Operation Mistletoe

Operation Mistletoe

Operation Mistletoe
„Operation Mistletoe“ // Deutschland-Start: 15. November 2025 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Mit schönen Dingen kennt sich Grace (Jen Lilley) aus. Schließlich verdient sie als Designerin für Inneneinrichtung ihr Geld. Ihr Liebesleben ist hingegen weniger schön, auch weil ihr dafür die Zeit fehlt. Zwar trifft sie sich derzeit mit Quinn (René Escobar Jr.), richtig ernst ist es ihr damit aber nicht. Als ihre Jugendliebe Ryan (Nick Bateman) wieder in der alten Heimat auftaucht, ist sie verwundert, da er eigentlich als Anwalt in New York City unterwegs ist. Aber sie ist auch glücklich, da die alten Gefühle doch noch in ihr schlummern. Das bleibt auch ihrem Umfeld nicht verborgen, welches alles daran setzt, die beiden zu verkuppeln. Denn vielleicht war es seinerzeit einfach nur schlechtes Timing, das die große Liebe verhindert hat. Grund genug, es doch noch einmal zu versuchen. Dafür ist man sich auch für keinen Kniff zu schade …

Eine Chance für die Liebe

Zu Weihnachten veröffentlicht Netflix bekanntlich haufenweise Filme und Serien, die zu dieser besonderen Zeit spielen und das Bedürfnis nach entsprechender Unterhaltung befriedigen sollen. Neben der gewohnt empfehlenswerten Weihnachten zu Hause – Staffel 3 über eine Frau und ihr Liebeschaos gab es zum Beispiel das Familienabenteuer Als mein Vater Weihnachten rettete 2, wo ein ehemaliger Krimineller und sein Sohn gegen ein skrupelloses Spielzeugunternehmen antreten. Neben den vielen Eigenproduktionen nimmt der Streamingdienst aber auch Lizenztitel ins Programm auf, die etwa fürs US-Fernsehen gedreht wurden. Operation Mistletoe ist einer dieser Lizenztitel, von denen Ende des Jahres reihenweise erscheinen – und die man kaum voneinander unterscheiden kann.

So ist das dann auch hier. Wie so viele Geschichte spielt auch diese in einer ländlichen Gegend in einer Kleinstadt, weil das dann immer so schön idyllisch ist. Gleichzeitig muss jemand aus der Großstadt kommen, weil es das braucht, um das „wahre“ Leben besser glorifizieren zu können. Oft läuft es darauf hinaus, dass die Protagonistin in die Heimat zurückkehrt. Hier ist sie ausnahmsweise gleich in der Heimat geblieben, dafür kommt die Jugendliebe aus der Großstadt zurück. Theoretisch ist das nur eine temporäre Sache, weshalb die Liebe unter keinem guten Stern steht. Praktisch weiß man man bei Operation Mistletoe aber sofort, dass die beiden füreinander bestimmt sind und sie endlich die Chance erhalten, die sie eigentlich schon in jungen Jahren hätten haben sollen.

Ohne jede Ambition

Auch sonst ist das hier natürlich kein Film, den man sich anschaut, um überraschende Wendungen zu sehen. Tiefgründige, komplexe Charaktere darf man auch nicht erwarten. Operation Mistletoe ist eine dieser weihnachtlichen Romanzen, wo es ausschließlich um die schöne Fassade geht. Da dürfen vor festlich-kitschiger Deko zwei attraktive Menschen Gefühle füreinander entwickeln. Der hässliche Alltag hat draußen zu bleiben, hier ist anderthalb Stunden lang Eskapismus angesagt. Manchmal wird das mit pseudotiefsinnigen Kalendersprüchen kombiniert. Hier versuchte man nicht einmal das, sondern beschränkt sich wirklich auf das Nötigste, inhaltlich wie schauspielerisch.

Darüber darf man natürlich die Nase rümpfen. Gleichzeitig muss man aber auch festhalten, dass es in diesem Bereich deutlich Schlimmeres gibt. So findet sich hier vergleichsweise wenig Anlass zum Ärger, von der missglückten deutschen Synchro abgesehen. Am ehesten nervt noch eine spätere Zuspitzung, wenn das Glück auf einmal torpediert wird. Dass man für einen dramatischen Moment sorgen möchte, ist zwar prinzipiell in Ordnung. Dann sollte man wenigstens aber auch diesen Moment vorbereiten, anstatt ihn wie Regisseur Bradley Walsh (A Royal Date For Christmas) so plötzlich erzwingen zu wollen. Davon einmal abgesehen ist Operation Mistletoe ein beliebiger, streckenweise aber ganz angenehmer Liebesfilm, bei dem man auf Durchzug schalten kann und glauben darf, dass am Ende doch alles gut wird, selbst wenn es heißt, dafür einige Jahre zu warten.

Credits

OT: „Operation Mistletoe“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Bradley Walsh
Drehbuch: Ansley Gordon, Kathleen Knox, Bob Sáenz
Musik: Michael Richard Plowman
Kamera: Jonathan Yapp
Besetzung: Jen Lilley, Nick Bateman, Steve Belford, Lisa Michelle Cornelius, René Escobar Jr., Melanie Leishman

Trailer

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Operation Mistletoe
fazit
In „Operation Mistletoe“ treffen sich zwei Menschen nach vielen Jahren in der Heimat wieder und bekommen eine neue Chance für die alte Liebe. Das ist inhaltlich und schauspielerisch ohne jegliche Ambition. Immerhin muss man sich hierüber aber nicht wirklich ärgern.
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