Boglands – Die Tote im Moor Crá TV Fernsehen arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© Chris Barr

Boglands – Die Tote im Moor

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„Boglands – Die Tote im Moor“ // Deutschland-Start: 8. Januar 2026 (arte)

Inhalt / Kritik

Richtig viel zu tun hat der Polizist Conall Ó Súilleabháin (Dónall Ó Héalai) normalerweise nicht. Wie auch, in der irischen Kleinstadt Carricknanaul ist ja nie etwas los, sieht man einmal von Verkehrsrowdys ab. Da ist der vergiftete Adler geradezu eine Sensation. Das ändert sich, als im Moor die Leiche einer Frau auftaucht. Schlimm genug, dass ein Mord verübt wurde. Das Opfer ist auch noch Conalls Mutter, die vor 15 Jahren spurlos verschwunden ist. Wegen seiner persönlichen Beziehung muss er daraufhin zusehen, wie seine Chefin Patsy Sweeney (Tara Breathnach) und ein Team aus Dublin die Ermittlungen führen und dabei er selbst und sein Vater Art (Barry McGovern) in Verdacht geraten. Das hält ihn aber nicht davon ab, auf eigene Faust nach Spuren zu suchen. Und auch die Journalistin Ciara Kate (Hannah Brady), die eigentlich wegen des Adlers hergekommen ist, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit …

Wühlen im irischen Dreck

Der späte Donnerstagabend ist auf arte traditionell für Serien reserviert, die der Sender überwiegend aus ganz Europa zusammenholt. Zuletzt war da die sehr empfehlenswerte französische Produktion Die Jahreszeiten über drei Menschen und wie sich ihre Gefühle über die Jahrzehnte hinweg verändern. Davor gab es die britische Krimiserie The Tower , bei der ein rätselhafter Sturz von einem Dach geklärt werden musste. Beim isländischen Thriller Reykjavík 112 musste der Mord an einer Frau aufgeklärt. Nun gibt es mit Boglands – Die Tote im Moor einen weiteren Krimi im Programm des Senders. Dieses Mal geht es nach Irland, wo in einer Kleinstadt der Fund einer Leiche die Menschen beschäftigt – und anschließend noch sehr viel mehr ausgegraben werden muss.

Die Serie ist dabei ziemlich konventionell. Nicht nur, dass sie dem beliebten Whodunit-Prinzip folgt, wo am Anfang ein Verbrechen entdeckt wird und anschließend herausgefunden werden muss, wer es getan hat. Da werden Verdächtige gesucht und nach potenziellen Motiven abgeklopft, Alibis werden überprüft. Mit der Zeit kommt immer mehr ans Tageslicht, am Ende steht dann die Auflösung. Boglands – Die Tote im Moor macht in der Hinsicht nicht wirklich viel anders, als man es gewohnt ist. Eine kleine Besonderheit ist, dass hier gleich beide Ermittelnden das eigentlich gar nicht dürfen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die Journalistin hat sich sowieso nicht einzumischen, der Polizist hat eine persönliche Verbindung, könnte eventuell sogar selbst der Täter sein.

Düster, atmosphärisch und übertrieben

Letzteres ist zwar ziemlich ausgeschlossen, nur sehr wenige Krimis wagen es, den Bösen zur Hauptfigur zu machen. Zu grübeln gibt es dennoch einiges. Die persönliche Verbindung des Protagonisten – sonst eher eine Sünde in dem Genre – ist dabei eine Stärke. Schließlich geht es in der Serie insgesamt fast ausschließlich um solche zwischenmenschlichen Bindungen. Boglands – Die Tote im Moor schießt dabei an manchen Stellen über das Ziel hinaus. Manche Enthüllung ist schon ein bisschen übertrieben, da neigt man zur Seifenoper. Insgesamt ist die Serie aber eben auch durch eine raue Emotionalität geprägt, wenn wir lauter Leuten begegnen, die alle ihre Wunden davongetragen haben.

Der Krimi wird dabei richtig düster, gerade zum Ende hin wird dem Publikum einiges zugemutet. Hinzu kommt, dass es hier keine Figuren gibt, die man als durchgängig gut bezeichnen würde. Fast alle haben sie irgendwelche Geheimnisse oder Makel. Dies steht in einem starken Kontrast zu den idyllischen Landschaften, von denen es hier einige gibt. Die Optik ist eine der großen Stärken von Boglands – Die Tote im Moor. Insgesamt ist die Serie sehenswert und atmosphärisch geworden, erinnert mit der Kombination aus Kleinstadtporträt und Mörderjagd an das gefeierte Broadchurch. Und auch wenn das Ensemble hier den meisten unbekannt sein dürfte, im Gegensatz zu dem genannten Kollegen, ist das schauspielerisch auf einem guten Niveau.

Credits

OT: „Crá“
Land: Irland
Jahr: 2024
Regie: Philip Doherty
Drehbuch: Richie Conroy, Doireann Ní Chorragáin
Musik: Christophe Le Menn
Kamera: Richard Kendrick
Besetzung: Dónall Ó Héalai, Hannah Brady, Alex Murphy, Tara Breathnach, Caoimhe Farren, Alan Mahon, Barry McGovern, Anne Marie Bridges, Niall Mac Eachmharcaigh

Bilder

Trailer

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Boglands – Die Tote im Moor
fazit
In „Boglands – Die Tote im Moor“ will ein Polizist herausfinden, wer seine Mutter vor vielen Jahren ermordet hat. Die irische Serie arbeite mit dem Kontrast aus idyllischen Landschaften und menschlichen Abgründen. Das ist zwar nicht originell, funktioniert aber, gefällt wegen Atmosphäre und Ensemble. Über die eine oder andere übertriebene Enthüllung muss man da hinwegsehen können.
Leserwertung10 Bewertungen
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7
von 10