Kommentare zu: My Son, My Son What Have Ye Done https://www.film-rezensionen.de/2010/11/my-son-my-son-what-have-ye-done/ Popcornkino und Independent Sat, 18 Feb 2017 22:43:14 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Malone https://www.film-rezensionen.de/2010/11/my-son-my-son-what-have-ye-done/comment-page-1/#comment-9729 Mon, 10 Jan 2011 18:16:48 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=7043#comment-9729 Danke für die ausführliche Antwort. Aber was war das denn anderes als „Eine knappe und leicht verständliche Story“? Ein Typ mit einer irren Mutter wird irre und hängt mit Irren rum, die auch alle zu doof sind ihn zum Doc zu schleppen und sich auch sonst reichlich dämlich verhalten – was für mich impliziert, dass ich mich mit keiner Figur identifizieren kann. Dann tickt er ganz aus und nimmt – wie unvorhersehbar – zwei Flamingos als Geiseln. Punkt. Kunstfilm ist ja gut und schön, aber ist das jetzt eine eigene Kategorie, an die man andere Maßstäbe anlegt als an „U-Filme“? Für mich fehlt daran fast alles, was sonst einen guten Film ausmacht: dass er mich wie auch immer fesselt. Sowas kann Aliens, Zwei glorreiche Halunken, Magnolia, Nachtblende auf jeweils ganz unterschiedliche Weise. Auch Herzog selbst hat das mit seinen Kinski-Filmen oder Rescue Dawn und Bad Lieutenant (köstlich!) geschafft. Das „antiquiert“ bezog sich dementsprechend auch auf Herzogs ältere Filme, deren Stil nicht neu hätte aufgelegt werden müssen. „Experimentell“ war damals ja ok, aber wenn Galileo noch vierzig Jahre später eine Kugel die schiefe Ebene herunterrollen lässt, dann fehlt dem Experimentellen irgendwann das Originelle. In meinen Augen ist der Film keine Weiterentwicklung sondern eine Regression. Ich bin ernsthaft überzeugt, dass der Film bei den Kritikern erheblich schlechter abgeschnitten hätte, wenn nicht Herzog oder Lynch darauf stünde.

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Von: Candide https://www.film-rezensionen.de/2010/11/my-son-my-son-what-have-ye-done/comment-page-1/#comment-9727 Mon, 10 Jan 2011 17:31:06 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=7043#comment-9727 Es geht hier nicht um ein „oft dagewesenes“ Thema und auch nicht darum irgendwelche Spannung zu erleben, sondern darum wie Herzog das Ganze präsentiert. Im Gegensatz zum zeitlich nahe gelegenen Rescue Dawn spielt er hier ganz nach seinen bzw. keinen Regeln. In Bad Lieutenant lies er diese Tendenz bereits wieder aufblitzen, hier geht aber ganz klar nochmals einen Schritt weiter.

Wenn der Film nicht von Herzog wäre, dann wäre er am Ende nicht so geworden wie er ist Punkt. Ob die Figuren nun Quatsch erzählen oder sich aber tatsächlich ein Sinn daraus ergibt lliegt letztendlich wohl im Auge des Betrachters. Soweit ich mich erinnere, hatte Herzog nie das Bedürfnis seine Filme zu erklären und somit seinen Werken ihren Interpretationsraum zu nehmen.

My Son, My Son What Have Ye Done ist wie geschrieben ein Kunstfilm und will auch so verstanden werden. Kunstfilm heißt nun nicht notwendigerweise Meisterwerk, aber auch sicher nicht Blockbuster. Eine knappe und leicht verständliche Story – damit das Publikum sonst den Faden oder das Interesse verliert – viel Action zur „Entspannung“ oder zum „Spannungsaufbau“ – damit keine Langeweile entsteht – ist hier einfach nicht nötig.

Warum nun nicht mehr Kritiker diesen Film zerrissen haben (hab übrigens keinen Überblick darüber, ich traue einfach mal blind Deinen Worten) liegt wohl nicht nur am Namen des Regisseurs, denn dieser wurde mit sehr, sehr ähnlichen Stilmitteln und spannungsloseren Filmen – nicht umsonst mein Verweis auf seine früheren Werke – bereits viel, viel früher als er weitaus unbekannter war gelobt

Die angesprochene Langeweile kann ich verstehen, schließlich ist dies Deine Empfindung und das ist auch ok, aber glaubst Du im Ernst Herzog wollte hier vorsätzlich seine Zuschauer quälen? 😉 Antiquiert mag in Deinen Augen wohl auch stimmen, schließlich sind neuzeitliche Filme ja furchtbar schnell und hektisch (wer hat denn schon Zeit?). Ich hingegen finde Herzog hat sich über die Jahre stets weiterentwickelt und somit wirkt der Film auf mich frisch und keineswegs angestaubt. Er mag oft an alte Gewohnheiten festhalten, doch er erfindet seinen persönlichen Stil immer wieder neu.

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Von: Malone https://www.film-rezensionen.de/2010/11/my-son-my-son-what-have-ye-done/comment-page-1/#comment-9722 Mon, 10 Jan 2011 12:58:40 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=7043#comment-9722 Bitte, was ist daran besonders, ein oft dagewesenes Thema ohne jede Unterhaltsamkeit darzustellen? Bescheuerte Typen, die ohne jeden Spannungsbogen anderthalb Stunden Film mit ihrem Schwachsinn zuquatschen. Na super. Wenn der Film nicht von Herzog wäre, hätten sich vielleicht mehr Kritiker getraut zu schreiben, was hier wirklich vorliegt: antiquierte vorsätzliche Langeweile.

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Von: Ijon Tichy https://www.film-rezensionen.de/2010/11/my-son-my-son-what-have-ye-done/comment-page-1/#comment-9228 Sun, 12 Dec 2010 10:15:40 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=7043#comment-9228 Schöne Besprechung, dem kann ich nur zustimmen ;-J

Danke auch für deinen Verweis auf STROSZEK, den ich mir unbedingt mal anschauen muss ;-J

Mir hat die Kombination Lynch/Herzog einfach nur Spaß gemacht. Allein schon wegen den vielen satirischen Seitenhieben auf das Genre sind das Geld wert.

Auf Herzog ist halt Verlass. Es ist beeindruckend, was der Wahl-Ami in seinem Spätwerk noch abliefert.

Da kann man blind jeden Film kaufen und wird i.d.R. nie enttäuscht: stets bekommt man innovative Kost.

In seiner US-Phase (die ich ab RESCUE DAWN datieren würde) hat er sich auf das Genrekino eingeschossen, jedoch lotet er dabei immer neue Grenzen aus.

Hoffentlich kommen noch viele weitere Filme des Altmeisters!

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