Kommentare zu: Tod auf dem Nil (2022) https://www.film-rezensionen.de/2022/02/tod-auf-dem-nil-2022/ Popcornkino und Independent Sun, 12 Jan 2025 23:59:14 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Wichard Jungclaus https://www.film-rezensionen.de/2022/02/tod-auf-dem-nil-2022/comment-page-1/#comment-1435395 Sun, 12 Jan 2025 23:59:14 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=203664#comment-1435395 Die Neuverfilmung von 2020 ist im Vergleich zur Verfilmung von 1978 mit Peter Ustinov eine komplette Katastrophe. Schon die grässlichen Virtual reality Animationen mit frei erfundenen „Bühnenbildern“ wie dem Old Kataract Hotel, das äußerlich einem Aladdin Film entsprungen zu sein scheint und die völlig unauthentischen Innenaufnahmen des virtuellen Schiffes aus dem Studio sind eine Beleidigung für die Augen. Natürlich darf in Verneigung vor dem Zeitgeist eine frei erfundene lesbische Liebesbeziehung nicht fehlen, dazu Jazz Musik und farbige Darsteller. Einzig Keneth Branagh ist eine würdige Besetzung, was man vom Skript und Drehbuch in keinster Weise sagen kann. Ein peinlicher und verunglückter Kommerzstreifen für den Mainstream. Agartha Christie hätte dazu niemalds ihren Segen gegeben und würde sich im Grab umdrehen.

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Von: Jan Dominic Potthoff https://www.film-rezensionen.de/2022/02/tod-auf-dem-nil-2022/comment-page-1/#comment-751718 Sun, 06 Mar 2022 23:21:34 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=203664#comment-751718 POTTHOFFS KINO-KRITIK „TOD AM NIL“ (Version 2022)

Es gibt ja Filme, bei denen allein schon beim Namen „Agatha Christie“ eine gewisse Erwartungshaltung aufkommt. Bei den beiden vorangegangen „Christie“-Neuverfilmungen wurde diese angenehm bedient, aber das, was hier nun dem Zuschauer geboten wurde, der Trailer war zusammengefasst besser und interessanter als 128 Minuten Greenscreen-Abenteuer.

In Kurzform könnte man den Film zusammenfassend dahingehend formulieren, das „Hercule Poirot“ auf Umwegen am Ende doch noch auf romantischen Wegen lustwandelnd sich der unausgesprohenen Liebe zu einer Dame hingibt. Alles andere hingegen war leider nur zeitraubendes Beiwerk.

Allein schon der verwirrende Einstieg des Films mitten in den Wirren des 1. Weltkriegs, wo „Hercule Poirot“ verwundet wurde (zumindest gibt es nun eine logische Erklärung, warum er einen Obenlippenbart trägt), was für den Zuschauer ungefähr den gleichen Mehrwert hat wie die Minutendauer des Abspanns.

Diese Art von erklärender Aufklärung, allein schon 20 Minuten des Filmes fressend, hätte man sich sparen können. Der eigentliche Film beginnt tatsächlich erst in Ägypten selbst, als „Hercule Poirot“ mit dem Rücken zum Zuschauer vor den Pyramiden sitzt und alles im Sonnenlichte erstrahlt. Aber auch das war es dann eigentlich schon. Je länger der sich der Film kaugummiartig und schlecht umgesetzt in die Länge zog, desto proportional schlechter wurde er leider auch inhaltlich und schauspielerisch.

Ansonsten hatte man als Zuschauer nur die Wahl zwischen Einschlafen (was tatsächlich recht leicht fällt, da der gesamte Film in fast allen Passagen düster und dunkel produziert wurde) oder sehr gut umgesetztem Greenscreen, guten Requisiten und einer schlecht umgesetzten Handlung. – Ein echtes Highlight gab es aber schauspielerisch im Film tatsächlich: Eine großartige Annette Bening als „malende Mutter“ in Form von „Euphemia Bouc“. Herausragend. Eine Glanzleistung (in diesem Film leider mit Alleinstellungsmerkmal).

Ansonsten wünschte man sich wirklich, man hätte die 1978 produzierte Version von „Tod auf dem Nil“ mit Peter Ustinov zurück ins Kino geholt. Brillant umgesetzt mit wirklichen Stars wie Peter Ustinov als „Hercule Poirot“, Bette Davis als „Mrs. Van Schuyler“, David Niven als „Colonel Race“, Mia Farrow als „Jacqueline de Bellefort“,
Jane Birkin als „Louise Bourget“, Lois Chiles als „Linnet Ridgeway“, Jon Finch als „Mr. Ferguson“, Olivia Hussey als „Rosalie Otterbourne“, Maggie Smith als „Miss Bowers“, George Kennedy als „Andrew Pennington“, Angela Lansbury als „Mrs. Salome Otterbourne“, Jack Warden als „Dr. Bessner“ und Simon MacCorkindale als „Simon Doyle“. – Genau SO liest sich ein Star-Aufgebot!!! Und genau das erwarte ich auch von einer solchen Verfilmung. Und eben diese von 1978 war auch noch schauspielerisch wie vom Bild her wirklich sensationell umgesetzt und wäre mit 5 von 5 Pottis zu bewerten gewesen.

Aber der Kritiker, der ja bekannt dafür ist, generell keine Bücher und vor allen Dingen die Originalromane nur in den seltensten Fällen (wenn überhaupt) zu lesen, damit er sich wirklich auch auf einen Film einlassen kann, bereute von ganzem Herzen hier Geld für dieses Machwerk von 2022 ausgegeben zu haben. Was für eine Verschwendung von Film-Material. Diese Produktion kommt mich nicht einmal gebraucht als DVD ins Haus. Am Ende lässt sich leider nur auch mit viel cineastischem Würgereiz feststellen, mehr wie 2 von 5 zu vergebenen „Pottis“ sind hier leider nicht zu vergeben. Das war ein wirklich anstrengender Film, den er besser nicht gesehen hätte. Oder vielleicht doch… umso mehr weiß dieser die Qualität der Originalproduktion aus dem Jahr 1978 zu schätzen, die durchaus in jede Sammlung gehört.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tod_auf_dem_Nil_(2022)

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