Kommentare zu: Heiße Küste https://www.film-rezensionen.de/2020/10/heisse-kueste/ Popcornkino und Independent Sat, 10 Oct 2020 11:54:58 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2020/10/heisse-kueste/comment-page-1/#comment-491200 Sat, 10 Oct 2020 11:54:58 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=156563#comment-491200 Trotz Weltstar Isabelle Huppert in der Titelrolle als Mutter von zwei erwachsenen Kindern: Joseph (Gaspard Ulliel) und Suzanne (Astrid Bergès Frisbey) ist der Film kein Erfolg. Die Neuverfilmung eines Duras-Romans vom einheimischen Regisseur Rithy Panh kommt zu distanziert daher. Es ist das fernöstliche Guckkasten-Kino, das wir hier genießen können, in dem eine Identifikation mit Figuren auf der Leinwand nicht möglich ist. Die Figuren agieren mit gebremstem Schaum, alles ist immer unter Kontrolle. Die Huppert scheint gelangweilt, die Kids desinteressiert, abgehoben und nicht aus Fleisch und Blut.
Über allen schwebt das Damokles-Schwert der Armut. Reiche Chinesen kaufen den Bauern das Land ab, einer von ihnen, Monsieur Jo (Randal Douc) nähert sich zögerlich Suzanne. Mutter und Tochter kämpfen unentschlossen an mehreren Fronten. Joseph zieht es in die Ferne, die Mutter stirbt und Suzanne bleibt frustriert allein zurück.
Die sozialen Unruhen im Lande – bei der Duras viel stärker betont – stehen hier etwas aus dem Zusammenhang gerissen wie Salzsäulen im literarischen Raum, in dem das Süßwasser sich mit dem Wasser des Meeres mischt, wenn der Damm bricht. Ganz unverständlich hat man titelmäßig ‘Heiße Küste‘ daraus gemacht. Das mit dem Damm hat die Duras deutlicher betont. Sein Bruch – so der Titel des Originals wird hier nur mal kurz am Rande erwähnt. Ansonsten schlägt sich die verarmte dreiköpfige Familie etwas planlos durchs Leben, bevor sie sich auflöst.

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