
Der Schock ist groß, als die Leiche der ehemaligen Lektorin des renommierten Frankfurter Winterscheid-Verlags in einem abgelegenen Waldstück im Taunus gefunden wird. Wer könnte sie nur derart brutal ermordet und zugerichtet haben? Pia Sander (Kathrin von Steinburg) und Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) versuchen, eben dies herauszufinden. Einfach ist das aber nicht, da in dem Verlag niemand wirklich darüber sprechen mag – zumal die Tote vorher rausgeschmissen wurde. Während die beiden versuchen, diese Mauer des Schweigens zu durchbrechen, kommt es zu einem zweiten Mord, der sie ahnen lässt, dass hinter dieser Geschichte mehr stecken muss und die Antwort weit in der Vergangenheit zu suchen ist …
Mörderisches Verlagsgeschäft
An und für sich gehört Ein Taunuskrimi zu den beliebteren Krimireihen im ZDF. Meistens schalten zwischen sechs und sieben Millionen Menschen ein, um zu sehen, wie das Polizeiduo knifflige Fälle löst. Dafür heißt es inzwischen aber auch, jedes Mal sehr lange warten zu müssen, bis ein neuer Teil herauskommt. Gab es anfangs noch ein bis zwei Filme pro Jahre, lagen zuletzt zwischen den Filmen Jahre. Nachdem Im Wald 2018 von einem explodierenden Campingwagen und einem verschwundenen Jungen erzählte, dauerte es anschließend bis 2022, um Muttertag sehen zu können, das von der Jagd auf einen Frauenmörder handelte. Wer gehofft hat, dass diese lange Wartezeit ein einmaliger Ausrutscher war, wird jetzt vom Gegenteil überzeugt. Denn auch bei In ewiger Freundschaft dauerte es vier Jahre.
Warum man wieder so lange gebraucht hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Schließlich ist der gleichnamige zugrundeliegende Roman von Nele Neuhaus, deren Bücher die Vorlage für die gesamte Reihe bereits 2021 erschienen. An und für sich ist das egal. Es führte aber wohl auch dazu, dass die meisten Rollen neu besetzt wurden, was Fans gar nicht gefallen wird. Dieses Mal schaut sich die Autorin quasi im eigenen Umfeld um, wenn der Mord uns zu einem Verlag führt, wo wir die Inhaberfamilie kennenlernen, aber auch Kreative und Leute, die im Lektorat arbeiten. Das hätte sich theoretisch für Meta-Elemente angeboten oder eine Beschäftigung mit der Kunst des Schreibens an sich. Bei In ewiger Freundschaft – Ein Taunuskrimi ist an der Stelle jedoch wenig zu holen. Zwar bewegen wir uns in diesem thematischen Umfeld. Es spielt aber selten eine Rolle. Wenn zwischendurch darüber diskutiert wird, ob der Verlag lieber auf Kunst oder Kommerz setzen sollte, ist das schon das Maximum an Innerlichkeit.
Solider Krimi mit viel Drama
Stattdessen handelt es sich dann doch in erster Linie um einen klassischen Whodunit, bei dem das Publikum an der Seite der Polizei herauszufinden versucht, wer ein Verbrechen begangen hat. Und wie das bei solchen Krimis so ist, es kommen theoretisch mehrere in Frage. Wobei In ewiger Freundschaft – Ein Taunuskrimi doch recht fokussiert ist und von Anfang an keinen Zweifel daran lässt, dass die Antwort in dem Verlag bzw. dem dazugehörigen Personenkreis zu finden ist. Ein bisschen nimmt der Titel bereits vorweg, in welche Richtung das alles geht. Dennoch ist da noch genug Stoff zum Grübeln übrig. Wie so oft ist dabei einiges anders, als es zunächst den Anschein hat. Da muss noch das eine oder andere Geheimnis gelüftet werden, das teilweise schon sehr lange zurückliegt.
Das ist dann erwartungsgemäß mit viel Drama verbunden. Dieses ist aber auch in dem persönlichen Nebenstrang zu finden: Die Ex-Frau des Protagonisten ist sterbenskrank und braucht dringend eine neue Leber. Mit dem Fall hat das dann wenig zu tun, es bringt nur eine Extraportion Tragik mit. Wer mit einer solchen nichts anfangen kann, wird sich mit dem Zweiteiler schwertun. Gleiches gilt für ungeduldige Naturen: Man lässt sich nicht nur mit der Produktion der Filme viel Zeit, sondern auch innerhalb der Filme selbst. Abgesehen von dem Finale, wenn sich die Geschichte etwas konstruiert zuspitzt, ist das doch ein eher ruhiger Krimi. Wen das nicht stört, findet mit In ewiger Freundschaft – Ein Taunuskrimi einen soliden Genrevertreter, der mit einer prominenten Besetzung und finsterer Atmosphäre lockt.
OT: „In ewiger Freundschaft – Ein Taunuskrimi“
Land: Deutschland, Litauen
Jahr: 2025
Regie: Stefan Bühling
Drehbuch: Thorsten Näter
Vorlage: Nele Neuhaus
Musik: Christine Aufderhaar
Kamera: Felix Pflieger
Besetzung: Tim Bergmann, Kathrin von Steinburg, Alexander Beyer, Michael Schenk, Proschar Madani, Nikolay Sidorenko, Golo Euler, Deniz Orta, Nicole Marischka, Martin Feifel, Judith Engel, Manfred Zapatka, Gaby Dohm
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