Kommentare zu: Bis dann, mein Sohn https://www.film-rezensionen.de/2019/09/bis-dann-mein-sohn/ Popcornkino und Independent Thu, 22 Sep 2022 16:42:07 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Erich Fischer https://www.film-rezensionen.de/2019/09/bis-dann-mein-sohn/comment-page-1/#comment-1079223 Thu, 22 Sep 2022 16:42:07 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=121847#comment-1079223 Zitat eines anderweitigen Kritikers: „Wer am Anfang nicht genau aufgepasst und zugleich an manchen Stellen kein Ohr für chinesische Namen hat, der kann in dieser komplexen und mit vielen Rückblenden und Zeitsprüngen gespickten Geschichte schnell mal den Überblick verlieren“. Wie wahr, denn genau das ist eben diesem Kritiker von Kino-Zeit sogleich passiert, indem er in der fundamentalen Anfangssequenz die zuvor nicht näher vorgestellten Buben Hao und Xing verwechselte! Es ist in diesem Film aufgrund absurder Schnitte wirklich alles unnötig kompliziert…

Wann werden die Filmemacher endlich kapieren, dass sie, die das Drehbuch von Anfang bis Ende gelesen oder sogar geschrieben haben, beim nicht-chronologischen Durcheinanderwürfeln der Zeitebenen weitaus leichter den Überblick bewahren können als die überrumpelten Zuschauer ohne jedwede Vorkenntnisse. Extra arg wird es, wenn wie in „Bis dann, mein Sohn“ trotz der abgehandelten gigantischen Zeitspanne auf informative Zwischentexte wie „Sechs Jahre zuvor“, „Vier Jahre danach“, „Heute“ oder „Vor zwölf Stunden“ verzichtet wird und die häufigen jähen Zeitsprünge nichteinmal durch Kleidermoden, Frisuren oder sonst was identifizierbar sind. Bei diesem Film ist das Chaos besonders rücksichtslos, er beginnt ohne jede Einführung in die Familienverhältnisse mit einem ertrunkenen Kind, setzt dann mit einer Jahre zuvor stattgefundenen Schwangerschaft und Abtreibung fort usw. usw. Ich hatte vor dem Film keine Zeit, mir eine detaillierte Inhaltsangabe zu suchen, und habe mich daher erst am Schluss mit einigem Grübeln ausgekannt, müsste mir dieses durch die tragischen Einzelschicksale zweier Familien gezeichnete monumentale Gesellschafts- und Geschichtsporträt über 40 Jahre China also ein zweites Mal ansehen, um dieses vom Thema her zweifellos großartige Werk jetzt ohne Verwirrung gebührend auf mich einwirken lassen zu können. Bei einer Filmlänge von 180 Minuten ist das aber etwas viel verlangt…

Wofür soll so ein intransparentes Schnittgewitter gut sein? Das ist doch mehr Künstlichkeit als Kunst!

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