Kommentare zu: Das Privileg – Die Auserwählten https://www.film-rezensionen.de/2022/02/das-privileg-die-auserwaehlten/ Popcornkino und Independent Wed, 08 Oct 2025 12:39:08 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Mario Paetzold https://www.film-rezensionen.de/2022/02/das-privileg-die-auserwaehlten/comment-page-1/#comment-1560554 Wed, 08 Oct 2025 12:39:08 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=203858#comment-1560554 Ich war auf dem ersten Blick wieder einmal enttäuscht vom Deutschen Film. Obgleich die Handlung recht spannend, teils konfus, aber mit seinen filmischen Effekten doch für einen Horrorfilm ansprechend war, wurden grundlegend wieder einmal weiltweit einzigartige, rein deutsche Klischees bedient.

Während jede andere Filmnation ihren Gruselschocker in ein myteröses Schloss, ein verwarlostes Hotel oder eine abbruchreife Holzhütte am Wandrand mitsamt entsprechend zur Umgebung passenden mehr oder minder fiesen Figuren verbannt hätte, musste es, wie (zu) oft im Deutschen Film, eine Designervilla in einem Großstadtvorort an einem See in Traumlage sein. Die Protagonisten sind meist hochdotierte und erfolgreiche Doktoren oder selbstständige Unternehmer oder kommen zumindest aus dem Top-Management-Kreis eines DAX-notierten Großkonzerns. Die gehen natürlich auch nicht zu irgendeinem Psychiater wie Hinz und Kunz, sondern – wie in diesem Falle – zu einer Ärztin, deren Praxis eine Inneneinrichtung ziert, die schon beim Betreten des Warteraumes jeden Patienten seine eigene Armut suggierieren und alleine mit seinen Designer-Belastungs-EEG-Maschinen den Etat jeder noch so kostspieligen Privat-Krankenversicherung sprengen würde.

Dies, muss man leider konstatieren, scheint seit Jahren Genre-übergreifend der Fall und dürfte den einen oder anderen geneigten Zuschauer mittlerweile langweilen. Mir macht es zumindest einfach keinen Spaß mehr, einen stolzen Preis an der Kinokasse oder im Netflix-Abo zu berappen um einen solch vorhersehbaren Deutschen Film zu schauen, obwohl, geht man nach Drehbuch, Idee oder Handlung, einige von ihnen das Zeug zu etwas international richtig Großem hätten.

Selbst die Amerikaner, die sonst im wahren Leben auf solchen Tant und kitschige Zeigen-was-man-hat-Klischees Wert legen, können ein Filmset ambientevoller gestalten. Entweder ist dies ein deutsches Minderwertigkeitsgefühl oder – allein ich weiß es nicht, was unsere Regiseure oder Autoren so umtreibt.

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