Kommentare zu: Der Palast – Staffel 1 https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/ Popcornkino und Independent Fri, 10 Jan 2025 16:39:20 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Veit https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-1434970 Fri, 10 Jan 2025 16:39:20 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-1434970 Wollte die erste Staffel eigentlich nachholen, bevor ich mir die zweite reinziehe, aber nachdem ich innerhalb von zwei Minuten gemerkt hatte, dass das auf eine Doppeltes-Lottchen-in-Ost-und-West-Geschichte hinausläuft, habe ich sofort abgebrochen, weil mir für solche einfallslosen Drehbücher meine Zeit zu schade ist. Ob ich mir jetzt doch noch die zweite Staffel ansehe, weiß ich noch nicht.

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Von: Eudizio https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-1294134 Sat, 17 Feb 2024 19:07:14 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-1294134 Wow, ich bin durch Zufall ein Fan dieses Filmes geworden. Ich weiß nicht ob es dem Film an Tiefgang fehlt oder alles zu schnell konstruiert wirkt, das will ich als normaler Seher mal außen vor lassen. Ich liebe Filme mit Tiefgang und bin der Meinung, das man diesen Film wirklich verkennt, wenn man Ihn zu streng beobachtet. Ich habe mich in dem Film einfach treiben lassen von einer grandiosen Svenja Jung, die mir nicht unbekannt war. Allerdings hat sie mich in den Rollen als Christine und Marlene echt überzeugt und total umgehauen. Das sie eine sehr gute Schauspielerin ist von denen wir in Deutschland Gott sei dank viele haben ist unbestritten. Diese Doppelrolle steht ihr sehr gut und zeigt wie viel Potenzial noch in Ihr steckt. Für mich kann Frau Jung international!
Tolle Leistung und natürlich bin ich auch ein sehr großer Fan von der bezaubernden Frau Kling und unserem großen Heino des Films. Ich bin mit Filmen sehr kritisch und finde, das man diesen Film einfach so sehen sollte wie er ist. Eine großartige Geschichte mit sehr tollen Schauspielern und mit einer Svenja Jung, die einfach alles weg fegt. Selten das ich von einer deutschen Produktion schwärme, obwohl wir sehr gute Schauspieler und Schauspielerinnen in Deutschland haben.
Ich meine zu sehen, das eine Svenja Jung große Filme braucht, die großes erzählen. Danke an alle Akteure für die gute Unterhaltung.

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Von: Mario Fischer https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-967036 Fri, 22 Jul 2022 14:05:49 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-967036 Herr Jung, mir geht es genau, wie Ihnen, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Auch ich schaue mir die Serien immer wieder an und finde neue Nuancen. Ich hatte Gänsehaut bei den Filmsequenzen der Tänzer und vor allem bei der Szene als Marlene von ihrer Schwester getrennt wird. Weiterhin liefen auch die Tränen bei verschiedenen Szenen, obwohl ich 36 Jahre Soldat war und eigentlich nicht so nah am Wasser gebaut bin. Man muss sich wohl auch auf die sehr guten Schauspieler und ihre Darbietung einlassen. An dieser Stelle von mir ein großes Lob an ALLE Schauspieler für ihre hervorragenden Darstellungen.

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Von: Franz Jung https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-865912 Sat, 21 May 2022 18:57:54 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-865912 Warum schreibe ich keine Filmkritiken?

Ganz einfach. Da lassen Produzenten, Regie, Schauspieler, Techniker … mit jeder Menge Herzblut einen Film entstehen. Und dann kommen die Kritiker daher und erklären all jenen klugen Menschen, warum ihr Film keine Größe entwickeln kann. Die DDR zu knallig bunt. Zu wenig Gesellschaftskritik – an beiden Seiten. Die Dialoge für den historischen Hintergrund zu platt.

Sorry, das alles steht mir nicht zu. Ich sehe diese Serie als das, was sie sein soll und will: die Geschichte zweier Frauen, die sich nach 28 Jahren begegnen und erkennen, dass sie Zwillinge sind. BRD und DDR, der Bau der Mauer, das Grenzregime, sie sind der einsichtige Grund, warum sie nicht früher zusammenfinden konnten und vielleicht sich auch nie begegnen würden. Es ist eben keine Geschichtsdokumentation. Sie wäre spätestens mit der Telefonzelle, von der man aus in den Westen telefonieren konnte, gescheitert. Diese Telefonzelle tut der Geschichte keinen Abbruch, sondern ist der Punkt auf dem berühmten „I“. Spätestens hier müsste jeder erkennen, es geht hier nicht Geschichte, um historische Hintergründe oder die Aufarbeitung deutsch-deutscher Befindlichkeiten geht.

„Leider beschränkt sich die Serie aber bei seiner Darstellung und auch an vielen anderen Stellen auf Plattitüden und Stereotype.“ Richtig erkannt. Dieser Film beschreibt exakt, wie wir damals im Kalten Krieg, in und nach der Wende und auch heute noch miteinander umgehen. Der Wessi gegenüber dem Ossi, der Ossi gegenüber dem Wessi. Neben dem deutsch-deutschen Sittengemälde wohl doch auch eine Beschreibung, warum wir so schwer zusammenfinden. Wo wir uns doch eigentlich so ähnlich sind. (Ich weiß, auch das ist platt und wohl stereotyp).

Der Palast, von dessen Geschichte man wenig erfuhrt. Warum auch? Es geht nicht um ihn, sondern um zwei Schwestern. Er ist die Staffage, der Arbeitsplatz und Rückzugsort der einen Schwester und der Glamourpunkt des Films. Damals genau so schön exotisch wie heute – ewigliche Moderne eben. Und der Knackpunkt, den viele Kritiker nicht fanden. Weil der Film eben nicht das Leben beider Schwestern schildert, sondern nur das Leben der Christine Steffen, die durch Zufall Ihre Zwillingsschwester Marlene kennen lernt und die ihr Leben durcheinanderbringt.

Ich habe mir diese Serie nun schon einige Mal angesehen und ich muss sagen, sie wird nicht schlechter dadurch. Dafür gibt es auch keinen Grund. Hut ab vor Svenja Jung. Ich habe selten eine Schauspielerin gesehen, die über 6 Teile hinweg eine Geschichte so tragen kann und selbst dann präsent ist, wenn sie nicht zu sehen ist und die in ihrer jeweiligen Rolle immer erkennbar ist. Das man im Film alle mit den Schauspielern gedrehte Tanzszenen inmitten der Profis sehen und – wie mir Tänzerinnen des früheren Fernsehballetts bestätigten – keinen Unterschied zwischen der Klick Line und den Schauspielern erkennen konnte, macht diesen Film zu etwas besonderen. Schon allein dafür eine tiefe Verbeugung. Für Luise Befort war der Film ja auch ein bisschen „nach Hause kommen“.
„Regisseur Uli Edel … präsentiert reihenweise Klischees, die den Themen nicht gerecht werden. Das ist alles so dick aufgetragen, dass sich Der Palast selbst zu einem dieser Holzhammerdramen reduziert, schrecklich aufdringliche Musik inklusive. Umgekehrt hätte es bei vielen Randfiguren deutlich mehr Feinschliff gebraucht. Umgekehrt hätte es bei vielen Randfiguren deutlich mehr Feinschliff gebraucht.“ Holzhammerdrama? Auf der einen Seite zu seicht und dann doch der dick aufgetragene Holzhammer? Es gab weder ein Holzhammer und die „dramatischen“ Szenen waren emotionale Ausbrüche, nur zu verständlich, wenn man Ausreden und Ausflüchte zu hören bekommt nach dem Warum und Wieso der Trennung. Die Musik passte, sowohl im Film als auch die der Tänze. Und der Feinschliff war auch da, wenn man genau und viel öfter hinsieht. Was man sollte, darum heißt der Feinschliff auch Feinschliff, er ist selten auf den ersten Blick zu erkennen. Und warum sollte man die Geschichte der übrigen Hauptfiguren auserzählen. Es ist doch gerade unsere Fantasie gefragt, wie wir diese sehen sollen (und vor allem wollen).
Gerade deswegen schreibe ich keine Filmkritiken. Ich habe eine Serie gesehen, die ich wohl anders gedreht hätte. Aber es geht nicht um mich, denn ich bin nur der Zuschauer. Derjenige, für den diese Serie gedreht wurde. Und ich muss sagen: Ich sehe sie mir immer und immer wieder an, wenn ich darauf Lust habe. Und die habe ich. Denn es ist eine unterhaltsame Serie. Und sie wird trotz der vielen Wiederholungen (dank Mediathek) nicht schlechter. Nein, denn man findet immer wieder neue Nuancen, die man früher so nicht wahrgenommen hat. Von mir 4 von 5 Sternen.

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Von: Rüdiger https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-709191 Sat, 22 Jan 2022 08:30:31 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-709191 ……vielleicht sollte man den Film nur als das sehen, was er ist, ein Film, der unterhalten soll. Und das schafft er und, wie ich meine, auf ganz gutem Niveau. Allein die Tanzszenen und die Trainingseinheiten gibt es eben in keiner Soap. Und wegen der West/Ost-Wahrheit haben wir alle so unsere eigenen Wahrheiten, die ja aber nicht unbedingt wahr sein müssen. Ich kann mich noch gut erinnern wie Omi zu Weihnachten zwei große Pakete schnürte. Als Kind hatte ich da den Eindruck, dass es den Menschen in der DDR furchtbar schlecht gehen muss. Das war vielleicht auch so. Allerdings würde ich mich heute freuen, wenn mir einer ein solches Paket schicken würde, obwohl ich das gar nicht nötig hätte.
Die DDR-Bosse haben aus meiner Sicht schlimme Fehler (Verbrechen) begangen wie die Todesschüsse an der Mauer und das Einsperren ihrer Bürger. Wenn die DDR die Mauer nicht gebaut und die Menschen so behandelt hätte wie es in einem echten Sozialismus sein sollte, dann hätte die DDR eine Überlebenschance gehabt. Es ist wahr, dass zunächst viele Kapitalisten die DDR verlassen hätten. Die andere Wahrheit ist aber, dass es irgendwann zu einem Rückfluss gekommen wäre. Die DDR hätte das lebenswertere Deutschland werden können. Es ist müßig darüber zu philosophieren, ob eine Zweistaatenlösung auf Dauer möglich gewesen wäre. Allerdings, und um jetzt die Kurve zum Film zu kriegen, sollten wir alle etwas toleranter mit unserer Geschichte umgehen. In der DDR war nicht alles schlecht und in der BRD war nicht alles gut. Aber darum geht es dem Film nicht. Es ist aber das typische Hineininterpretieren von Ideologien, um die es gar nicht geht. Es geht hier um ein Verbrechen, das man Kindesraub nennt, und das schlimmste Verbrechen ist wohl das, was man dadurch den Zwillingen angetan hat. Mir fehlt etwas die Tiefe bei hochemotionalen Punkten der Geschichte. Das hätte der Uli besser machen können. Aber, alles in allem, doch sehenswert, im Hinblick auf das Parallelprogramm an Quiz, Kochen und Krimis.

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Von: David https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-694278 Fri, 07 Jan 2022 21:04:25 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-694278 Wirklich schade diese Serie voller Plattitüden und Stereotype zu sehen, die nie über das Niveau einer Soap Opera billigster Machart hinauskommt.
Dabei gäbe der Friedrichspalast so viele spannende Geschichten her. Selbst heute kann man im Palast bei einem Revue-Besuch noch erahnen, wie es im Osten vielleicht etwas steifer, schonungsloser und militanter zuging, wie man dort aber immer auch von Großem träumen konnte.
Als Wessi, der aber einiges an Osterfahrung hat, schäme ich mich geradezu dafür, wie man in solchen Filemen spüren kann, dass da eine Generation heranwachst, die sich offensichtlich nicht mehr im Ansatz vorstellen kann, wie das Leben in der DDR (oder ganz allgemein gesprochen: außerhalb ihrer priviligierten Seifenbalse) war und ist. Gerade die pauschalierende Schwarz-Weiß-Malerei, wie sie die Serie widerspiegelt, ist das, was die Spaltung unserer Gesellschaft weiter befeuert.

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Von: Oliver Armknecht https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-691786 Wed, 05 Jan 2022 09:31:44 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-691786 Als Antwort auf Tom Sch..

Sie haben ganz offensichtlich die Kritik nicht gelesen. Ich kritisiere Punkte wie die konstruierte Geschichte, die furchtbaren Dialoge und die stereotypen Figuren, nicht die Darstellung des Ostens an sich. Im Gegenteil hebe ich an einer Stelle positiv hervor: „Immerhin: Der Palast versucht einen etwas differenzierten Blick auf den Dualismus, prangert an einer Stelle an, dass der Westen nicht einmal versucht, die Mentalität des Ostens zu verstehen, sondern sich gleich arrogant über die Menschen dort erhebt. Verkörpert wird diese Arroganz durch die Figur des Rolands, der so sehr von der eigenen Überlegenheit überzeugt ist, dass ihm nicht mal in den Sinn kommt, dass Rosa ihm nicht folgen könnte. Seine verblendete Übergriffigkeit, die er auch im fortgeschrittenen Alter nicht mehr anzweifelt, hat dabei erst zu dem Familienunglück geführt.“

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Von: Tom Sch. https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-691778 Wed, 05 Jan 2022 09:08:48 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-691778 Als Antwort auf Dagmar Collinet.

Guten Tag,

sicher geht es bei Filmkritik oft um das Zerreißen einer Filmproduktion.
Es tut mir leid schreiben zu müssen: dieser hehren Aufgabe wird die Besprechung der Produktion „DER PALAST“ m.E. in weiten Teilen nicht gerecht. Dies betrifft insbesondere die Auseinandersetzung mit der historisch-inhaltlichen Substanz des Films „DER PALAST“ (ich habe in der Mediathek schon alle Teile vorab angesehen). Die Rezension und der erste Kommentar triefen leider nur so von der durch political correctnis vorgeschriebenen, aber längst altmodisch gewordenen SCHWARZWEISS-Malerei der alten bunten Republik Deutschland, wenn es um die Darstellung des so lange Zeit geteilten Deutschlands geht. Ich möchte bezüglich der Lebensumstände in der DDR wirklich gar nichts beschönigen. Aber die Wertung „Der Osten in ‚der Palast‘ müsste wesentlich düsterer und das Interieur spartanischer gestaltet sein“ – das ist leider nichts anderes als ein Zeichen von völliger Unkenntnis, ja Ignoranz und arroganter Herabwürdigung des Lebens von Millionen Menschen in der DDR (1949-1990) im Sinne „Also im Westen war alles golden, und in der DDR haben alle Menschen nur in ärmlichen dunklen Hütten gelebt und gearbeitet“. Reicht Ihnen nicht der künstlerisch gut eingearbeitete, tatsächlich belegte krasse Widerspruch zwischen (ein Beispiel) dem Anblick von tatsächlich kaum zumutbaren Wohnverhältnissen auf der einen Seite und der im Film nur wenig überhöhten Pracht eines strahlenden Friedrichstadtpalasts, für dessen Revues die Eintrittskarten am leichtesten mit D-Mark zu bekommen waren – welch eine Ungerechtigkeit, welcher Hohn: Eine drittklassige Hinterhof-Bühne hätte wohl auch keine „Devisen“ eingebracht. In der Rezension und im ersten Kommentar gibt es mehr alte und überholte Klischees als im Film selbst – teilweise liest man auf dieser Webseite kaum eine Spur von Einfühlungsvermögen in DDR-Menschen der Jahre 1961ff. Ja, für die meisten Bundesbürger wurde jeglicher Wohlstand hart erarbeitet. Das sagt die Figur der Frau Wenninger an mehreren Stellen ganz deutlich. Aber wer im Osten hatte schon die Chance, seine Fähigkeiten für gutes Geld anzubieten. Hätten denn alle den Ausreiseantrag stellen und egoistisch ihre völlige Entwurzelung bezüglich regionaler Erinnerungen oder ihrer Familiengefühle auch gegenüber Kindern und Eltern betreiben sollen?
Es geht in einem solchen Film selbstredend nicht um ein so facettenreiches Kunstwerk wie z.B. „‚Buddenbrooks“. Aber die filmkünstlerische Darstellung junger Menschen in ihrer unterschiedlichen Sozialisation – das macht für mich den Film geglückt, ja sehr wertvoll und empfehlenswert. Die Besetzung mit großen Schauspielern war dem Film angemessen.

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Von: Ingrid Mueller https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-691646 Wed, 05 Jan 2022 05:50:22 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-691646 Mir hat es gefallen.
Mal etwas anderes als die ewigen Krimis.
Und es ist nun mal so,wer die Wahl gehabt hätte wäre in den Westen gegangen ,damals.
Ein Land welches seine Menschen einsperrt und dann auch noch seine Menschen verkauft aus den Gefängnissen,an der Grenze tötet,das stellt doch alles Positive was da gewesen sein mag in den Schatten.Und die politisch Verantwortlichen dort haben doch selber keineswegs den Sozialismus gelebt,sondern sich mit Dingen aus dem Westen ihr Leben verschönt.
Ausserdem erwarte ich von einem Film nie die volle Realität.

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Von: Dagmar Collinet https://www.film-rezensionen.de/2022/01/der-palast/comment-page-1/#comment-689986 Mon, 03 Jan 2022 21:27:23 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=200023#comment-689986 Guten Abend Herr Armknecht,

Vielen Dank für ihre differenzierten Worte und ihre Ehrlichkeit. Genau wie Sie schreiben, haben mich beide Filme (Eldorado Kadewe und der Palast irritiert. Es scheint ebenfalls trendig zu sein, zu viele Themen zu schnell und flapsig anzupacken, als sich auf eines zu konzentrieren und hier Spannung und Dramaturgie aufzubauen. Handlungen und Dialoge werden immer häufiger ohne Tiefgang konzipiert, dabei wird vordergründig auf Optik und zu viel Musik gesetzt, die weder passt stattdessen den Film zuschüttet und sämtliche Figuren in den Hintergrund abdrängt. Der Osten in der Palast müsste wesentlich düsterer und das Interieur spartanischer gestaltet sein. Ich sag nur: Dank Wandlitz konnten die Tänzer auf der Bühne so prächtig leuchten – Der Palast präsentiert sich eher westlich – um ja keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. Begabte Schauspieler, sollten sich nicht jeder Chance hingeben, die sich ihnen bietet, denn viel gemacht, heißt noch lange nicht gut gemacht. Lieber ein Angebot ablehnen als sich anzubiedern. Dieses rasante und mit Oberflächlichkeit und Glanzvollen Bildern übergossene macht die öffentlich rechtlichen quantitativen Spitzenreitern. Gerade die beiden Maskenbildner, oder die Servicekraft, auch der langjährige Freund von Christine – hätten mehr aus der Rolle machen dürfen, wenn Mut, Experimentierfreude und hintergründiger Humor durch die Regie eingeflossen wäre. Authentizität und sorgfältige Arbeit ist nicht mehr angesagt. Geschuldet ist es auch den immer kürzeren Drehtagen – wie soll da eine anspruchsvoller Film herauskommen, oder eine Serie.
Da haben uns die Franzosen, Engländer und Skandinavier einiges voraus.

Als Lichtpunkt am Horizont bleibt noch der Film: Ein Land dass es nicht mehr gibt – Vielleicht läuft er im Juni an. Auf ihre Kritik bin ich schon gespannt.
Weiter so Herr Armknecht – konstruktive Filmkritiker, die verschiedene Blickwinkel beleuchten – die braucht es.
Herzliche Grüße
Dagmar Collinet

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