Hannah Ein buddhistischer Weg zur Freiheit
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Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit

„Hannah: Buddhism’s Untold Journey“, UK, 2014
Regie: Adam Penny, Marta György Kessler; Musik: Tom Hickox, Chris Hill

Hannah Ein buddhistischer Weg zur Freiheit
„Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit“ läuft ab 18. Januar 2018 im Kino

Hannah … wer? Nein, es ist kein Zeichen mangelnder Bildung, wenn einem der Name Hannah Nydahl nichts sagt. Allenfalls Experten des Buddhismus dürften wissen, was es mit der Dänin auf sich hat. Der Rest ist nach Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit schlauer. Ein wenig zumindest. Wie sie als Mensch war, davon erfahren wir hier relativ wenig. Am Anfang gibt es einige Interviewaussagen, hauptsächlich von Angehörigen, die sie kurz beschreiben. Die bleiben jedoch an der Oberfläche, wie so oft wenn Menschen ein Dokumentarfilm gewidmet wird und sich Weggefährten erinnern sollen. Umso mehr, wenn es sich um Menschen handelt, die bereits verstorben sind.

Interessanter ist da schon die Biografie der gebürtigen Kopenhagenerin. Mit Anfang 20 reiste der überzeugte Hippie zusammen mit ihrem Mann Ole in den Himalaya und wurde zu den ersten westlichen Schülern einer bestimmten Buddhismus-Richtung. Die Regisseure Adam Penny und Marta György Kessler bringen in diesem Teil eine ganze Reihe schöner historischer Aufnahmen aus Nepal mit. Dazu wird aus dem Nähkästchen geplaudert, wie es war, in den 1960ern diese fremde Kultur kennenzulernen, und welche Erkenntnisse ihnen die Begegnung mit dem spirituellen Volk brachte.

Spannende Missionarversuche
Der mit Abstand spannendste Teil des Dokumentarfilms betrifft jedoch, wie die Nydahls zurück in den Westen geschickt wurden, um dort die Lehre des tibetanischen Buddhismus unters Volk zu bringen. Gleich, welche Einstellung man zu der Religion oder auch derlei missionarischen Unternehmungen hat, Penny und Kessler haben doch eine Menge über die damalige Zeit zu erzählen. Da sind persönliche bis unterhaltsame Anekdoten dabei. Aber auch solche, bei denen es brenzlig werden kann – die Lehrversuche in Polen wurden sehr misstrauisch beäugt. Und dann wäre da noch die Kontroverse um den 17. Karmapa, dessen Einführung nicht unumstritten war, besonders weil dessen Vorgänger bei einem dubiosen Autounfall ums Leben kam. Interne Intrigen, dazu die Unterdrückung durch China – das wäre Stoff für einen Thriller.

Wer sich jedoch ganz konkrete Antworten erhofft, der wird hier nicht fündig – weder zu den Kontroverse noch dem Buddhismus selbst. Was diese Ausrichtung der Religion von anderen unterscheidet, wird nicht angesprochen. Auch konkrete Zahlen fehlen: Zwar wird im Abspann erwähnt, dass sie und ihr Mann an der Gründung mehrerer Hundert Zentren im Westen beteiligt waren, nicht aber, wie viele es davon heute noch gibt oder auch wie viele Menschen diese Zentren denn nutzen. Immer wieder drängt sich der Eindruck auf, dass sich Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit gar nicht wirklich mit dem Thema auseinandersetzen wollte, sondern eine Mischung aus Hommage und Werbefilm werden sollte. Aber auch dafür mangelt es der Doku zu sehr an Tiefgang, was angesichts des Anspruches der Religion etwas eigenartig ist. Dennoch: Wer mit dem Sujet liebäugelt, bekommt hier ein paar kleinere Einblicke und die besagten Zeitdokumente, für die sich ein Blick dann doch noch lohnt.



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„Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit“ nimmt uns mit in die späten 1960er und erzählt, wie die Dänin Hannah Nydahl den tibetanischen Buddhismus kennenlernte und im Westen verbreiten wollte. Als Zeitdokument ist das recht spannend, als Porträt eher weniger – es mangelt sowohl bei der Darstellung als Mensch wie auch der der Religion an Tiefgang.