
Der Schock ist groß, als der Leipziger Top-Chirurg Thomas Kantor tot in seinem Auto gefunden wird – umso mehr, als sich herausstellt, dass es Mord war. Aber warum sollte ihn jemand töten wollen? Ina Zimmermann (Melanie Marschke) und ihr Team gehen der Sache nach und stellen dabei fest, dass der Mann sich viele Feinde gemacht hat. Sein Narzissmus war für viele eine Belastung, allen voran seine Ex-Frau Antonia (Liza Tzschirner), mit der er über das Sorgerecht der Kinder stritt und die er auch bei der Arbeit unterdrückte. Eine wichtige Rolle kommt dabei Familienrichterin Jennifer Arndt (Rosa Falkenhagen), die in diesem Fall zu entscheiden hatte …
Für sexuelle Selbstbestimmung
Fans von SOKO Leipzig werden gerade ziemlich ausgiebig bedient. So lief letzte Woche die umstrittene spielfilmlange Folge Kowalski, in der der gleichnamige ehemalige Kollege auf einmal wieder da ist und in eine finstere Geschichte hineingezogen wird. Nach dem sehr umfangreichen Spezialfall geht es jetzt zwar wieder normal weiter, die nächsten Episoden sind wieder wie gewohnt 45 Minuten lang. Dafür gibt es gleich zwei hintereinander: Erst wird In den Augen der Anderen ausgestrahlt, es ist die 14. von 26 geplanten Episoden der aktuellen 26. Staffel. Direkt im Anschluss gibt es Dreamer um einen Influencer, der in einer Unterführung erstochen wird.
Ähnlich kontrovers wie vergangene Woche, als es um die Reizthemen linker Ökoaktivismus und rechte Reichsbürger ging, wird es diese Woche nicht. Das heißt aber nicht, dass man ganz auf gesellschaftliche Themen verzichtet. So geht es in SOKO Leipzig: In den Augen der Anderen zwischenzeitlich darum, dass eine Richterin dafür geächtet wird, ihre Sexualität auszuleben. Die Serie bricht dabei eine Lanze für Selbstbestimmung und gegen Sexismus. Sonderlich subtil ist man dabei nicht, aber das ist man von dieser Serie ja gewohnt. Da wird dann oft ein bisschen plump für das Gute gekämpft, was dann regelmäßig zu wütenden Reaktionen führt. Hier ist das etwas weniger aufdringlich, als man es zuweilen gesehen hat. Dafür hat man für den narzisstischen Top-Chirurg wieder kräftig in die Klischeekiste gegriffen.
Brauchbar
Der Kriminalfall an sich ist wenig erwähnenswert. Auch wenn man sich in der Folge mal vergleichsweise wenig mit irgendwelchen privaten Geschichten aufhält, von einem überflüssigen Essen mal abgesehen, sind 45 Minuten nun einmal nicht viel Zeit, um etwas Komplexes aufzubauen. Es gibt da einfach nicht so viele Möglichkeiten, was geschehen ist. Wobei SOKO Leipzig: In den Augen der Anderen schon eine tragische Komponente hat. Wer eine solche mag, kann es hiermit versuchen. Insgesamt ist die Episode schon ganz brauchbar geworden, nichts, worüber man sich ärgern müsste. Aber es gab schon interessantere im Laufe der Zeit.
OT: „SOKO Leipzig: In den Augen der Anderen“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Sven Fehrensen
Drehbuch: Julia Meimberg, Kristin Schade
Musik: George Kochbeck
Kamera: Henning Jessel
Besetzung: Melanie Marschke, Marco Girnth, Amy Mußul, Johannes Hendrik Langer, Daniel Steiner, Anna Stieblich, Rosa Falkenhagen, Liza Tzschirner, Sebastian Griegel
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