Kommentare zu: Leviathan https://www.film-rezensionen.de/2016/01/leviathan/ Popcornkino und Independent Fri, 08 Nov 2024 23:32:00 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: wmjahn https://www.film-rezensionen.de/2016/01/leviathan/comment-page-1/#comment-1419850 Fri, 08 Nov 2024 23:32:00 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=41171#comment-1419850 Ja, es gibt im neuen russ. Kino einiges zu entdecken.

Im alten russ. Kino aber viel viel mehr. Wie im japan. Kino, die 60er und 70er bringen es.

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Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2016/01/leviathan/comment-page-1/#comment-1262120 Thu, 28 Sep 2023 10:19:36 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=41171#comment-1262120 Was der Leviathan für ein Fabelwesen ist, kann man googeln. Wie Regisseur Andrei Swjaginzew seinen Stoff unterfüttert, legt er zwar deutlich dar, ist aber nicht gleich für jeden nachvollziehbar. Um ihn voll und ganz zu verstehen, sollte man allerdings das Buch Hiob, sowie die titelgebende Schrift von John Hobbes (um1600) kennen und mit Michael Kohlhaas vertraut sein. Aber auch ohne davon belastet zu sein, beeindruckt der Film ungemein. Eine Landschaft, die durch ihre weite Unendlichkeit, die Korruptionsaffäre in der Nähe des Polarkreises fast vergessen lässt. Nikolai (Alexej Serebrjakow) verliert alles, was er hat und am Ende auch seine Freiheit. Daran ist er nicht ganz unschuldig. Es liegt an seinem Jähzorn und am Wodka, vielleicht auch an seiner Dickköpfigkeit. Und weil es in der Sowjetunion spielt, haben alle Westler sofort mit dem Finger darauf hingedeutet, dass das ja da so üblich sei: der korrupte Bürgermeister Wadim (Roman Madjanow) macht den kleinen Nikolai und seinen Freund und Anwalt Dmitri (Wladimir Wdowitschenkow) mit seinen ‘Kettenhunden‘ durch Einschüchterung und brachiale Gewalt. einfach platt.
Die Idee zum Film kam Andrei Swjaginzew allerdings bei Dreharbeiten in den USA, wo sich eine ähnliche Geschichte ereignet hatte. Wohlgemerkt in Amerika!
Tatsächlich weitet sich der Machtkampf zu einem Familiendrama aus, das so auch unabhängig vom herrschenden politischen System überall geschehen kann. Und dieses zweite Standbein des Films ist ebenso stark wie das erste. Hier überzeugt am meisten Ehefrau Lilia (Jelena Ljadowa), die beide Problemkreise in ihrer Person verbindet. Eine großartige Dramaturgie, die eine gewisse Anlaufzeit braucht, vor eindrucksvoller Kulisse verdient einen Oscar. Bemerkenswert ist, welche wichtigen Teile der Handlung nicht ins Bild kommen, lange offen bleiben und so Spannung erzeugen. Und die Kirche unterstützt wie immer die Machthaber vorbehaltlos!
Erschreckend die Reaktion von Putins Kultusminister Wladimir Medinski, der den Film als russlandfeindliches Machwerk abtat und verbieten lassen will.

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