Kommentare zu: Für immer Freibad https://www.film-rezensionen.de/2025/08/fuer-immer-freibad-zdf-tv-fernsehen/ Popcornkino und Independent Thu, 14 Aug 2025 22:20:32 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Max R. - Fernsehzuschauer https://www.film-rezensionen.de/2025/08/fuer-immer-freibad-zdf-tv-fernsehen/comment-page-1/#comment-1515105 Thu, 14 Aug 2025 22:20:32 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=342870#comment-1515105 Nun, der Film lief ja heute Abend im 2DF. Botschaft oder tieferen Sinn sehe ich hier keinen, alles plänkelt verrückt-skurril-irrwitzig vor sich hin. Ob man die Zeit dafür aufwenden möchte? Man kann sich auch 2 Stunden in ein echtes Freibad setzen und die Menschen beobachten und mit den Bademeistern ins Gespräch kommen, das dürfte bei dem Wetter viel besser sein.

Seltsame überzeichnete Figuren, ein schlechter Soundtrack mit sehr vielen 80ern (!) die zu der Zeit wo der Film spielt, längst schon aus der Mode waren wie The Final Countdown und dazu die nervigen Sommerhits des Jahres 1999 die man damals schon nicht mehr hören konnte weil sie seit dem Frühjahr rauf und runter liefen.

Die Pseudo-intellektuellen Dialoge („Ich liebe den Geruch von Chlor am Morgen“), die zuweilen seltsamen slapstick-Einlagen (immer wieder die Melonengeschichte) und die übertriebene Darstellung (Over-Acting) gehen an manchen Stellen ins Unerträgliche und machen da die von der Kamera eingefangene, fast dokumentarische Freibad-Idylle und die zarte Anbahnung der ersten Liebe kaputt.

Warum lässt er sie in dem Irrglauben und klärt die Situation nicht auf? Wie kommt sie da überhaupt drauf, er erzählt doch ständig und überall dass sein Vater ihn aufs Juraseminar schicken will und reibt jedem sein strenges Elternhaus unter die Nase. Warum räumt er das Misverständnis nicht einfach aus der Welt, bevor das Lügenhaus zerbricht? Das ist doch auch wirklich nichts worauf man stolz sein könnte oder womit man angibt.

Sicher, der Film hat nette Momente, aber einiges wirkt wie schon mal gesehen (die Gespräche am Beckenrand und die Angst vorm Turm zu springen zb bei Run Sister Run) – anderes wiederum zu konstruiert. Zu ernst sind die Töne wenn es um die wirtschaftliche Existenz des Freibades geht, zu unglaubwürdig die zufälligen Abläufe, zu wenig liebenswürdig die Figuren.

Die Stimmung, wenn sie denn mal passt, wird sofort durch platte Gags ruiniert. Es fehlt den Charakteren an Tiefe, Einfühlsamkeit und Liebenswürdigkeit. Alles ist plump und peinlich oder unfreiwillig-komisch. Erwachsen zu werden und seinen eigenen Weg zu finden ist keineswegs so schwer wie die Regie den Zuschauer glauben lassen will. Der Weg entsteht beim Gehen!

Wenn es um Freibadszenen, Freundschaft, das echte Leben, Erwachsenwerden, den Traum von Freiheit und Unabhängigkeit, das Ausbrechen aus Zwängen und Konventionen des Elternhauses, um zerrüttete Familienverhältnisse und die frische Morgenluft an einem Sommertag nach einer unvergessenen Party geht gibt es für mich nur „Run Sister Run“.

Da kann „Freibad für immer“ einfach nicht mithalten.

First one down wins!

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