
Der Schock ist groß bei Hauptkommissarin Anna Grünwald (Lisa Schützenberger) und ihren Kollegen Kevin Ganslinger (Franz Josef Danner), als sie die Leiche des jungen Mannes inspizieren. Denn der wurde kopfüber gekreuzigt am Mast eines Segelbootes gefunden. Wer könnte das nur getan haben? Und aus welchem Grund? Der Vater des Opfers, der Landtagsabgeordnete Peter Aidbichler (Gregor Bloéb), drängt die Polizei, dass auch der Kriminalpsychologe Thomas Meiberger (Fritz Karl) bei den Ermittlungen beteiligt ist – sehr zum Missfallen von Grünwald. Zu dritt nehmen sie das Umfeld des Toten unter die Lupe und stellen dabei fest, dass dieser ein geheimes Leben führte. Doch dabei drängt die Zeit, denn es wird nicht bei dieser einen Leiche bleiben …
Filmischer Neustart einer Krimiserie
An Krimireihen mangelt es im deutschen Fernsehen nun wirklich nicht, gerade die öffentlich-rechtlichen Sender sind da sehr umtriebig. Obwohl es bereits zahlreiche etablierte Titel gibt, ist man aber immer wieder auf der Suche nach weiteren potenziellen Genrebeiträgen. Vor allem Das Erste war da in den letzten Monaten sehr hinterher. Mit Schattenmord: Unter Feinden, Hagen Benz: Das Böse in Dir und Im Namen der Wahrheit: Traue Niemandem kamen gleich mehrere Filme heraus, die als Auftakt für neue Reihen dienen sollen. Mit Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee steht nun die nächste Pilotfolge an. Wobei es hierbei streng genommen um eine Art Reboot handelt. Genauer basiert der Film auf der österreichischen Serie Meiberger – Im Kopf des Täters, die es auf drei Staffeln brachte und 2021 mit Meiberger – Mörderisches Klassentreffen einen ersten Film erhielt. Danach wurde die Serie eingestellt – bis sie auch dank der ARD fortgesetzt wird.
Wobei sich Fans darauf einstellen müssen, dass da einiges geändert wurde. Geblieben ist der Protagonist Meiberger, der als Psychologe Fälle untersucht. Auch Kevin Ganslinger war beim Original bereits dabei. Ansonsten wurden aber lauter neue Figuren eingeführt. Vorkenntnisse braucht es dann auch eher nicht, man kommt ohne diese rein. Warum der Psychologe unbedingt dabei sein muss, wird nicht erklärt. Der Vater des Toten besteht darauf, das muss dann reichen. Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee setzt im Anschluss auf das übliche Kompetenzgerangel, wenn die Kommissarin den Eindringling nicht dabei haben möchte. Der ist aber ebenso bockig und macht andauernd Alleingänge. Das nervt nicht nur die Polizistin, die Figuren sind auch für das Publikum anstrengend, wenn sie nicht gerade langweilig sind. Das macht dann nicht unbedingt Lust darauf, noch mehr Filme mit ihnen zu sehen.
Willkürlich
Der Fall an sich ist dabei solide. Anfangs ist das Rätselraten groß, was da genau vorgefallen ist – und aus welchem Grund. Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee ist ein klassischer Whodunit, bei dem herausgefunden werden muss, wer ein Verbrechen begangen hat. Hinzu kommt aber auch die sonderbare Inszenierung des Toten. Warum wurde dieser kopfüber an einem Kreuz aufgehängt? Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine religiös motivierte Geschichte handelt. Stattdessen schneidet der Film eine Reihe weiterer Themen an, von denen einige auch gesellschaftlicher Natur sind, ohne dass dies in einem klaren Zusammenhang steht. Teilweise ist das schon ziemlich beliebig.
Und das gilt dann auch für die Auflösung. Nicht nur, dass die Erkenntnis, wer hinter allem steckt, sehr plötzlich da ist, ohne dass viel dafür getan wurde – man streitet sich lieber, als einfach mal zu arbeiten. Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee tut auch nichts dafür, dass das Publikum selbst auf die richtige Antwort kommen kann. Einen guten Krimi zeichnet aus, dass regelmäßig Hinweise geliefert werden, selbst wenn diese anfangs nicht verstanden werden. Hier verzichtet man völlig darauf, erst zum Schluss werden dann notwendige Informationen geteilt, die dann nicht einmal wirklich überzeugen. Natürlich ist die österreichisch-deutsche Produktion nicht die einzige, die sich nicht darum schert, das Publikum einzubeziehen. Zusammen mit den nervigen Figuren ist das dann aber einfach nicht genug. Nächste Woche geht es in Am seidenen Faden um eine Mordserie, bei der Marionetten zurückgelassen werden.
OT: „Meiberger: Tod am See“
Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Till Franzen
Drehbuch: Till Franzen, Fritz Karl
Musik: Manfred Plessl
Kamera: Matthias Pötsch
Besetzung: Fritz Karl, Lisa Schützenberger, Franz Josef Danner, Anna Loos, Peter Lohmeyer, Tanja Raunig, Lino Gaier, Nina Proll, Gregor Bloéb, Monica Anna Cammerlander, Carl Achleitner, Edi Jäger, Christian Himmelbauer, Sibylle Kos
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)












