Kommentare zu: Wicked https://www.film-rezensionen.de/2024/12/wicked-teil-1/ Popcornkino und Independent Tue, 18 Nov 2025 17:25:23 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Luise Bruche https://www.film-rezensionen.de/2024/12/wicked-teil-1/comment-page-1/#comment-1434946 Fri, 10 Jan 2025 14:16:51 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=318695#comment-1434946 Als Antwort auf Alexander.

Danke für deinen ausführlichen Kommentar.

Mir ist natürlich bewusst, dass gerade bei einem Musicaltitel nicht alle Zuschauer:innen mit meiner Wertung mitgehen werden. Letztlich bleiben Kritiken bei jedem Versuch der Objektivität eben auch Meinungsbeiträge und es ist völlig legitim, dass du bei meiner Meinung nicht 100 % mitgehen kannst.

Ich denke aber, ich habe klar und gründlich dargelegt, warum ich persönlich den Film so hoch bewerte. Und fühle mich auch dadurch bestärkt, dass andere Autor:innen dem Titel ähnlich hohe Wertungen gegeben und als Filmtipp der Woche gehandelt haben.

In jedem Fall hoffe ich, dass du uns als Leser erhalten bleibst. Es wird hier ganz sicher wieder Kritiken geben, mit denen du mehr übereinstimmen kannst. 🙂

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Von: MartinO https://www.film-rezensionen.de/2024/12/wicked-teil-1/comment-page-1/#comment-1434625 Wed, 08 Jan 2025 14:17:11 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=318695#comment-1434625 Ich fasse mich kurz: Es gibt wohl nur sehr wenige Filme, die die volle Punktzahl – 10 von 10 – verdient hätten, „Wicked“ gehört definitiv nicht dazu. Sicher, es handelt sich um eine gelungene Musical-Verfilmung mit hohem Unterhaltungswert, leider aber etwas zu lang geraten. Eine gute Geschichte und Darstellerinnen, bunte Bilder und nette Musik machen aber noch kein Meisterwerk: 7 von 10 wären in Ordnung, mehr sicher nicht!

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Von: Alexander https://www.film-rezensionen.de/2024/12/wicked-teil-1/comment-page-1/#comment-1431821 Mon, 23 Dec 2024 21:50:49 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=318695#comment-1431821 2 Stunden Staffage für inkonsequente 30 min. Frischekur!

(Dezente Spoiler werden – wie hier, fett hervorgehoben!)

Wicked übernimmt den knall bunten Stil des von 1939er eingeführten Originals und passt sich zumindest optisch mit einer, wenn auch oft CGI-lastigen, aber durchaus tatsächlich erwähnenswerten Stiltreue an, scheitert jedoch gerade am ausufernden Mittelteil, bis sich in der letzten halben Stunde, gnädiger Weise endlich versucht wird, an der im Mainstream für damalige Verhältnisse veröffentlichten Originalität des Erstlings zu messen.

Jetzt könnte man behaupten: Gut, es ist ja erst der Erste Teil, aber bedenkt, er gewährt weder einen einprägsamen dramaturgischen Auftakt, noch bietet dieser einen besonders befriedigenden Abschluss(dazu später mehr).

Indessen verbleiben lediglich optisch aufwendige Choreographien mit angenehmen, aber keinesfalls auffallend launigen Gesangseinlagen, womit zuletzt Frozen(Teil 1) mehr als überzeugen konnte.

Doch diese verteilen sich nicht etwa, sie schmücken aus und zwar kontinuierlich, was zumindest bei mir schnell zu einem Über-Sättigungsgefühl führen kann.
Das Original war mit seinen gerade einmal 90 min. bereits knapp zu lange bemessen, was aber im Vergleich hierzu nicht wirklich ins Gewicht fällt, was die jetzigen 2 Stunden und 30 min. durch seinen abgehandelten Inhalt als extrem überdimensioniert erscheinen lässt, falls man sich nicht ausschließlich an den viel zu offensichtlich evozierten Träger-Szenen, Choreographien und Liedern gütlich zeigt.

Im Grossen und Ganzen fühlt es sich genauso an: würde man all diese Gesänge und Choreographien gegen Actionszenen tauschen, hätte man eine als effektheischende Materialschlacht bezeichnete Orgie, der man einen, dem Drehbuch zugrundeliegenden Mangel an ausgefeilter Dramaturgie unterstellen kann. Denn weder die Eingängigkeit der Musik, noch die lediglich als Stereotypen zu bezeichnenden Charaktere haben hier – bis auf Cynthia Erivo, genug Charisma, um den jeweiligen Charakteren etwas mehr als generische Unterhaltung abgewinnen zu können. Mangelnder Tiefgang macht aus jedem „gewöhnlichen“ Hauptdarsteller einen unauffälligen Nebendarsteller, der auf einem Kirmes lediglich durch die Reize einer optischen Opulenz führt. Wir haben hier das „hässliche Entlein“ mit der besonderen Gabe, die allseits Beliebte, jedoch mit keinerlei magischem Talent – deren überzogener Liebreiz daher stetige Überstimmulation offenbart und den durchweg uninspirierten, nicht bedeutender ins Gewicht fallenden „Prinzen“. Und genauso fühlt sich die über 2 Stunden andauernde Musical-Farce(Füllstück) auch an: Wicked ist knallbunt, auffallend laut, selten sarkastisch, gelegentlich markant emotional, mit überschaubarer Tiefe, die mit ihrer dezenten Intriganz über diverse evozierende Szenen, mit nur ein wenig tatsächlicher Spannung aufwarten kann und dann zu guter Letzt doch noch eine ganz besondere Szene offenbart!
Leichter Handlungs Spoiler! Eine, die ganz besonders hervorzuheben ist, als Ariana Grandes ungewohnt stilles, aber gerade dadurch um so eingängigeres Entgegenkommen, eines, allein für Cynthia Erivo gewagten gebärden Appells, dieser ohne weiteres, als die eindrucksvollste Szene im kompletten Film genannt werden darf und als extravagant gemeisterte Toleranz-Tanz-Szene – die optisch zwar ein klein wenig an den viralen Wedneday-Dance erinnert, sich aber dennoch ohne grosse Hürde selbst behauptend, in eine ganz andere Richtung orientiert und gänzlich ohne Gesang eingängiger auszudrücken vermag, was wirklich allen Gesang-Szenen – davor und danach an Charisma vermissen lassen und in den sprichwörtlichen Schatten stellen – wirklich zu schade! Bis Wicked dann nach guten 2 Stunden musikalischem Exzess, gerade in den letzten 30min, dass gefühlt 2 Stunden andauernde retardierende Momentum beiseite legt und dem 1939er Klassiker ein wenig Respekt zollt. Ein wenig, da gerade der innovativste Aspekt nicht über die Erfrischung einer lauen Brise im Hochsommer hinweg täuschen kann, was sich bei der Grundprämisse des ersten Teils, wie eine wahrlich vertane Möglichkeit anfühlt!

Zitat Spoiler!

Zitat:
„Ich habe nachgedacht!“

„Ja, habe ich gehört.“

Wie erfrischend hätten konspirative Verweise zur korrupt politischen Motivation offenbart werden können, doch man kratzt lediglich beiläufig an der unbeschadeten Hochglanz Optik von Wicked, auch wenn eine mediale Grünifizierung(Wie schnell und einfach man eine Andersartigkeit ?grün zu sein? – hier nicht als aktuelle politische Farbe beschrieben) als willkürlich rassistischer(später dazu mehr) Querverweis in politische Absichten gelegt wird und man nicht knapper, als um die vage Erinnerung an einen Traum, umhinkommt, die Grenzen des Zynismus(gesellschaftliche Konventionen missachtend) zufriedenstellend auszuloten!

Leichter Handlungs Spoiler!

Cynthia Erivos Farbe Grün ist im Film das Verlangen nach Gerechtigkeit. Als sich das vorab bereits vorbelastete Grün der Hexe als auffälliges Symbol zwischen Mitleid und dem, durch etablierte Konventionen verursachtes Martyrium(schweres Leiden) offenbart, fühlt man von Anfang an, ein sich immer mehr zuspitzendes Gefühl der Verachtung.
Wenn ich nur kurz an den kruden Anfang zurück denke, worin ein jeder ihrer Mit-Stipendiaten, sie wie ein wildes Tier einkesselnd, im ideologischen Zoo ihrer aller Urteil über sie ausharren ließ empfinde ich gleich einen wiederkehrenden, wirklich tiefsitzenden Groll gegen alles und jeden, der nicht Grün ist und als sich eben dieses Symbol gegen die spätere politische Absicht aufbäumt, wird aus dem Vorurteil Grün zu sein, ein symbolisches Manifest politischer Hetze und intriganter Marginalisierung, das eine sehr tief verankerte vorab Beurteilung – vor allem in Zeiten der vermeintlich öffentlich ach so toleranten Gesellschaft aufzuzeigen schafft und wie Politiker und oder Medien auf diese Weise immer mehr Unruhe ins dadurch stets noch mehr verunsicherte und vor allem frustrierte Volk bringen.

Diesem Frust schenkt sich gerade die lukrative Panik-Maschinerie im Antlitz des Kapitals ihren Höhenflug, der nun nicht mehr nur auf optische Auffälligkeiten abzielt, sondern um die verbal ideologische(Ich denke also entspreche ich) Komponente erweitert wurde!

Jetzt gibt es kein Entkommen mehr!

Daher fand ich diese Szene einerseits einfach toll umgesetzt, aber eben viel zu beiläufig ausstaffiert, wie leicht sich durch Macht, Intriganz, Angst und der sich daraus ergebenden Möglichkeit des Cancelling, einfach mal schnell ein Lauffeuer-gleiches Vorurteil generieren lässt!

Wozu so ein politischer Ansatz? Um ihn dann erst in Teil 2, wie auch in Teil 1 nach über 2 Stunden wieder nur kurz abzuhandeln? Ich finde diese Brisanz hätte als Vorbau einfach wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt, als sich knapp 3 Stunden lang, nur auf oberflächlicher Choreographie und Gesang auszuruhen – ausser vielleicht, auch das ist ein Symbol dafür, wie leicht sich der Hunger nach optischen Reizen, der seichten Unterhaltung wegen, einem unbekömmlichem Inhalt wegen, eher überordnet und so seine Vernunft, für ein wenig mehr Unterhalrungszauber zu verkaufen vermag(Siehe den grossen Oz in Teil 1) was letztlich eine Parodie an sich selbst offenbaren würde und dann wiederum echt sitzen würde – Scherz!

Grün ist die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, die durch die, alles Fremde verachtende konventionelle Absicht zur frustrierten Genugtuung gezwungen wird.

Eine instrumentalisierte Absicht, wie die des Rassismus(damalige Menschenzoos), wodurch eine nicht gebildete Rasse – als Vorstufe des Menschen – ausgestellt und feilgeboten wurde, auf ihre optischen Auffälligkeiten reduziert, die Vorurteile der Rassen schürte, bis aus dem Blutgeld ein seriöses anerkanntes Kapital wurde.

Dem Grund weswegen die „Bösen“ genau so Handeln, wie sie eben handeln, wurde in noch keinen dieser tiegsitzenden schwerwiegenden ethischen Konflickte gewoben, nur eben grob erwähnt, dass es eben um ein richtig gutes Feindsymbol gehen soll – was für einen Überraschung.

Ich bleibe auf jeden Fall gespannt, wem diese Motivation im Film nun aus welchen Gründen genau gilt und werde mich daher spekulativ enthaltend zeigen, ob es fernab eines typisch „hollywoodschen“ Rüffels als eigenständiger Konflikt von Gut und Böse im Wicked Universum verweilt oder seinen metaphorischen Ursprung in der hiesigen Welt verankern möchte. Keine Ahnung.
Da werde ich mich noch geduldig zeigen müssen und erst mal den zweiten Teil abwarten, worauf Hollywood das „Grün“ und „die Herrschaft“ als das Böse, das böses generiert, genau beziehen werden.

Zitat Spoiler!
Zitat:

„Wer euer Leid verursacht hat?“

„Sie war das – die Grüne!“

Grünifizierung – für mich ein Muster, wie leicht man unter einem intriganten Ausschluss von Informationen Meinungen beeinflussen kann. Daher mein obiger Querverweis der Menschenzoos. Öffentliche zur Schau Stellung, um durch optische Markanz die Hierarchien der menschlichen Rassen zu etablieren, um eine daraus berechnete und focusierte Kolonialisierung der Welt zu rechtfertigen.

Zitat Spoiler!

Zitat:

„Ihre grüne Haut ist das Manifestorium Ihrer äußersten Inneren Verderbtheit, jener Grässlichkeit jener Abscheulichkeit dieser bösen…“

Das erinnert mich an diverse Dokus worin Menschenzoos ihre „Wilden“ beschreiben und da auch die Hauptdarstellerin eine schwarze ist, fand ich das gerade deshalb ziemlich zynisch aber auch durchaus delikat im pikanten Kontext!

So offenbart sich also gerade der kritische Teil leider genauso subtil, wie sich die anfänglichen Choreographien brachial aufgezwungen, als Äquivalent zur heutigen, chronischen Reizbarkeit darbieten, um sich viel zu offensichtlich durch keinerlei Reszissibilität(Anfechtbarkeit) bloßstellen zu müssen.

All das ist Wicked, nicht mehr und nicht weniger.

Hat er einen Unterhaltungswert? Durchaus! Verdient er 10 von 10 Punkten? Keinesfalls, zumindest nicht für mich.
Von mir gibt es gut und gerne nüchterne 6 von 10 Punkten.

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