Kommentare zu: A.I. – Künstliche Intelligenz https://www.film-rezensionen.de/2009/11/a-i-kunstliche-intelligenz/ Popcornkino und Independent Sun, 31 May 2020 09:20:45 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: nikolas herz https://www.film-rezensionen.de/2009/11/a-i-kunstliche-intelligenz/comment-page-1/#comment-123287 Mon, 18 Jun 2018 05:49:04 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3963#comment-123287 die rezension kann nur von jemandem kommen, der spielberg und vor allem den film nicht verstanden hat. kubrick in den himmel loben und spielberg ins lächerliche zu rücken, ist bei _diesem_ film bei weitem zu kurz gegriffen und wird ihm keinesfalls gerecht – denn es ist gerade die nervenaufreibende immerfortwährende schwülstige liebe, die der mecha david nach aussen tragen _muss_ – ist er doch von seinen machern dazu verdammt, ausschliesslich dieses kindlich naive emotionskonstrukt fühlen zu können – mehr nicht und andauernd. das ist es wozu er entwickelt wurde – eine weiterentwicklung ist ihm aus der schieren natur seiner selbst heraus nicht vergönnt, weil von seinen entwicklern nicht vorgesehen. so sieht sich david mit dem ständigen problem, nicht geliebt zu werden von der einzigen person, für die er konstruiert wurde (seine „mutter“), konfrontiert, ohne dieser situation je etwas entgegen setzen zu können, solange er existiert – daher der unbändige wunsch, die blaue fee könne ihn zum „richtigen“ jungen machen – der einzige für ihn mögliche grund, warum sie ihn nicht liebt – da er weiss, dass er nicht „echt“ ist. dieser „fluch“ konnte nur durch das wiedererschaffen seiner „mutter“ gebrochen werden, indem sie ihm wenigstens einen tag voll dessen gibt, was david brauchte, um dieses emotionskapitel abzuschliessen – die bedingungslose liebe seiner mutter. das haben die 2000 jahre später und einzigen „überlebenden“, mittlerweile hochentwickelten mecha erkannt und ihm gegeben, indem sie sie wiedererschafften, _ohne_ dass sie die erinnungungen an die tatsache, dass david kein mensch ist, wieder einpflanzen – so und nur deshalb konnte sie ihn diesen einen tag vorbehaltlos lieben. nur so konnte david, der nur einen extrem kleinen teil des menschlichen emotionsumfangs fühlen kann und daher keinerlei entwicklungs oder kompenstionsmöglichkeiten in sich trägt, einen „natürlichen“ deckel drauf machen und endlich seinen frieden finden.
daher auch die überschwülstige atmosphäre des films – die _musste_ bis an die grenze der unerträglichkeit gehen – weil david schlichtweg so war – er konnte garnicht anders, denn nur dazu war er entwickelt worden – ausschliesslich. das war es, was der film sagen will:
wenn du etwas entwickelst, was nur krach machen kann und sonst nix, musst du damit rechnen, dass es laut wird – und das ständig. auch wenn es nervt. anders gesagt – leben nur in einem schmalen teilbereich zu erschaffen muss aufgrund genau dieser unvollkommenheit _immer_ daneben gehen. hätte david mit seiner überbordenden liebe und der ständigen projektion dieser nach aussen den zuschauer nicht genervt, wär dem zuschauer dieser wichtige aspekt nicht im nötigen mass und nicht auf die richtige art und weise zugänglich gemacht. dass das dem schreiberling der rezension nicht gefällt mag wohl sein. es ändert jedoch nichts an der genialität, mit welcher spielberg – den horizont des autors wohl weit übersteigend – diese geschichte inszeniert hat.
spielberg hat schon immer auf sophistication und kunst im übermass zugunsten des ehrlichen und aufrichtigen filmemachens geschissen. und das ist gottverdammt nochmal auch richtig so. denn _das_ ist menschlich.

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