Kommentare zu: Du lebst noch 105 Minuten https://www.film-rezensionen.de/2021/02/du-lebst-noch-105-minuten/ Popcornkino und Independent Sun, 28 May 2023 07:34:34 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2021/02/du-lebst-noch-105-minuten/comment-page-1/#comment-1237944 Sun, 28 May 2023 07:34:34 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=169194#comment-1237944 Vorsicht Spoiler!

Dieser Klassiker steht auf zwei Füßen: Ehedrama und Telefonterror. Und nach der finalen Spannungsspitze gibt der Schluss auch noch Rätsel auf.
Die verwöhnte Fabrikantentochter Leona (Barbara Stanwyck) schnappt ihrer College Freundin Sally (Ann Richards) den kleinen Verkäufer Henry (Burt Lancaster) weg und heiratet ihn. Eine unglückliche Ehe: Sie ist verärgert über Henrys Ansichten als Kronprinz ihres reichen Vaters James Cotterell (Ed Begley). Dem verwöhnten Püppchen missfallen Henrys Lebenseinstellungen. Vor allem leidet er unter seiner Besitzlosigkeit. Er führt ein Luxusleben ohne Aufgaben und rechten Sinn, bis er mit ein paar Kumpels an der Legalität vorbei eigenes Geld verdient. Durch eine Fehlschalte hört die inzwischen bettlägerige Leona, die an einer Herzneurose leidet, von einem Mord. Der Zuschauer hatte vorher scheibchenweise Retro-Details erfahren. Darin kommen Henry Jugendliebe Sally vor, sowie ihr Mann, ein Staatsanwalt und der Kopf der Bande, Morano (William Conrad). Außerdem ist der Chemiker Evans aus Vater Cotterells Fabrik dabei.
Dass Henry entzaubert wird, überrascht nicht – höchstens dass Burt Lancaster hier mal einen Bösewicht verkörpert. Die Spannung kommt von den s/w Aufnahmen, die Sol Polito machte. Leona liegt im Bett, ein Schatten steigt ins Haus, kommt die Treppe hoch,
Leona allein im Haus. Das Telefon klingelt immer wieder, Leona schleppt sich vom Bett zum Fenster. Mal ist Henry am Apparat, mal Evans. Es gibt keine Toten, nur ein Lagerschuppen wird abgefackelt. Der letzte Anruf kommt aus einer Telefonzelle. Als Leona abnimmt hört sie nur die Stimme des Anrufers ‘Flasch verbunden!‘ The End!
Hier hat sich die Einsamkeit und die Hilflosigkeit zu Todesangst entwickelt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind fließend. Mitgefühl eine Luxusoption.

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