
Günther Kuballa (Armin Rohde) und Wolfgang Krettek (Ludger Pistor) sind seit Jahren beste Freunde, die alles miteinander teilen. Nur eines nicht: Geld. Denn das haben sie nicht. Als die beiden mal wieder in Finanznöte geraten und die Sache mit der Schnitzelbude nicht funktioniert hat, brauchen sie eine Idee. Warum nicht einfach ihr legendäres Schnitzelpanaden-Rezept zu Geld machen? Damit sollten sie ein hübsches Sümmchen machen können. Während die beiden ihren Träumen nachjagen und dabei diverse Hindernisse überwinden müssen, taucht auch im Privaten ein Problem auf. So steht plötzlich Ta (Purnima Grätz) vor Wolfgang und behauptet, seine Tochter zu sein, das Ergebnis einer lang zurückliegenden Samenspende – wovon seine Frau Karin (Therese Hämer) nichts wissen darf …
Nachschlag für Komödien-Fans
Kaum ein Essen dürfte sich in Deutschland einer ähnlich großen Beliebtheit erfreuen wie das panierte Schnitzel. Da verwundert es dann auch nicht wirklich, dass die ARD-Komödienreihe mit dem Titel Schnitzel ein Millionenpublikum anlockt. Und das schon ziemlich lange: Los ging es 2010 mit Ein Schnitzel für drei, seither folgt alle paar Jahre ein neuer Film. Zuletzt wurde im Dezember 2022 Das Weihnachtsschnitzel ausgestrahlt, damals ging es um die Jagd auf einen diebischen Weihnachtsmann. Etwas mehr als drei Jahre später gibt es mit Das Millionenschnitzel Nachschlag, die beiden Freunde erleben ein weiteres Abenteuer und stürzen dabei wie schon bei den letzten Malen ins Chaos. Denn das ist mittlerweile etabliert: Der Film ist der bislang sechste Teil der Reihe.
Wer die vorherigen Filme gesehen hat, weiß daher schon ziemlich genau, was einen hier erwartet. Im Mittelpunkt stehen zwei Männer, die sicherlich das Herz am rechten Fleck haben und denen es auch nicht an Träumen fehlt. Sie schmieden ständig irgendwelche Pläne. Sie sind nur nicht so besonders gut darin, weil ihnen auch die notwendige Spur Realismus fehlt. Das kann man dann charmant finden oder etwas anstrengend, auch weil die zwei nie so wirklich dazulernen. Bei Das Millionenschnitzel hat man wieder das Gefühl, dass die Protagonisten in ihrer Entwicklung stehengeblieben sind. Insofern ist es gut, dass die Reihe nur alle paar Jahre fortgesetzt wird, auf Dauer und mit häufigeren Filmen wäre da einfach zu wenig Abwechslung drin.
Nicht ambitioniert, aber amüsant
So aber darf man sich noch einmal darüber amüsieren, wie ein simples Panadenrezept die Antwort auf alle Fragen ist. Dazu wird dann auch das Fernsehen eingespannt, wenn es im Laufe des Films dorthin geht. Zwar nutzt Das Millionenschnitzel das satirische Potenzial nicht ganz aus, wenn die zwei in der von Showmoderator Konnowski (Stephan Luca) geleiteten Sendung „Arena“ auftreten. In der Hinsicht wäre doch noch mehr drin gewesen. Aber es ist schon ganz witzig, wie sich lauter erwachsene Menschen zu Idioten machen und das niemand zu merken scheint. Wobei der Film die Protagonisten nicht vorführt, sondern sie als das zeigt, was sie sind: liebenswerte Chaoten, die zwar immer wieder Mist bauen, denen man aber nicht wirklich böse sein kann.
Ergänzt wird das Duo diesmal von der jungen Ta. Die Geschichte um eine lang zurückliegende Samenspende ist zwar konstruiert. Realismus erwartet man bei diesen Filmen aber sowieso nicht, dafür sind sie immer zu überzeichnet. Der Neuzugang bringt zudem frischen Wind in die Reihe, sie tritt mit Selbstbewusstsein auf und wirbelt damit die alten Männer durch. Inhaltlich ist das zwar vielleicht nicht so wirklich ambitioniert. Aber es funktioniert, auch beim sechsten Auftritt der beiden Freunde darf man Spaß haben – nicht zuletzt wegen des Ensembles. Das Millionenschnitzel ist im Vergleich zu vielen Komödien der öffentlich-rechtlichen Sender auch witzig genug, um sich diese Kategorie zu verdienen. Lauthals gelacht wird zwar weniger, geschmunzelt aber schon.
OT: „Das Millionenschnitzel“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Wolfgang Murnberger
Drehbuch: Gabriele Graf, Katja Kittendorf
Musik: Stefan Bernheimer, Markus Gartner
Kamera: Peter von Haller
Besetzung: Armin Rohde, Ludger Pistor, Therese Hämer, Cristina do Rego, Purnima Grätz, Inga Busch, Stephan Luca, Luise Berndt
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