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© ARD Degeto Film/NDR/Frizzi Kurkhaus

Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit

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„Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit“ // Deutschland-Start: 8. Januar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als die Polizistin Nina Hagen (Cordelia Wege) hört, dass der Mörder Werner Roth (André M. Hennicke) aus dem Gefängnis entkommen ist, hat das für sie auch eine persönliche Bedeutung. Schließlich war er ein guter Freund der Familie, bevor er brutal einen Geldtransporter überfiel und seinen Komplizen tötete. Drei Jahre ist das inzwischen her, aber Hagen hat noch immer nicht akzeptiert, dass der ihr so vertraute Mann das getan haben könnte. Während die Fahndung auf Hochtouren läuft, beginnt sie, mit ihren Kollegen Tim Engelmann (David Bredin) und Felix Bittner (Franz Dinda) in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen – und damit auch in der ihrer eigenen Familie …

Weniger Humor als beim Auftakt

In den letzten Jahren hat man bei der ARD begonnen, den ohnehin schon gut gefüllten Krimikader noch erweitern zu wollen. Da wurden zahlreiche Filme zur Hauptsendezeit gezeigt, bei denen klar ist, dass sie auf ein serielles Erzählen ausgerichtet sind. Ein Beispiel hierfür ist Nord bei Nordost, das im Oktober 2024 mit der ersten Folge Westend an den Start ging. Der Krimi verband Humor mit aktuellen Themen, einer ungewöhnlichen Figurenkonstellation sowie einem Setting am Gewässer. Das kam zwar nicht bei allen gut an, rund sechs Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen waren aber mehr als genug, um weitere Filme zu rechtfertigen. Und so gibt es rund 15 Monate später mit Jagd in die Vergangenheit einen zweiten Teil.

Grundsätzlich hielt man sich dabei an das Konzept des Erstlings. Allerdings wurde der Humor reduziert, was sehr schade ist. Nicht nur, dass das Szenario um die zu streichende Planstelle keine Rolle mehr spielt. Auch bei den Figuren ist da weniger zu holen. Am ehesten dient noch die spontane Schulhofprügelei der beiden Polizisten für Erheiterung, selbst wenn man sich darüber streiten kann, ob das so passend ist. Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit macht zumindest bei der Dynamik innerhalb des Teams einiges anders, was dabei hilft, der Reihe eine eigene Identität zu geben. Allerdings wäre da doch mehr möglich gewesen, da war der Auftakt noch ein Stück unterhaltsamer. Schon beim zweiten Teil bei der Stärke so abzubauen, stimmt nicht hoffnungsvoll.

Zu viel persönliches Drama

Offensichtlich ist man der Ansicht, dass die Reihe doch ernster werden soll. Zumindest dieser Film hier ist sehr dramatisch, wenn wir nach und nach mehr über den flüchtigen Sträfling erfahren. Vor allem erfahren wir aber auch mehr über die Protagonistin und deren Familie. Wer ein Problem damit hat, dass in Krimis persönliche Bezüge der ermittelnden Hauptfiguren hergestellt werden, braucht es mit Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit gar nicht erst zu versuchen. Denn hier wird es fast nur persönlich. Und eben dramatisch, manche Ideen würde man eher in einer Seifenoper vermuten. Das kann man dann ganz ergreifend finden, zumal Hagen einiges schlucken muss. Oder eben ärgerlich, wenn der Film dadurch austauschbarer wird. Man kann Figurenzeichnung auch anderweitig betreiben.

Die Geschichte selbst ist auch nicht so wahnsinnig spannend geworden. Natürlich will man schon wissen, was es mit dem Überfall wirklich auf sich hatte. Dass da noch mehr dran war, das ist schließlich klar, sonst würde es diesen Krimi nicht geben. Wie schon der Vorgänger auch verrät Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit aber relativ früh, in welche Richtung das alles geht. Wer gern rätselt, wird hiermit daher weniger glücklich werden. Stattdessen gibt es mehrfach Thrillerelemente, es wird zuweilen auch actionreich. Diese Szenen sind zwar schon passabel, aber nicht ausreichend, um wirklich Nervenkitzel zu erzeugen. Insgesamt ist der Krimi dann auch leider eher langweilig geworden. Es wäre dem Ensemble zu wünschen, dass es bei einem dritten Teil wieder etwas Interessanteres bekommt und dieser mehr Spaß macht, als es hier der Fall ist.

Credits

OT: „Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Aelrun Goette
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt
Musik: Daniel Hoffknecht
Kamera: Axel Schneppat
Besetzung: Cordelia Wege, David Bredin, Franz Dinda, André M. Hennicke, Mélanie Fouché, Lasse Myhr, Matthias Lier, Heike Hanold-Lynch

Bilder

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Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit
fazit
In „Nord bei Nordost: Jagd in die Vergangenheit“ bricht ein verurteilter Mörder aus, was die Polizistin auch privat betrifft. Der Humor des Vorgängers wurde reduziert, dafür gibt es Seifenoperdrama und viele persönliche Bezüge. Das ist schade, zumal auch die Geschichte an sich nicht übermäßig interessant geworden ist.
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