Kommentare zu: Die tätowierte Rose https://www.film-rezensionen.de/2021/10/die-taetowierte-rose/ Popcornkino und Independent Tue, 26 Oct 2021 15:57:39 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2021/10/die-taetowierte-rose/comment-page-1/#comment-632262 Tue, 26 Oct 2021 15:57:39 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=191120#comment-632262 Vorsicht Spoiler!

In der Vorlage von Tennessee Williams war inhaltlich ganz schön viel drin und Regisseur Daniel Mann hat versucht so viel wie möglich davon zu übernehmen.
Die treue Ehefrau Serafina Delle Rosa (1. Hinweis auf Titel) (höchst Oscar würdig Anna Magnani) wird erst schwankend als sie von der Treulosigkeit ihres ums Leben gekommenen Ehemanns Rosario durch die Klatschweiber erfährt. Schwangerschaft und Fehlgeburt kann sie nun getrost verheimlichen. Folglich will sie ihre Tochter Rosa (2. Hinweis) (Marisa Pavan) davor bewahren, den gleichen Fehler wie sie zu machen. Und jetzt verliebt sich auch noch der etwas schlicht strukturierte LKW-Fahrer Alvaro (ebenso grandios Burt Lancaster) in Serafina.
Daraus wurde ein Südstaaten Drama, das in einer Kleinstadt unweit von New Orleans mit vorwiegend italienisch stämmiger Bevölkerung spielt. Die darin verwickelten Figuren wachsen an der menschlichen Tragik und angetrieben von heftiger Leidenschaft werden sie zu Heroen der Handlung. Gelegentlich hilft ihnen ein kleiner Schuss Komik dabei.
Tief gläubig hört sich die Mutter den Heiratsantrag ihres zukünftigen Schwiegersohns Jack (Ben Cooper) erst an, bevor sie ihm die Absolution erteilt.
Rosario und seine Freundin Estelle (Virginia Grey) trugen jeweils ein Rosen Tattoo auf der Brust und der entflammte Alvaro lässt sich prompt auch eins stechen. Ein Fehler! Serafina rastet aus, Alvaro säuft sich zu und verwechselt im Suff Serafina mit Rosa. Verbale und handfeste Balgereien (inklusive einem Damenduell zwischen Serafina und Estelle) bescheren dem Publikum eine vertraute italienische Atmosphäre.
Überraschend gibt es doch noch ein doppeltes Happy End und alles ist wieder F.F.E.
Die großartigen Darsteller machen das kammerspielartige Drama zu einem Erlebnis und versöhnen uns auch mit dem etwas unerwarteten, plötzlichen Ende, in dem es Konzessionen an den Geschmack des Publikums gibt.

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