Kommentare zu: Erbarmungslos https://www.film-rezensionen.de/2011/04/erbarmungslos/ Popcornkino und Independent Wed, 09 Aug 2023 16:11:52 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Holger Schoppmeier https://www.film-rezensionen.de/2011/04/erbarmungslos/comment-page-1/#comment-1221763 Mon, 13 Mar 2023 00:10:14 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=9045#comment-1221763 Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh „Unforgiven“ 1993 das Prädikat „wertvoll“, anbei die Jury-Begründung:

„Clint Eastwood, der glorreiche Held vieler US- und Italo-Western legt hier ein beachtliches Alterswerk vor, bei dem er neben der Hauptrolle auch für Regie und Produktion verantwortlich zeichnet.
Kein Film, der als Reminiszenz auf die große Tradition des amerikanischen Western bis in die 70er Jahre zu verstehen ist. Im Gegenteil: ohne Pathos und ohne falsche Töne decouvriert er mit dem Strickmuster des klassischen Western dessen Verlogenheit, Scheinmoral und glorifiziertes Heldentum. Eastwood schlüpft in die Rolle eine ehemaligen Revolvermannes, der sich von seiner Vergangenheit losgesagt hat, um nun ein einfaches Leben als Farmer und Schweinezüchter zu führen. Zur Waffe will er nur noch einmal greifen, um Geld für seine Kinder zu verdienen und um die Missetat der Verstümmelung einer Frau zu bestrafen.
Die Geschichte wird so nüchtern und realistisch erzählt, wie das Leben im Western wohl wirklich war. Der alte Killer kann sich kaum mehr auf seinem Pferd halten und schießt erbärmlich. Die schlichten Dialoge des Films sind der Geisteshaltung der Menschen angepasst. Schonungslos werden die primitiven Formen der Auseinandersetzung gezeigt: hier kommt es nicht zu glorreichen Kämpfen, sondern die Feinde werden auf der Toilette erschossen, von hinten überfallen oder brutal und sinnlos zusammengeschlagen. Der Abgesang auf den alten Western-Mythos wird durch die hervorragenden darstellerischen Leistungen der Veteranen Clint Eastwood, Morgan Freeman, Gene Hackman und Richard Harris noch verdichtet.
Eine glänzende Kamera fängt starke Bilder voller Schönheit und Bedrohlichkeit ein. Die Musik untermalt harmonisch. Einige Längen im Film ändern nichts an der überzeugenden Gesamtleistung Clint Eastwoods.“

Einzige Ergänzung meinerseits, dass stets ein fahles Pferd von der zeitlosen Hauptfigur geritten wird, zumindest in Clints Trilogie High Plains Drifter (1973-Ein Fremder ohne Namen), Pale Rider (1985-der namenlose Reiter) und eben Unforgiven (1992-Erbarmungslos), sinnbildlich insofern dort jeweils immer der vierte der apokalyptischen Reiter, dessen ursprünglich gekaufter/bezahlter Rachefeldzug für die misshandelte Prostituierte jedoch nach Neds Ermordung allerdings in einen persönlichen umschlägt und dazu nicht nur symbolisch als Startschuss die mittlerweile völlig entleerte Whiskeyflasche bei seinem Einzug in den inzwischen gänzlich regendurchweichten Matschboden von Big Whiskey fällt …

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Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2011/04/erbarmungslos/comment-page-1/#comment-36689 Fri, 31 Oct 2014 15:58:29 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=9045#comment-36689 Es will mir trotz mehrfachem Anschauen und ewig langem Nachdenken nicht in den Kopf, wieso es für diesen Film von und mit Clint Eastwood 4 Oscars gegeben hat. Inhaltlich bietet er nichts Neues, die üblichen Westernzutaten sind drin. Verwitweter Farmer, Clint Eastwood, braucht Geld und verlässt Hof und Kinder um eine Hurenschändung zu rächen. War er da Stammgast oder was? Die Promis bringen den Plot professionell rüber. Der eine oder andere agiert etwas wunderlich: Richard Harris spielt das zwar ganz toll. Ich versteh nur nicht was er will. Ebenso ergeht es mir mit dem Sherriff, den Gene Hackman verkörpert. Einfach unberechenbar. Ist das etwa preiswürdig? Der gute alte Morgan Freeman spielt seine beste Seite als treuer Freund aus. Das kann er am überzeugendsten. Dann ist Clint Eastwood auch noch angeschlagen. Anna Thomson pflegt ihn ganz selbstlos gesund. Die bringt wenigstens etwas darstellerische Klasse in ihrer kleinen Rolle.
Das Argument ‘Spätwestern‘ und ‘Abgesang auf einen Mythos‘ scheint mir etwas ausgetrocknet. Klar kann man 1992 keinen Western mehr wie Altvater Henry Ford drehen. Aber warum denn überhaupt? Etwa weil Eastwood mit diesem Genre groß und erfolgreich geworden ist? Auf diesem ausgetrampelten Pfad trabt er weiter. Hat er doch gar nicht nötig. Bleibt nur noch die Musik. Die ist auch von ihm, hört sich in ihrer Schlichtheit an wie von jemandem, der zum ersten Mal eine Gitarre im Arm hält und passt mit ihrer süßlichen Melodei zum Western wie Matjes zu Himbeereis. Und der Promibonus? Hätte es auch Preise gegeben, wenn den Film ein unbekanntes Greenhorn gemacht hätte? Vielleicht lieben die Amis ja so etwas? Ein Großer kann nur Großes vollbringen. Und der Western ist ja ihre ureigenste Erfindung. Der Titel besagt so etwas wie ‘ Gott verzeiht, Django nicht‘ oder so…
Ich für meinen Teil kann nur sagen: inhaltlich abgedroschen, teilweise kryptisch und unheimlich laaaangweilig. Sorry Clint!

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Von: Lorenz Mutschlechner https://www.film-rezensionen.de/2011/04/erbarmungslos/comment-page-1/#comment-11064 Sun, 17 Apr 2011 08:25:52 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=9045#comment-11064 Absolut brillanter Film der auch in meiner Sammlung einen Ehrenplatz hat. Als Eastwood-Fanboy mag meine Meinung über seine Filme wohl etwas stark subjektiv sein, aber wer Unforgiven noch nicht gesehen hat, ist wohl selbst Schuld.

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