Kommentare zu: Sarah Kohr: Stiller Tod https://www.film-rezensionen.de/2021/09/sarah-kohr-stiller-tod/ Popcornkino und Independent Fri, 16 Feb 2024 07:48:32 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Erich Fischer https://www.film-rezensionen.de/2021/09/sarah-kohr-stiller-tod/comment-page-1/#comment-1293554 Fri, 16 Feb 2024 07:48:32 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=189681#comment-1293554 Vorsicht Spoiler!
Die deutsche Antwort auf Lara Croft diesmal als Sarin-Kohr wieder affenartig behende unterwegs. Unter Verzicht auf die diversen Nahkampfplänkeleien hätte das Problem allerdings an mindestens zwei Stellen durch einen tödlichen Schuss auf einen der Übeltäter vor dem Scharfmachen der Giftgaskartusche effizienter gelöst werden können. Schließlich ist die Kohr außer Krav-Maga-Meisterin auch Schützenkönigin und müsste einen präzisen Kopfschuss zustande bringen, wenn die Kartusche gerade nicht herunterfallen kann. Aber dann wäre der Film keine 90 Minuten lang gewesen und die Kohr hätte nicht am Schluss theatralisch Schaum vorm Mund gehabt (was eigentlich für ein tolles Serienende geeignet gewesen wäre, KommissarInnen sind wegen Ausscheidens aus einer Serie schon blöder gestorben). Durch die Konzentration im beengten Panzerinneren hätte das Sarin für Kohr, die dem Gas fast eine Minute lang ausgesetzt war, rasch eher lebensbedrohlich sein müssen (bei einem Sarin-Anschlag in der U-Bahn von Tokio im Jahr 1995 starben 13 Menschen, mehr als 5000 wurden vergiftet oder verletzt), Superwoman Kohr, die erstaunlicherweise mit einem Radpanzer fahren konnte als wär’s ein Kleinbus, aber dann der Spannung halber nicht wusste, wie man die Luke öffnet, war allerdings nach äußerer Dekontamination und einer feldmäßig verabreichten intramuskulären Atropin-Injektion ohne Spitalsbehandlung rasch wieder putzmunter.
Ziemlich konstruierte Story und der Raub der Giftgaskartusche aus dem Hochsicherheitslabor (? – sollte es für Sarin eigentlich schon sein) war extrem unglaubwürdig. Immerhin war man am Schluss wenigstens insoweit realistisch, dass der Erste Hilfe leistende Chemiker nicht seinen Ganzkörperschutzanzug abgestreift hat, um mit der kontaminierten Kohr Mund-zu-Mund-Beatmung zu machen, was in einer deutschen Schnulze der Beginn einer wunderbaren Freundschaft geworden wäre…

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