Kommentare zu: Jagdszenen aus Niederbayern https://www.film-rezensionen.de/2012/03/jagdszenen-aus-niederbayern/ Popcornkino und Independent Sat, 03 Jan 2015 09:41:52 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Von: Breakout https://www.film-rezensionen.de/2012/03/jagdszenen-aus-niederbayern/comment-page-1/#comment-23601 Fri, 01 Feb 2013 22:56:33 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=11700#comment-23601 Nach Deiner Rezension habe ich mir den Film nun ausgeliehen und kann der positiven Einschätzung nur zustimmen.

Meine Perspektive ist vielleicht ein bisschen speziell. Ich bin selbst in einem bayerischen Dorf wie im Film aufgewachsen. Nicht nur, dass die Einwohnerzahl in etwa gleich ist, mir die Mundart relativ vertraut ist und sogar Kirche verblüffende Ähnlichkeit mit der unsrigen besitzt, das Verhalten der Dorfgemeinschaft ist mir in keinster Weise fremd. Freilich liegen einige Jahrzehnte zwischen dem Dorf, in dem Abram und Hannelore leiden mussten, und dem, in dem ich aufgewachsen bin. Aber die aufgezeigten Hierarchien und Dynamiken der Dorfstruktur sind nach wie vor in ähnlicher Weise vorhanden, wenn auch in anderer Quanität und Qualität. Die Zeiten ändern sich dann doch. Trotzdem, wenn man in den Extras der DVD – die sehr sehenswert sind, geradezu dokumentarischen Charakter besitzen und damit die Fiktion in die Realität herüberholen – die Reaktion der Landshuter Bevölkerung nach der Premierenvorstellung sieht und hört, erscheint mir das als das empörte Zurückweisen des im vorgehaltenen Spiegel Gesehenen; als das anfängliche Leugnen des auf frischer Tat Ertappten (das gilt im Übrigen auch in ganz anderer Hinsicht, wenn ein Premierengast die Schlachtszene kritisiert). Dass 1969 jedoch bereits doch soviele Niederbayern das Wort für den Film ergriffen haben, hat mich überrascht und zeigt eindrücklich, dass das Bild natürlich nicht schwarz-weiß zu malen ist. Trotzdem ist der Film eine gelungene künstlerische Umsetzung realer Verhältnisse, die auch heute noch vorkommen.

Besonders tragisch habe ich gar nicht mal das Verhalten der Dörfler empfunden, sondern die Tatsache, dass die beiden Opfer und Niedrigsten in der Gemeinschaft nicht in Solidarität zueinander finden, sondern ganz im Gegenteil sich selbst bekämpfen. Auch das erscheint mir aktuellster Stoff.

Positiv hervorheben möchte ich außerdem noch die Leistung der Unholzinger Laiendarsteller. Vor allem der alte, kauzige Hiasl, der vom 73-jährigen Johann Brunner gespielt wird, wird einem in Erinnerung bleiben.

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Von: luzifus https://www.film-rezensionen.de/2012/03/jagdszenen-aus-niederbayern/comment-page-1/#comment-15558 Sat, 10 Mar 2012 12:07:30 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=11700#comment-15558 Ich kann dieser auf den Punkt kommenden Kritik nur zustimmen – ein wichtiger Film, wenn auch etwas konstruiert hin und wieder. Und die Tiersnuff-Szene hätte es auch nicht gebraucht, um den dumpfen Konservatismus der Dorfgemeinde offen zu legen.

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