(„Harper’s Island“, TV-Serie, 2009)

Vor einigen Jahren erschütterte eine Mordserie die behagliche Gemeinde von Harper’s Island, wo der rachsüchtige John Wakefield sechs Menschen auf grausamste Art das Leben nahm und schließlich durch den Sheriff erschossen wurde. In diesen Tagen, sieben Jahre später, soll auf der Insel die Hochzeit von Henry Dunn (Christopher Gorham, Ugly Betty) und Patricia Wellington (Katie Cassidy, Supernatural) gefeiert werden und es verschlägt einige ehemalige Bewohner zurück auf die Insel, unter anderem Abby Mills (Elaine Cassidy, The Others), deren Mutter damals durch die Blutrache Wakefield’s starb.

Als sich die geplanten 26 Gäste an Bord des Schiffes eingefunden haben, legt das Schiff ab und schippert Richtung Harper’s Island. Von dort an beginnt die verjährte Mordreihe von vorne.

Auf der Insel angekommen, trifft Abby ihre frühere Liebe Jimmy (C.J. Thomason, Transformers), der offensichtlich immer noch Gefühle für sie hat. Auch ihren Vater (Jim Beaver, Supernatural) sieht sie seit den Vorfällen vor sieben Jahren wieder, der sie damals nach L.A., was die bereits angespannte Situation und das Verhältnis der beiden nicht unbedingt verbesserte. Von nun an folgten mehrere Unfälle und angebliche Selbstmorde. Was die Hochzeitsgesellschaft im Gegensatz zu dem Zuschauer allerdings erst später erfährt: jeder Tod ist durch und durch geplant gewesen. Nach und nach sterben die Verwandten, Gäste und Freude des Brautpaares wie die Fliegen. Doch wie soll der Mörder ausfindig gemacht werden, wenn die Zahl der Verdächtigen diejenige der anwesenden Gäste überschreitet?

Die Serie startet mit einer Pilotfolge, in welcher das Szenario, die Charaktere und die von Beginn an ernste Situation dargestellt wird, was einen guten Überblick beschafft und zugleich die Spannung kochen lässt, wenn man eine Kostprobe der künstlerischen und blutigen Morde serviert bekommt. Jigsaw (Saw I-VI) wäre sicher beeindruckt.

Der perfekte Grundstein für ein gruseliges Thriller-Abenteuer wurde auch gelegt: Eine junge Frau kehrt nach Jahren zurück auf die Insel, wo sie einst ihre Jugend verbrachte und ihre Mutter ermordet wurde. Noch lange vor der Zeremonie kommt es zum ersten Umkommen und die kleine Nichte scheint Vorahnungen bezüglich der Geschehnisse zu haben. Doch viel Spannung kommt trotz des einfallsreichen Plots nicht auf, zwar wurde mit viel Licht und Schatten gespielt, die Szenen scheinen aber vorhersehbar. Einen klaren Pluspunkt verdient sich die Serie hingegen durch die Mordfälle, die teils mehrmals pro Folge auf unterschiedlichste Art und Weise zu sehen sind, sei es das Enthaupten, das Durchbohren mit einer riesigen Harpune oder das Erschießen mit Pfeilen.

Klasse dargestellt ist u.a. die schizophrene Darstellung, wo auf der einen Hand die vorfreudige Hochzeitsgesellschaft auf der traumhaften Insel verweilt, auf der anderen Hand die grausamen Morde und die bittere Vergangenheit die Gruppe in Angst und Schrecken versetzt. Ein weiterer großer Bonuspunkt ist die ständige Wendung, die einen dazu verleitet, in manchen Folgen den Täter zu kennen, was allerdings wenig später widerlegt wird und man kurz darauf einen anderen als Mörder glaubt identifiziert zu haben.

Im Endeffekt überzeugen diese 13 Episoden zwar nicht durch durchdringende Schreckensmomente und Adrenalin-Effekten bis zum geht-nicht-mehr, trotzdem weiß diese Serie zu überzeugen. Mit vielen Twists, verhältnismäßig viel Blut, tollen und Genre-erfahrenen Schauspielern macht man sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen und skrupellosen Mörder, der die Insel und die Bewohner in Angst, Schrecken und Särge versetzt.

Auf der am 14.Oktober 2010 erscheinenden DVD ist besonders das Making Of erwähnenswert, in der zu jeder Folge ein mehr-minütiger Beitrag Einblicke in die Dreharbeiten bietet. Bild und Ton sind gewohnt einwandfrei und im 1.78:1-Widescreen-Format aufzufinden.

Harper’s Island
3.86 (77.14%) 7 Artikel bewerten

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5 Responses

  1. Candide

    Der Serie bin ich ganz bewusst aus den Weg gegangen, wundert mich übrigens nicht das sie nach Staffel 1 mit gerade mal 13 Episoden abgesetzt wurde.
    Auch wenn deine Besprechung Harper’s Island mit einem blauen Auge davonkommen lässt, bestätigt es nur meine Vorstellung hier eher eingeschläfert als unterhalten zu werden:

    Doch viel Spannung kommt trotz des einfallsreichen Plots nicht auf, zwar wurde mit viel Licht und Schatten gespielt, die Szenen scheinen aber vorhersehbar.

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  2. bebemy

    Naja, so wirklich abgesetzt im Sinne von ‚zu wenig Zuschauer‘ wurde sie nicht, es hätte einfach keinen Sinn gemacht, weiterzudrehen. Wer das Ende kennt, weiß, warum.
    Außerdem war die Serie nur auf 13 Episoden und eine Staffel ausgelegt.
    Aber wie schon gesagt, nicht äußerst spannend aber trotzdem unterhaltsam.

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  3. Dr. Borstel

    Da habe ich auf Pro 7 mal reingeschaut, es aber nach drei spannungsarmen Folgen genervt wieder sein gelassen. Konventioneller Plot mit mäßig talentierten bis unterforderten Darstellern; für einen trashigen Splatterfilm hätte das wohl noch gereicht, aber als Möchtegern-Suspense-Horror geht das Rezept der Hochzeitsgesellschaft auf der einsamen Insel einfach nicht auf.

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  4. tickiti

    @Dr.Borstel Ich stimme dir zu, der Anfang war nicht sonderlich spannend, gut wurde die Serie erst so ab ca. Ende Episode3 bzw Episode 4. Von da an hat die Serie einen mitgerissen.
    @Candide Kennst du das Ende? Eher nicht, oder? Wenn du es kennen würdest, dann würde dir klar werden, dass eine 2.Staffel keinen Sinn ergeben würde…Alle tot, außer Hauptdarsteller, der Mörder von der 1.Mordserie tot…Mhhhh….warum gibt es wohl keine 2. Staffel? 😉

    Zur Kritik:
    Ich stimme der Kritik größtenteils zu. Harpers Island ist eine geniale Sendung, bei der es sich lohnt sie zu schauen. Die ganze Sendung wird sogut wie immer von einer gewissen Spannung begleitet, und oft kommt es anders als man denkt. Ein Durchschauen des Ausgangs der Sendung ist somit unmöglich…Ich finde es ehrlich gesagt schade und kann es nicht verstehen, wieso nur so wenige diese Sendung geschaut haben, in Amerika war diese Serie viel beliebter, denn eine Serie mit solch einer Handlung habe ich noch nicht gesehen…!

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  5. mrs. mörderin

    ich stimme tickiti vollkommen zu!
    Ich fand die Serie überhaupt nicht durchschaubar oder ähnliches, diese Serie hat etwas einzigartiges und baut viel Spannung auf.
    Und wenn mir es nicht vorher jemand verraten hätte, wer der Mörder ist, hätte ich ihn nie erraten, selbst beim schauen hatte ich zweifel ob mich die Person die mir das vorgespoilt hatte -.- vllt. gelogen hatte, weil ich es zuerst gar nicht glauben konnte.
    Trotzdem finde ich die Serie sehr gelungen!
    Und klar das manche davon nicht sonderlich begeistert waren, da der typische Horror derzeit -nur- aus Blut, Tod und irgendwelchen Ekel-Szenen besteht, auch wenn dies bei der Serie auch nicht gerade zu kurz gekommen war und somit die Serie auch interessant gestalten ließ.
    Naja jedenfalls, jeder sollte sich eine eigene Meinung davon machen und die Serie auch bitte ganz anschauen und dann erst Urteilen… und nicht nach 3 Anfangsfolgen bei denen sich die Handlung erst entwickeln muss und es nicht gleich ums Morden Morden Morden geht -.-

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