Kommentare zu: Rose – Eine unvergessliche Reise nach Paris https://www.film-rezensionen.de/2023/09/rose-eine-unvergessliche-reise-nach-paris/ Popcornkino und Independent Tue, 27 Feb 2024 21:14:21 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Thomas https://www.film-rezensionen.de/2023/09/rose-eine-unvergessliche-reise-nach-paris/comment-page-1/#comment-1264664 Sun, 08 Oct 2023 06:59:05 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=272076#comment-1264664 Rose –oder der Wolf im Schafspelz

Auf den ersten Blick ein sehr berührender Film über einen Lebensabschnitt einer Frau mit Schizophrenie, auf den zweiten ein „Feel-good-Movie“ mit starkem Belehrungseinschlag.
Die Geschichte, die uns hier erzählt wird, ist wirklich sehr berührend. Eine Frau, die an Schizophrenie leidet (wieso genau ist nicht ersichtlich) durchlebt im Rahmen einer Busreise nach Paris auch eine Art Vergangenheitsbewältigung bzw. Konfrontation mit ihrer eigenen Vergangenheit.
Wieso verursacht mir dann der Film im nachhinein Unbehagen?
Da ist zum einen die stark klischeehafte Zeichnung der einzelnen Charaktere.
Die Schwester der Frau – eine im großen und ganzen „stille Dulderin“. Die maximal im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Mutter Stärke zu entwickeln scheint. Aber auch das sehr leise – da wäre in manchen Szenen durchaus auch mal ein laut werden OK gewesen.
Ihr Mann wird zwar grundsätzlich gut gezeichnet. Hat aber als Mann (nona) ein starkes Interesse an Waffen und am Krieg (Besuch des D-Day-Museums). Wird zwar oft stimmen, aber trotzdem.
Die Mutter beider Frauen – versucht im Rahmen eines starken Beschützerinstinkts gegenüber der schizophrenen Tochter nur ihre eigene Wichtigkeit und die Abhängigkeit dieser von ihr zu zementieren.
Einer der Mitreisenden (noch dazu ein Lehrer) wird so negativ gezeichnet, daß er mir schon – fast – leid tut. Ein autoritärer und verklemmter Typ, der offensichtlich die eigene Familie (bestehend aus mitreisender Frau und Sohn im vorpubertären Alter) zu beherrschen scheint bzw. es versucht.
Der Sohn beider – voller Verständnis für die schizophrene Frau – versucht sich zugleich gegen den dominanten Vater aufzulehnen.
Und dann noch am Schluß der Taxifahrer in Paris, der – eh klar – ein eingewanderter Algerier ist, der auf Grund seiner Herkunft gemobbt wurde. Ist ein netter Mensch, besucht die nach einem Unfall im Krankenhaus liegende schizophrene Frau im Krankenhaus und verrechnet auch nicht zuviel für die Taxifahrt.
Und die Franzosen im Film sprechen natürlich auch alle nur Französisch – weder Englisch noch deutsch geschweige denn dänisch. Solche Ignoranten.
Daß der Rest der Busreisenden – ein bißchen so wie früher in den großen Historienbildern – keinen eigenen Charakter bekommt, sondern im Hintergrund verschwimmt, ist mit Hinblick auf die Fokussierung auf die Hauptgeschichte nachvollziehbar.
Und genau diese zugegebenermaßen sehr sublime Anhäufung von Klischees ist es, wieso ich nach dem anschauen dieses Films Unbehagen verspürte.
Ich mag’s nämlich nicht, wenn mich jemand – ganz gleich ob rechts oder links – zu belehren versucht.
Auch nicht, wenn es für die „gute Sache“ ist.

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