Kommentare zu: Suffragette – Taten statt Worte https://www.film-rezensionen.de/2016/06/suffragette-taten-statt-worte/ Popcornkino und Independent Mon, 18 Mar 2024 15:53:09 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Erich Fischer https://www.film-rezensionen.de/2016/06/suffragette-taten-statt-worte/comment-page-1/#comment-1302011 Mon, 18 Mar 2024 15:53:09 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=49385#comment-1302011 Ein emotionales Meisterwerk, nicht zuletzt dank der vielen hervorragenden Schauspielerinnen, aber auch Brendan Gleeson bringt seine Rolle des ambivalenten Inspektor Steed perfekt rüber, von denen könnten die Pappnasen in den meisten deutschen und österreichischen Filmen was lernen. Besonders geschickt finde ich es, dass das Geschehen primär aus Sicht der einfachen Arbeiterfrau Maud entwickelt wird, die erst langsam gegen all die äußeren Widerstände und ihre eigenen Skrupel in die Suffragettenbewegung hineinwächst, ihr Schicksal hat mich zutiefst berührt.

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Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2016/06/suffragette-taten-statt-worte/comment-page-1/#comment-1220574 Sat, 04 Mar 2023 11:02:38 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=49385#comment-1220574 Vorsicht Spoiler!

Regisseurin Gavron hat schon mit BRICK LANE (2007) bewiesen, dass sie es versteht, Frauenthemen behutsam aber eindringlich darzustellen. Für ihre ‘Obersuffragetten‘ hat sie drei ganz Große auf die Leinwand gebracht. Meryl Streep (Emily Pankhurst) gibt nur ein kleines aber überzeugendes Gastspiel, Bonham Carter (Edith Ellyn) ist für die Logistik der Aktionen verantwortlich und Carey Mulligan (Maud) macht mit ihrer Rolle einerseits den Weg in die Frauenproteste deutlich, andererseits verkörpert sie das zentrale Thema: Frauen als Ehefrau und Mutter, die gleichzeitig zeichensetzende Aktionen gegen die Unterdrückung der Frau durchführen. Dabei geraten sie immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz. Sarah Gavron lässt die wenigen Vertreter der männlichen Zunft korrekt aber nicht allzu negativ wegkommen, obwohl Mauds Ehemann Sony (Ben Whishaw) auch nur die damals allgemein übliche Meinung vertritt, die mancherorts auch heute noch anzutreffen ist: Frauen sind nur zuständig für Kinder, Küche und eventuell noch Kirche. Kommissar Steed (Brendan Gleeson) tut nur ganz unaufgeregt seine Pflicht und da stören die Mädels nun mal die öffentliche Ordnung.
Dramaturgisch setzt Sarah Gavron auf Spannungssteigerung. Von den überfallartigen Auseinandersetzungen mit der Polizei geht es über Hungerstreik und Zwangsernährung bis zum ersten Opfer Violet Miller (Anne-Marie Duff) auf der Rennbahn in Epsom. Jetzt kann die Öffentlichkeit (inklusive König Georg V.) die Augen vor dem Anliegen der Frauen nicht länger verschließen. Nach der ersten Märtyrerin der Bewegung folgen im Abspann einige Daten über die Einführung des Frauenwahlrechts auf der Welt. Und da sind durchaus Überraschungen dabei. Überzeugend, einfühlsam und preiswürdig. Aus heutiger Sicht schier unglaublich. Es musste halt mal gesagt werden.

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