
Karla (Katharina Schüttler) und Martin Seewald (Hans Löw) haben einen Traum: Sie wollen für sich und die beiden Kinder Mats (Arne Wichert) und Finja (Lili Ray) ein Haus im Grünen kaufen. Sehr hoch ist das Budget der beiden nicht, weshalb sie Abstriche machen müssen. Aber sie haben Glück: Bei einer Zwangsversteigerung eines halbfertigen Hauses erhalten sie den Zuschlag. An diesem muss zwar einiges getan werden. Aber Martin ist bereit, vieles selbst zu erledigen. Ganz so einfach wie gedacht ist das nicht, wie sie bald herausfinden. Nicht nur, dass an dem Haus doch sehr viel mehr gemacht werden muss, als sie vorher einkalkuliert hatten. Auch die Nachbarschaft ist nicht einfach: Lisbeth (Angela Winkler) verlässt ihr Haus nie, Rufus (Peter Franke) wird mit seinen Ziegen zu einem echten Ärgernis …
Komödie ohne Spaß
Sie gehören fest zu unserem Leben, obwohl wir selbst keinen Einfluss darauf haben: Nachbarn und Nachbarinnen. Während wir unsere Freundschaften selbst aussuchen können und die Familie zumindest meiden können, wenn es zu schlimm wird, sind wir meisten denjenigen ausgeliefert, die nebenan wohnen. Kein Wunder also, dass es immer wieder Komödien gibt, in denen die Hauptfiguren mit besonderen Leuten zu kämpfen haben, siehe etwa Meine teuflischen Nachbarn (1989), Bad Neighbors (2014) oder Prange – Man ist ja Nachbar (2025). Und auch beim deutschen Fernsehfilm Hausbau mit Hindernissen spielt das Thema Nachbarschaft eine große Rolle, wenn es die Familie in ihrem neuen Zuhause mit eigenwilligen Menschen nebenan zu tun bekommt.
Wobei diese nur teilweise für die Komik genutzt werden. So gibt es bei Rufus immer wieder Reibungen, wenn der Grantler der Familie deutlich zu verstehen gibt, dass er sie nicht dort haben will. Das soll das komisch sein, ebenso die Ziegen. So richtig klappt das aber nicht. Ähnliches gilt für die diversen Missgeschicke rund um das Haus, wo einfach ständig etwas schiefgeht. Man nimmt an diesen Stellen Hausbau mit Hindernissen zwar durchaus ab, dass sie lustig sein sollen. Sie sind es aber nicht wirklich. Über weite Strecken ist der Film dann auch eher langweilig, manchmal auch etwas anstrengend. Trotz des namhaften und talentierten Ensembles ist die ARD-Produktion recht mäßig, macht einfach nicht so viel Spaß, wie es angedacht war.
Bewegende Enhüllungen
Besser wird es im späteren Verlauf, wenn der Film etwas genauer hinschaut und die beiden Sonderlinge aus der Nachbarschaft vorstellt. Auf diese Weise erfährt man mehr über sie, erfährt, warum sie sich so verhalten. Sowohl die Feindseligkeit von Rufus wie auch die Isolation von Lisbeth haben Gründe. Und es sind überraschend traurige Gründe: Hausbau mit Hindernissen geht dabei schon ziemlich stark in Richtung Drama. Dabei ist der Film glücklicherweise zurückhaltend umgesetzt. Man mag es etwas leiser, was dem Ganzen doch guttut. Und selbst bei der obligatorischen Annäherung der Streithähne nimmt sich der sonst eher im Krimigenre heimische Regisseur Till Franzen zurück. Der große Kitsch bleibt einem erspart.
Insgesamt ist der Film dadurch schon brauchbar geworden. Wer auf der Suche nach einem Film ist, der eine Mischung aus Konfliktkomik und menschlichen Momenten anbietet, kann es daher mit Hausbau mit Hindernissen versuchen. Die versöhnliche Note, wenn sich am Ende alle gegenseitig beistehen und durch Schwierigkeiten helfen, lässt einen wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Der Umzug hat da schon eine deutliche Wohlfühlkomponente zur Folge. Dennoch, aufgrund der eher schwachen Komik kommt das hier nicht über Mittelmaß hinaus. Eigentlich sind es nur die Nebengeschichten, die einen wirklichen Blick rechtfertigen. Die Haupthandlung trägt da zu wenig.
OT: „Hausbau mit Hindernissen“
Land: Deutschland
Jahr: 2017
Regie: Till Franzen
Drehbuch: Sarah Eßer
Musik: Jakob Ilja
Kamera: Timo Moritz
Besetzung: Katharina Schüttler, Hans Löw, Angela Winkler, Peter Franke, Lilli Ray, Arne Wichert
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