(„Backcountry“ directed by Adam MacDonald, 2014)

Backcountry

„Blackcountry“ ist seit 10. Juli auf Blu-ray und DVD erhältlich

Ein Campingtrip inmitten der kanadischen Wälder. Eigentlich nichts für Jenn (Missy Peregrym) doch sie hat sich von ihrem Freund Alex (Jeff Roop) überreden lassen. Dieser möchte unbedingt noch einmal den Blackfoot Trail entlang wandern und seiner Freundin am Ende einen Heiratsantrag machen. Da er wie ein toller Naturbursche wirken möchte, verzichtet er kurzerhand auf Handys und Karten. Doch ihr Ausflug scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Bereits am ersten Abend bekommen Alex und Jenn Gesellschaft von einem mysteriösen Mann namens Brad (Eric Balfour), der behauptet Ranger zu sein. Beim Weiterwandern bemerkt Alex plötzlich die Spuren eines Bären. Er entschließt sich jedoch dazu seiner Freundin nichts zu sagen. Die Situation wird heikler, als das junge Paar merkt, dass es sich verlaufen hat. Zu allem Überfluss scheint der Bär sie auch noch gewittert zu haben. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.

„Kommt ohne lange Einführungssequenz aus“. Das habe ich mir nach kurzer Zeit aufgeschrieben, denn Backcountry – Gnadenlose Wildnis verzichtet darauf, die Figuren zuhause beim Packen oder kurz vor dem Losfahren zu zeigen. Nach wenigen Minuten befinden sich die beiden Hauptcharaktere bereits auf ihrer Wanderung. Man scheint hier also keine Zeit verlieren zu wollen. Klingt doch eigentlich ganz gut. Dann kann es ja mit dem Survival-Trip losgehen. Doch leider passiert genau das nicht.

Die meiste Zeit versucht der Film die Spannung langsam aufzubauen, was aber zu jeder Zeit total misslingt. Ein Bärenabdruck im Matsch, ein Donnerschlag beim Blick ins Tal und eine Bärennase am Zelt reichen eben nicht aus um die nötige Spannung zu erzeugen. So plätschert die sehr gemächlich erzählte Geschichte so vor sich hin und immer wenn man denkt, jetzt könnte was passieren, sodass die Handlung an Fahrt aufnimmt,  passiert letzten Endes doch nichts. Auch die durchschnittlichen Dialoge helfen nicht gerade dabei, die schier endlose Wartezeit zu überbrücken. Nicht einmal die Akteure vor der Kamera kommen dazu ihr Können unter Beweis zu stellen, da sie die meiste Zeit über nichts zu tun bekommen.

Erst im letzten Drittel nimmt der Film etwas an Fahrt auf und versucht zu zeigen, warum er im Genre des Survival-Thrillers geführt wird. Leider stört zu diesem Zeitpunkt die etwas wackelige Kameraführung das ‚Sehvergnügen‘. Man muss natürlich dazu sagen, dass der Film auf wahren Begebenheiten beruht, man hätte hier und da ruhig ein klein wenig dazu dichten können, um ihn etwas interessanter und spannender zu gestalten. So ziehen sich die eigentlich relativ kurzen 95 Minuten Laufzeit schier endlos hin. So wartet man als Zuschauer auch die ganze Zeit auf das erneute Auftreten des mysteriösen Rangers Brad, auf das man hier aber lange warten kann. So stellt sich zwangsläufig die Frage, wieso man relativ früh eine mysteriöse Figur am Lagerfeuer einführt, die nicht nur immer wieder undurchsichtige Aussagen tätigt, sondern selber total undurchschaubar, und so auch gleichzeitig interessant, ist. Eigentlich die einzige Figur mit Potenzial, die nach ihrem geheimnisvoll wirkenden verschwinden in der Nacht aber nicht mehr auftaucht. Die ganzen zuvor gezeigten Szenen hätte man also einfach rausschneiden können, ohne das es für den Film irgendwelche Konsequenzen gehabt hätte.

Was mir als einzig positiver Faktor im Gedächtnis geblieben ist, war ein gewisses Naturgefühl, was sich bei mir während des Schauens einstellte. Die Umgebung wurde immer wieder wunderbar eingefangen und irgendwie bekam man selber Lust rauszugehen und ein Stück durch den Wald zu wandern. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass das, was man dort erlebt spannender ist, als das, was man in diesem Film geboten bekommt.

Backcountry – Gnadenlose Wildnis
4.3 (85.95%) 37 Artikel bewerten

Backcountry - Gnadenlose Wildnis
Backcountry - Gnadenlose Wildnis ist ein Survival-Thriller, bei dem es unheimlich lange dauert, bis etwas passiert. Doch selbst dann bleibt die Spannung auf der Strecke. Was sich anstatt des Spannungsgefühls einstellt ist ein Gefühl der Langeweile, was einen bis zum Ende des Films nicht mehr loslässt.
4von 10

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