Kommentare zu: Lou – Abenteuer auf Samtpfoten https://www.film-rezensionen.de/2023/07/lou-abenteuer-auf-samtpfoten/ Popcornkino und Independent Wed, 06 Aug 2025 22:41:28 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Von: B. S. https://www.film-rezensionen.de/2023/07/lou-abenteuer-auf-samtpfoten/comment-page-1/#comment-1509719 Wed, 06 Aug 2025 22:41:28 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=264737#comment-1509719 Lou – Abenteuer auf Samtpfoten
Selten habe ich mich so über einen Film geärgert.
Ein fürchterlicher Film und ein Schlag ins Gesicht für jeden Tierschützer. Er fängt damit an, dass man verlassene Kitten vom Dachboden rettet.
Um die Kitten wird sich erst gekümmert, nachdem mehrere Tage (!!!) die Katzenmutter nicht kommt. Normalerweise wären die dann längst tot. Dann wird Milch gefüttert, was Katzen nicht vertragen.
Das viel zu junge Kitten wird von den Geschwistern getrennt und allein gehalten.
Man lässt es aus Nachlässigkeit mehrfach abhauen in gefährliche Situationen. Es wird ein Halsband angelegt. Dass Katzen sich in kürzester Zeit damit strangulieren können, ist egal. Einzig das sinnlose Glöckchen wird von der Ferienhausnachbarin bemängelt. In späteren Szenen ist das Ding zum Glück ab.
Das Kitten wird viel zu jung in Freigang gelassen, und wird zu „Strafe“ aus dem Haus ausgesperrt, weil es eine Maus gefangen hat. Kastration ist überhaupt kein Thema. Es wird so ziemlich alles falsch gemacht, was man in der Katzenhaltung falsch machen kann.

Das Thema „Trennung der Eltern“ wird dargestellt. Scheint anfangs aber weder der Mutter, noch der Tochter groß was auszumachen. Auch dem Vater scheint es egal zu sein. Eine intensive Beziehung zum Kater gibt es auch nicht wirklich. Der wird dann am Ferienhaus gelassen, weil Mutti keinen Bock hat, das wieder mal abgehauene Tier zu suchen. (Abgehauen, weil mal wieder jemand nachlässig war und das Fenster offengelassen hat). Es wird dem Zuschauer außerdem vermittelt, dass unkastrierte Haustiere ja total toll draußen klar kommen. Schon der dumme Kommentar des Vaters („Du bist dafür nicht verantwortlich …er (der Kater) wollte es so. … Es ist seine Entscheidung…“), zeugt von keinerlei Sachverstand. Welcher Filmemacher lässt sich sowas Unsinniges einfallen?
Immerhin zeigen Vater und Tochter in der Telefonszene mal Gefühle füreinander.
Später wird von der Ferienhausnachbarin auch noch behauptet, der Kater wäre völlig verwildert und man müsse ihn im Wald lassen. Mutti nimmt es einfach so hin und unternimmt nichts, der Tochter erzählt sie nichts. Die Nachbarin sagt den Besitzern später nicht mal Bescheid, dass sie den Kater verletzt gefunden hat. Abstoßend.
Immerhin kommen die Besitzer dann doch noch zur Hütte der Frau. Wie genau die erfahren haben, dass der Kater dort ist, bleibt offen.

Es wird immerhin thematisiert, dass man Tiere manchmal einschläfern und damit loslassen muss. Das wird auf falsche Art und Weise dargestellt. Dass Privatleute Einschläferungsmittel zuhause haben und offenbar nach Willkür entscheiden, wann ein Tier zu töten ist, ist völlig daneben.

Und zur Katzenhaltung kann der Zuschauer nur das absolut Falsche lernen. Unter anderem fügt man einer erwachsenen Katze massiv Schmerzen zu, wenn man sie an der Nackenhaut hochhebt (das Mädchen hebt den Kater so vom Tisch). Die Buchvorlage ist von 1931. Warum wurden die Informationen zur Katzenhaltung nicht aktualisiert? Die anderen Umstände spielen ja auch nicht in 1931, sondern in 2023.

Ja, es gibt schöne Aufnahmen von der Natur. Aber die Personen im Film bleiben relativ gefühlskalt, unnahbar und charakterlich wenig gezeichnet.
Naiv sind sie offenbar auch, jedes Kind weiß, dass man sich Frischlingen eines Wildschweins nicht nähern darf. Normal, dass die Mutter angreift. Trotzdem nähert sich das Mädchen den kleinen Frischlingen.
Die Naivität des Mädchens sorgt für den Tod des Wildschweins, welches beim Angriff von der Nachbarin abgeschossen wird. Eine absolut sinnlose, überflüssige Szene. Hier zeigt das Mädchen immerhin mal ein paar Gefühle.
Die Untermalung verschiedener Szenen mit Katzenlauten ist oft völlig unpassend, bzw. wurden falsche. Lautäußerungen gewählt. Offensichtlich mangelte es den Filmemachern massiv an Sachkenntis.
Am Ende wird der Kater wieder „ausgesetzt“ und das wird von allen auch noch für gut befunden. Und wieder wird betont, dass eine Hauskatze im Wald gut zurecht kommt, und dass das Tier „entscheiden“ könne, was das Richtige ist. Einfach Blödsinn.

Ich las, dass man alle drei Monate gedreht hat und das arme Tier angeblich zwischenzeitlich alleine im Wald zurückließ. Ich möchte lieber nicht wissen, was mit dem armen Kater nach den Dreharbeiten passiert ist. Man muss befürchten, dass er ausgesetzt wurde aus Unverstand. Schrecklicher Film.

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