Kommentare zu: A Ghost Story https://www.film-rezensionen.de/2017/11/a-ghost-story/ Popcornkino und Independent Sun, 14 Aug 2022 06:52:07 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Erich Fischer https://www.film-rezensionen.de/2017/11/a-ghost-story/comment-page-1/#comment-1011765 Sun, 14 Aug 2022 06:52:07 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=76969#comment-1011765 Aufgrund der vielen hymnischen Besprechungen durch Filmkritiker habe ich zunächst geglaubt, ich wäre in dieser Nacht besonders schlecht drauf gewesen, weil mir schon nach einer Viertelstunde (gefühlt wie eine Ewigkeit), genauso langweilig wurde wie später dem Geist – und dieser Ennui wurde zunächst immer ärger. Gottseidank haben anderwärts ein paar User dasselbe wie ich geäussert, sonst müsste ich mich für gänzlich unkultiviert halten.

Der Witwe circa 15 Minuten zuzuschauen, wie sie nur von Rotzaufziehen unterbrochen etwas aus einer großen Schüssel gierig in sich hineinmampft, ist ja wirklich lähmend. Gerade als ich mir dadurch angeregt auch etwas Leckeres aus der Küche holen wollte, hat sie dann leider alles wieder rausgekotzt, was mich davon abhielt, es ihr gleichzutun.

SPOILER
Aber nach etwa einer Stunde kommt plötzlich doch noch annähernd sowas wie Action auf und es wird fast unterhaltsam. Wenn das einsame Leintuchgespenst angesichts fremden Familienlebens unvermutet durchdreht und vorübergehend zum zornigen Poltergeist wird, hat das einen wohl ungewollten Hauch von Komik. Doch wenn man dann bei einer Party endlos einem selbstgefälligen, von allen dort Anwesenden zu Recht ignorierten vor sich hinlabernden Klugscheisser zuhören muss, ist das nicht bloß ermüdend, sondern schon arg lächerlich. Allerdings hat mir ab da angesichts all der enervierenden Langeweile das Gespenst zunehmend leidgetan und in mir ist eine mir bisher unbekannte Angst vor dem Tod aufgestiegen, denn wenn der so wie in diesem Film sein sollte, wäre er eine ärgere Strafe als das katholische Fegefeuer. Immerhin gibt es dann als ansatzweises Spannungsmoment überraschend einen Ausflug in den Wilden Westen inklusive Indianerüberfall, den man jedoch nicht sieht, sondern nur durch kurz angedeutetes Kriegsgeheul und danach die Leichen der Siedlerfamilie vermittelt bekommt – würden diese wenigstens ebenfalls Geister werden, da könnten sie dem bedauernswerten Leintuchgespenst Gesellschaft leisten, aber nein. Als Erlösung gibt der Geist irgendwann doch noch seinen Geist auf.

Da wollte jemand mit Gewalt hochgeistige Kunst produzieren, das ist aber kräftig danebengegangen. Sofern einer nicht gerade auf überkandidelte Fadesse steht, sollte er sich die eineinhalb Stunden lang lieber Katzenvideos anschauen, wenn er schon seine Zeit verplempern will.

Für das grottenbahnartige Gespensterkostüm, welches bestens in einen Laurel- & Hardy-Film passen würde, verleihe ich meinen privaten Jux-Kostümoscar.

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