Kommentare zu: Alone – Du kannst nicht entkommen https://www.film-rezensionen.de/2021/03/alone-du-kannst-nicht-entkommen/ Popcornkino und Independent Thu, 14 Nov 2024 20:25:28 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Von: wmjahn https://www.film-rezensionen.de/2021/03/alone-du-kannst-nicht-entkommen/comment-page-1/#comment-1422749 Thu, 14 Nov 2024 20:25:28 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=171977#comment-1422749 Jurist halt... Ich werde doch nicht gegen mich selbst argumentieren. Aber ich platzier das dort gerne auch, nur kann man sich dort nicht leicht (Ebert) bzw. gar nicht registrieren (Schwarz). Letzterer ist halt nicht so mutig und tapfer wie ihr, der lĂ€sst - wie die feige imdb (die da frĂŒher anders und besser war) - keine Diskussion auf seiner Seite zu ... đŸ˜Ș Bitte ned böse sein, hab Euch eh lieb. 😍]]> Ja, das ist doch nicht verwunderlich. đŸ€” Jurist halt… Ich werde doch nicht gegen mich selbst argumentieren.

Aber ich platzier das dort gerne auch, nur kann man sich dort nicht leicht (Ebert) bzw. gar nicht registrieren (Schwarz). Letzterer ist halt nicht so mutig und tapfer wie ihr, der lĂ€sst – wie die feige imdb (die da frĂŒher anders und besser war) – keine Diskussion auf seiner Seite zu … đŸ˜Ș

Bitte ned böse sein, hab Euch eh lieb. 😍

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Von: Oliver Armknecht https://www.film-rezensionen.de/2021/03/alone-du-kannst-nicht-entkommen/comment-page-1/#comment-1422397 Wed, 13 Nov 2024 21:54:26 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=171977#comment-1422397 Als Antwort auf wmjahn.

Du meinst den perfekten Film, der bei Roger Ebert 2/4 bekommen hat? Und auch bei Dennis Schwartz war nur eine B drin. Aber irgendwie zitierst du diese Seiten immer nur, wenn sie deine Meinung bestĂ€tigen …

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Von: wmjahn https://www.film-rezensionen.de/2021/03/alone-du-kannst-nicht-entkommen/comment-page-1/#comment-1422386 Wed, 13 Nov 2024 21:02:13 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=171977#comment-1422386 Ich bin gerade ueberwÀltigt.

Denn ich habe etwas gesehen, was sehr selten ist.

Ich habe einen perfekten Film gesehen!

Was ist das ueberhaupt, ein perfekter Film, a perfect movie?

Ein perfekter Film ist ein Film, der alles beinhaltet, was er beinhalten muss. In einem perfekten Film ist nicht mehr drinnen, als drinnen sein muss und einem perfekten Film fehlt aber auch nichts, was drinnen sein muss. Ein perfekter Film bietet nicht mehr, aber auch nicht weniger, als er bieten muss.

Was in einem perfekten Film drinnen sein muss, ist an Hand der Geschichte zu beurteilen, die ein perfekter Film erzÀhlen will.

Ein perfekter Film erfordert keinerlei „message“, er muss nicht „bilden“, „erziehen“, „belehren“ oder irgendeinem anderen „hoeheren Zweck dienen“ oder einen solchen „erfuellen“. Er muss keine „Werte verteidigen“, keine Himmelsrichtung abbilden (links, rechts, oben, unten, was auch immer) oder sonst was auch immer tun.

Ein perfekter Film genuegt sich selbst, er ruht in sich, er weiss was er kann, er ist nicht ueber- oder untergewichtig, und er erreicht sein Ziel mit einer Sicherheit und PrÀzision, die einem den Atem verschlÀgt.

ALONE ist so ein perfekter Film.

Er erzÀhlt die Geschichte eines (Serien?-)Moerders, der ein Opfer gefunden hat und sich darauf konzentriert, es umzubringen. Simple as that. Das Opfer wehrt sich. Simple as that.

An dieser Geschichte ist die Perfektion des Filmes zu messen. An nichts anderem.

Bereits der erste „frame“ ist kolossal: eine Frau rĂ€umt einen U-Haul ein. Nun, was soll daran kolossal sein, wird mancher jetzt fragen? Nun, wie das dargestellt wird, das EinrĂ€umen des U-Haul, das ist kolossal! Der erste frame zeigt einen U-Haul von innen, in dem eine Frau von aussen ihre Sachen verstaut. Bereits der erste frame gibt den Ton des Filmes vor: er ist klaustrophob, beengt, eingeschrĂ€nkt, und zwar alles: der Bewegungsspielraum, das Licht, die Sicht, der Horizont. Und das Thema zieht sic durch den ganzen Film, es kommt in vielen, im Grunde in fast jeder (!) Einstellung vor, beengte Kamerawinkel, beengte RĂ€ume, psychische und physische Beengtheit, Eingesperrtsein.

9 von 10 Regisseuren (95 von 100?) hÀtten einfach eine Frau gezeigt, die am Gehsteig Zeug in ihren U-Haul stopft. Belanglos, geschenkt. Indem die Szene von innen heraus aufgenommen wird, bekommt sie eine vollkommen andere Perspektive. Das hat mich sofort beeindruckt und gepackt.

Nachdem die Frau fast alles verstaut hat, sieht man, wie sie noch eine groessere Zimmerpflanze im U-Haul verstauen moechte (ebenfalls von innen). Sie bekommt sie zwar hinein, ist aber mi dem Ergebnis nicht zufrieden. Vermutlich passt sie niht ganz hinein und sie moechte sie nicht beschĂ€digen. Sie denkt kurz nach – vermutlich ob sie die Pflanze auf die Rueckbank legen soll – entscheidet sich dann aber dagegen – vermutlich weil das ihre Rueckbank verschmutzen koennte („Sauberkeit kommt gleich nach Gottesfurcht“ und das stimmt definitiv) – und stellt sie dann neben einer Bank am gehsteig ab. So dass sie nicht im Weg steht, aber jeder sie sehen kann.

Diese Frau ist gut strukturiert. Man darf davon ausgehen, dass sie ihr Leben im Griff hat.

Sie steigt in ihr Auto und fÀhrt los. Alles ohne Hast, wohlueberlegt und konzentriert.

Sie fÀhrt durch die Strassen und die folgenden Einstellungen sind eine glasklare Hommage an die Eroeffnungsszenen von Steven Spielbergs nach wie vor besten Film (allerdings ex aequo mit JAWS), nÀmlich DUEL. Wie Dennis Weaver verlÀsst sie die Stadt.

Wir wissen nicht warum, wir wissen nicht wohin, denn all das ist auch nicht wichtig.

All diese Szenen kommen ohne jeden Dialog aus. Sie labert nicht, niemand ruft sie an, sie unterhÀlt sich nicht. Sie macht ihre Sache, ruhig, konzentriert, wohlueberlegt. A (wo)man with a plan.

Das nenne ich perfekt, vollkommen fettfrei und ohne Verzierung. Ein perfekter Filmbeginn.

Das sieht man selten, extrem selten.

Man weiss, der Regisseur und der Kameramann (ich nehme mal an: Mann) wissen was sie tun, sie habne auch einen Plan.

Ich koennte jetzt den ganzen Film durchanalysieren, werde das aber nicht machen. Denn er geht ohnehin derart perfekt weiter.

Was folgt ist die Jagd eines Killers nach einer peu a peu ihre Situation realisierender Frau. Das alles geschieht ganz ohne Effekte, langsam, leise, zielstrebig, unausweichlich.

Die Szenen zuerst verbaler, dann koerperlicher Auseinandersetzungen steigern sich. Sie sind nie uebertrieben, nie konturlos und immer auf die Handlung bezogen. Keine Verzierungen.

Die Kamera erzeugt permanent eine klaustrophobische Grundstimmung. Unbewusst. Die Musik erfuellt eine rein untersteutzende Funtion, sie wird nie laut, drÀngt sich nicht in den Vordergrund, passt sich perfekt den Handlungserfordernissen an.

Die Schlusssequenz, der Kampf, kommt wieder ohne jeden Dialog aus. Er ist nicht ganz kurz, er ist nicht zu lang, er ist der Sache angemessen und Àusserst brutal. Immerhin geht es um das Leben der Frau, um ihr Leben. Die Schlusssequenz hat CITIZEN KANE-QualitÀten. Kein Dialog. Fast keine Musik. Nur Blicke. Und der Zuschauer weiss ganz genau, was diese Blicke zu bedueten haben. Er denkt an den Momnolog, den der Killer ueber Furcht 20 Filmminzten davor von sich gegeben hat.

Und ich hab mir allein der Tonspur wegen (und im Gefuehl totaler Zufriedenheit) noch den gesamten Abspann angeschaut und zugehoert, wie die BĂ€ume leise knarren, die Voegel im Hintergrund zwitschern, der Wind leicht blĂ€st … das kann man nicht naders zusammenfassen als: perfekt.

Ein perfekter Film.

10/10.

Ich bin noch immer ueberwÀltigt.

Und das mssute mal geschrieben werden.

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Anmerkung: ich weiss schon, man kann ueber alles verschiedener Ansicht sein, aber fĂ€llt Euch die perfekte Machart und ErzĂ€hlstruktur des Filmes (und der immense Spannungsbogen) nicht auf ?? DESHALB lese ich ja Kritiken: damit ich solche Perlen finde. Und dann verschwindet so eine Meisterleistung im Mischmasch der 7er-Bewertungen. Das ist traurig, richtig traurig. Gestern hab ich mir BLOOD ON MY NAME angeschaut, auch a 7er, konturlos, unstrukturiert, unlogisch (vom Verhalten der Figuren). Klar hĂ€tte man aus dem auch viel mehr machen koennen. Hat man aber nicht. Das ist eben der Unterschied in Regie, Kamera, Drehbuch, Musik, Darsteller (der Sheriff in BLOOD … oh Gott …), you name it. Und das sollte eine Kritik verbal herausarbeiten und punktemĂ€ssig darstellen. Finde ich. Ohnehin nur ich.

Jetzt schau ich mir den an, auf dem ALONE basiert, GONE aus 2011. Und ich hoffe, dass der auch ein filmischer Orgasmus sein wird. Ich erwarte das nicht, aber ich hoffe es.

(Bitte um Entschuldigung fuer Tippfehler … muss ja heute sein, dass man sich auf keinen Fall zu wenig entschuldigt, LOL).

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