockeyspieler, die Gefühle füreinander entwickeln, diese aber nicht ausleben können? Das ist als Thema zwar nicht unwichtig, ließ aber eine dieser schmalzigen Herzkino-Romanzen befürchten. Und doch wurde die Serie zu einer Sensation, erst daheim, danach in den USA, jetzt auch hierzulande. In Russland, wo sie offiziell nicht erhältlich ist, führt sie die Liste der vom Publikum bestbewerteten Serien an.
Dabei ist die Geschichte, welche auf den ersten beiden Büchern basiert, tatsächlich nicht so wirklich erwähnenswert. Wir lernen zwei junge Männer kennen, die erst antagonistisch eingestellt sind, sich dann aber näherkommen. Ungewöhnlich ist allenfalls, dass beide sich anfangs nicht eingestehen wollen, dass sie tatsächliche Gefühle füreinander haben. Mehr als Sex soll es nicht sein, sagen sie zueinander, sagen sie zu sich selbst. Der Sex ist sicherlich auch einer der Punkte, der für Aufmerksamkeit sorgte. Heated Rivalry wird überraschend explizit, wenn in jeder der sechs Folgen die Hüllen fallen und man sich auf verschiedenste Weise befriedigt. Fürs Auge gibt es da einiges, zumal man für die Hauptpersonen wenig überraschend nur sehr gut aussehende Menschen engagierte. Selbst der Nicht-Sportler Kip könnte als Model durchgehen.
Unglaubliche Chemie
Was die Serie jedoch aus der Masse hervorstechen lässt, ist die Dynamik zwischen den Figuren und die Chemie zwischen den Schauspielern. So sind die gemeinsamen Szenen der Nachwuchsschauspieler Hudson Williams und Connor Storrie fast schon eine Klasse für sich, wenn sie zwischen Distanz und Nähe wechseln, in ihren Figuren so viel vorgeht, wofür sie nicht immer die notwendigen Worte finden. Wie sie sich begehren und doch nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen. Heated Rivalry hat auch zwei der bewegendsten Liebeserklärungen der letzten Zeit – eine tragische und eine befreiende. Allerdings wird dabei auch dick aufgetragen. Dass die erste der beiden besagten Szenen derart mit Musik überladen wird, hätte es nicht gebraucht, schadet mehr, als dass es nutzt.
Es gibt auch andere Punkte, die man kritisieren könnte. Dass die erste Staffel auf zwei Büchern basiert, die eigenständige Geschichten erzählt, merkt man. So ist der zweite romantische Strang rund um Scott und Kip wie ein Fremdkörper, trotz einer gemeinsamen Schlüsselszene. Schade ist zudem, wie ungleich Heated Rivalry die Figuren behandelt. Da gibt es doch einige, über die man gern mehr erfahren hätte, die aber letztendlich nicht mehr sind als Stichwortgeber. Aber damit lässt sich leben. Wer ein Wohlfühldrama sehen möchte, das ernste Themen anspricht, gleichzeitig aber auch hoffnungsvoll stimmt, ist hier an einer guten Adresse. Ob die Serie diesen Ausnahmestatus wirklich verdient, darüber lässt sich streiten. Sehenswert ist sie allemal.
OT: „Heated Rivalry“
Land: Kanada
Jahr: 2025
Regie: Jacob Tierney
Drehbuch: Jacob Tierney
Vorlage: Rachel Reid
Musik: Peter Peter
Kamera: Jackson Parell
Besetzung: Hudson Williams, Connor Storrie, François Arnaud, Robbie G.K., Christina Chang, Dylan Walsh
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