
Der Schock ist groß, als Fabian Pongratz (Ben Münchow), Vorstand des Naturbundes, das Paket öffnet und darin den abgetrennten Kopf eines Wolfs findet. Polizistin Daphne Meindl (Philine Schmölzer) geht davon aus, dass es sich dabei um eine Morddrohung handelt. Schließlich hat das Thema Wolf zu hitzigen Debatten geführt, bei denen sich Naturschützer und Bauern unversöhnlich gegenüberstehen. Kurze Zeit später wird Pongratz tot aufgefunden, weshalb es naheliegt, dass es zwischen dem grausigen Fund und dem Mord eine Verbindung gibt. Meindls Vorgängerin Ira Zach (Lavinia Wilson), die den Polizeidienst quittiert hat und seitdem im Baumarkt arbeitet, meldet sich daraufhin bei ihr und bietet ihr an, sie bei den Ermittlungen zu unterstützen. Denn da gibt es nicht wenige Leute, die mit dem Toten in Konflikten waren …
Auftakt einer neuen Krimireihe
Eigentlich sollte man ja meinen, dass es im deutschen Fernsehen bereits mehr als genug Krimireihen gibt. Da ist ja kaum ein Tag, an dem nicht eine von diesen auf einem der öffentlich-rechtlichen Sender läuft. Letztere scheinen das aber anders zu sehen und starten deshalb in regelmäßigen Abständen weitere Versuchsballons, aus denen dann im Idealfall eine mehrjährige Geschichte wird. Diese Woche gibt es gleich zwei solcher Pilotfolgen, deren Titel sich schon frappierend ähneln. Auffällig ist bei beiden zudem, dass es sich jeweils um deutsch-österreichische Coproduktionen handelt. Den Auftakt machte die ARD mit Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee, ein Reboot der Serie Meiberger – Im Kopf des Täters, wo ein junger Mann tot kopfüber an einem Kreuz aufgehängt gefunden wird. Nun zieht das ZDF mit Der Garmisch-Krimi: Wolfsmord nach.
Man kann sich darüber streiten, ob es nicht etwas ungünstig ist, die beiden Filme in so kurzer Zeit auszustrahlen. Zumal es noch andere Parallelen gibt. So arbeiten die zwei jeweils ausgiebig mit einem ländlichen Setting und betonen dabei vor allem die Wald-Gegenden. Und es gibt jeweils eine Hauptfigur, die nicht zur Polizei gehört, sich dennoch in die Ermittlungen einbringt. Immerhin: Bei Der Garmisch-Krimi: Wolfsmord ist das nicht so nervig wie beim Kollegen, weil bei diesem Aufeinandertreffen von Anfang an auf Kooperation gesetzt wird, anstatt für jeden (Nicht-)Anlass einen Streit provozieren zu wollen. Außerdem ist es irgendwie originell, dass die Ex-Polizistin nun in einem Baumarkt arbeitet. Das wird zwar nicht so wirklich für den Inhalt genutzt, weshalb das etwas willkürlich ist. Aber es ist doch mal etwas anderes.
Schön langweilig
Ansonsten sind die Figuren aber nicht sonderlich spannend geworden. Weder haben sie irgendwelche interessanten Vorgeschichten vorzuweisen, noch verfügen sie über nennenswerte markante Charakterzüge. Daran kann auch das Ensemble nichts ändern, in dem sich einige bekannte Gesichter entdecken lassen. Da bleibt in Der Garmisch-Krimi: Wolfsmord niemand wirklich in Erinnerung. Dabei hat man zum Ende hin durchaus versucht, die Geschichte etwas persönlicher zu machen, wenn es um etwaige Verstrickungen geht. Viel gebracht hat das aber nicht. Eigentlich versuchen gerade solche ländlich geprägten Krimis mit größerem Heimfaktor, sich durch die Figuren hervorzuheben. Dass man hier darauf verzichtete, ist zwar nicht per se ein Manko, man darf das auch alles anders lösen, abseits von Klischees.
Nur fehlt eben auch sonst etwas, wofür es sich einzuschalten lohnt. Sicher, da sind mal wieder die Aufnahmen. Viele deutsche Krimis haben in der Hinsicht einiges zu bieten, locken mit viel Natur und idyllischen Landschaften. Die Geschichte um den Wolf ist jedoch nicht wirklich spannend. Klar ist dieser ein emotionales Thema. Aber eben eins, das immer wieder in Krimis aufgegriffen wird, zuletzt etwa in Tatort: Gefahrengebiet. Und auch sonst ist Der Garmisch-Krimi: Wolfsmord ein ziemlicher Langweiler geworden. Richtig viel falsch ist hier zwar nicht. Aber um sich in einem derart überlaufenen Feld wie dem deutschen Fernsehkrimi behaupten zu wollen, hätte es doch mehr gebraucht als das.
OT: „Der Garmisch-Krimi: Wolfsmord“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2026
Regie: Saralisa Volm
Drehbuch: Leona Stahlmann, Niklas Hoffmann
Musik: Malakoff Kowalski
Kamera: Roland Stuprich
Besetzung: Lavinia Wilson, Philine Schmölzer, Michael Kranz, Harald Windisch, Marcel Mohab, Max von Thun, Sophie Borchhardt, Johanna Bittenbinder, Ben Münchow, Edita Malovčić
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