Kommentare zu: Tagebuch einer Kammerzofe [Trailer] https://www.film-rezensionen.de/2015/04/tagebuch-einer-kammerzofe-trailer/ Popcornkino und Independent Tue, 03 Mar 2020 12:31:10 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2015/04/tagebuch-einer-kammerzofe-trailer/comment-page-1/#comment-443777 Tue, 03 Mar 2020 12:31:10 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=27665#comment-443777 VORSICHT SPOILER!!

Es verwundert nicht, dass Mirbeaus Roman Regisseure immer wieder gelockt hat ihn zu verfilmen. Nur sollte – wenn es bereits solche Meisterwerke wie die von Renoir und Bunuel gibt – diese Neuverfilmung von Benoit Jacquot dem Stoff einen neuen Impuls geben. Und genau das tut er auch im negativ – minimalistischen Sinne: es gibt keinen. Wichtige Teile fallen komplett unter den Tisch, Die Handlung läuft stark vereinfacht distanziert ab. Drehbuch und Regie scheinen fast desinteressiert zu sein.
Drei kleine Ausrutscher gibt es dann doch: wenn die Titelfigur Célestine (Léa Seydoux) etwas in ihren nicht vorhandenen Bart brabbelt, was im Gegensatz zu ihrer offiziellen Antwort steht. Dann eine blutige Kussszene zwischen Célestine und dem totkranken Monsieur George (Vincent Lacoste), der daraufhin das Zeitliche segnet und last but not least ein Dildo im Handgepäck einer Reisenden.
Ansonsten läuft der Plot auf ein offenes Ende zwischen Célestine und dem antisemitischen Diener Joseph (Vincent Lindon) hinaus. Selbst der ungalante Rhythmus des Beischlafs hätte nur Rudi dem Rammler zur Ehre gedient.
Danach schleichen sich beide im Halbdunkel gut getarnt aus ihrem Arbeitsverhältnis, das sie zuvor ausgeraubt hatten. Als Sittenbild zu flach werden bekannte Klischees abgearbeitet. Es gibt kaum Emotionen, etwas Elend der Frauen wie bei der schwangeren Köchin Marianne (Mélodie Valemberg), die immerhin schauspielerisches Talent aufblitzen lässt, aber viel Langeweile! K.V.

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