
Als Sergeant Barbara Havers (Sofia Barclay) den 17-jährigen Taschendieb Kimmo Thorne (Hector Hewer) schnappt, nach einer Vernehmung jedoch laufen lässt, bereut sie dies. Schließlich wird der Jugendliche am nächsten Tag tot aufgefunden: Jemand hat ihn gefoltert, erstochen und anschließend neben Mülltonnen abgelegt. Wer könnte nur eine so grausame Tat verübt haben? Thomas Lynley (Leo Suter) vermutet einen Schuldigen im Drogenmilieu und ermittelt gemeinsam mit Havers – gegen den Willen seines Chefs Brian Nies (Daniel Mays). Eine Spur führt dabei zu Reverend Ulrike Karlsson (Sara Powell), die sich für Drogenabhängige einsetzt. Dabei drängt die Zeit, denn es bleibt nicht bei diesem einen Mordfall …
Abschluss der ersten Staffel
Alles hat ein Ende, auch die erste Staffel von Inspector Lynley & Sergeant Havers. Basierend auf den gleichnamigen Roman von Elizabeth George erzählt die Reihe von zwei sehr unterschiedlichen Menschen, die als Polizeiduo die unterschiedlichsten Fälle lösen müssen. Zum Auftakt ging es bei Wer die Wahrheit sucht um einen Kunstsammler, der erschlagen wurde. Danach musste in Dem Tode geweiht die verschwundene Mitarbeiterin eines Immobilienmaklers gefunden werden. Der dritte Film Blutrote Sünde drehte sich um den Mord an einem jungen Kajaklehrer, was eine gleichermaßen düstere wie tragische Familiengeschichte enthüllt. Mit Wo kein Zeuge ist kommt nun der vierte und damit letzte Teil der ersten Staffel.
Wer die vorherigen Filme gesehen hat, weiß inzwischen, was man hier erwarten kann. So handelt es sich bei diesen Adaptionen um recht klassische Genrevertreter, bei denen zu Beginn ein Verbrechen entdeckt und anschließend aufgeklärt werden muss. Die Reihe hebt sich ein wenig durch die Kontraste zwischen den beiden Hauptfiguren hervor, wenn ein Adliger und eine Gewöhnliche zusammenarbeiten. Das wurde aber im Laufe der ersten Staffel immer weiter reduziert. Tatsächlich ist Inspector Lynley & Sergeant Havers: Wo kein Zeuge ist recht versöhnlich, auch weil die beiden eine Gemeinsamkeit entdecken. Dafür nervt erneut der Chef mit seiner unnötig herablassenden und konfrontativen Art. Dem Film bringt das relativ wenig.
Mehr Spannung, weniger Tragik
Was dieses Mal etwas fehlt, ist der dramatische Aspekt. Zwar wird ein solcher bei den beiden Hauptfiguren gebracht, um die Annäherung zu forcieren. Aber das ist schon reichlich plump und zu konstruiert, um Wirkung zu zeigen. Ansonsten ist Inspector Lynley & Sergeant Havers: Wo kein Zeuge ist in der Hinsicht aber wenig ergiebig. Die bisherigen Teile hatten zwar inhaltlich alle ihre Schwächen. Die persönlichen Geschichten blieben aber in Erinnerung, als wir mehr über die Menschen und ihre Schicksale erfuhren. Hier ist das anders. So ist die Aufklärung, wer hinter den Morden steckt und was damit beabsichtigt wurde, ziemlich ernüchternd. Weder die Figuren noch die Lösung selbst sind interessant oder gehen einem zu Herzen.
Dafür ist der Kriminalfall besser geworden. So gibt es hier zumindest überraschende, irgendwie perfide Wendungen. Außerdem ist es natürlich schon mit einer gewissen Spannung verbunden, wenn da jemand herumläuft, Menschen entführt, sie anschließend foltert und am Ende tötet. Gerade, als sich herausstellt, wie der genaue Ablauf war, darf es einem eiskalt den Rücken hinunterlaufen. Zwischendurch bewegt sich der Film auch stärker in eine Thrillerrichtung, wenn es darum geht, einen weiteren Mord zu verhindern. Wie schon die ersten drei Filme ist Inspector Lynley & Sergeant Havers: Wo kein Zeuge ist in der Summe so ein durchschnittlicher Genrevertreter. Das kann man sich durchaus anschauen. Bislang fehlt aber ein überzeugendes Argument, warum weitere Teile gedreht werden müssten.
OT: „Lynley: With No One as a Witness“
Land: Irland, UK
Jahr: 2025
Regie: Edward Bazalgette
Drehbuch: Steve Thompson
Vorlage: Elizabeth George
Musik: Paul Englishby
Kamera: Peter Robertson
Besetzung: Leo Suter, Sofia Barclay, Niamh Walsh, Michael Workéyè, Daniel Mays, James Northcote, Sara Powell, Holli Dempsey, Tobie Donovan, Spike Leighton, Adrian Wheeler, Nisha Nayar
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