Kommentare zu: Fight Club https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/ Popcornkino und Independent Sat, 15 Feb 2020 19:10:54 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Von: Quantenautor https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-440017 Sat, 15 Feb 2020 19:10:54 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-440017 Als Antwort auf Equik Bouard.

Ich glaube, das hatte nichts zu sagen und war nur einmal mehr Metahumor

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Von: Equik Bouard https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-30678 Wed, 11 Dec 2013 22:43:10 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-30678 Und es geht auch um den Wahn und um Wahnwelten. Was ist Wirklichkeit im Film, was ist Film in der Wirklichkeit? Der Film liefert uns einen packend inszenierten Kampf in der Tiefgarage, die Überwachungskamera liefert ein bedrückende Fallstudie des Wahnsinns.
Tyler Durden schneidet Penisbilder in Kinderfilme. Nachdem Tyler Durden aus dem Gehirn
Jacks geschossen wurde, taucht im Abspann von FC ein Penisbild auf. Hat Tyler Durden überlebt? Sitzen wir alle im falschen Film? Oder ist in Wirklichkeit alles ganz anders, als es in Wirklichkeit ist?

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Von: Kaiser_Soze https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-1984 Sun, 04 Oct 2009 13:45:56 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-1984 Wir reden völlig aneinander vorbei. Bei FC geht es nicht darum, ob Durden Recht hat oder nicht. Der einzige Weg, den er von sich aus gehen kann (ich rede jetzt vom namenlosen Erzähler) ist der, sich eine neue Identität zuzulegen, ein Individuum unwissentlich zu erfinden, das das macht, was er in dieser Gesellschaft nicht kann. Und weil Durden nun mal das ganze Gegenteil zu seinem realen Pendant ist, funktioniert seine Umkehrung NUR mit Anarchie, Chaos und demzufolge Gewalt, in jeglicher Hinsicht. Extreme also. Eine Alternative spielt hier gar keine Rolle, weil Durden schon die Alternative darstellt und zwar die charakterliche Alternative zum namenlosen Erzähler.

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Von: Candide https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-1983 Sun, 04 Oct 2009 13:36:00 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-1983 @parker

Sehr schön auf den Punkt gebracht, das von dir gewählte Zitat (und die damit verbundene Szene) stellt auch für mich einen Knackpunkt im Film dar.

@Kaiser Soze

Ich verstehe was du meinst, allerdings glaub ich auch hier nicht dass uns FC das wirklich sagen will. Wenn du Durden fragst wird er dir natürlich Recht geben.
Das Problem ist aber natürlich dass wie schon erwähnt keine Lösung bzw. Alternative angeboten wird. Auf den ersten Blick kann daher sicher der Eindruck entstehen Gewalt sei das einzige Mittel aber wie gesagt ist der Schluss offen was nicht automatisch bedeutet Durden hatte Recht. Es liegt schlussendlich wohl am Zuschauer und dessen Weltanschauung bzw. Interpretation und genau an diesen Punkt unterscheiden wir uns angeblich 😉

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Von: Kaiser_Soze https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-1974 Sat, 03 Oct 2009 16:03:15 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-1974 @candide

Ich glaube, du hast mich missverstanden. Es geht nicht um Gewalt als Mittel zur Vernunft, sondern Gewalt als einziges Mittel zur Ideologieumkehrung.

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Von: parker https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-1965 Thu, 01 Oct 2009 22:00:56 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-1965 Ich kann mich meinen Vorpostern inhaltlich voll anschließen. Fightclub ist und bleibt ein Meisterwerk der auf die Leinwand gebrachten Rebellion. Ein Outrage gegen den postmodernen Konsumfaschismus. Wobei man als Kritik anmerken kann, dass der Film auch nach dem selben Muster funktioniert. Tyler Durden suggeriert: Du kannst sein wer du willst, tun was du willst und dabei auch noch gut aussehn. Leider ist das natürlich eine Lüge, selbst wenn man ein Outlaw wie Tyler ist. Einziger Unterschied: Tyler konsumiert nicht sondern betrügt und stiehlt, was in quasi zum konzentrierten, assozialen Ebenbild der Gesellschaft macht die er anprangert. Aber zum „Glück“ ist er nur ein Hirngespinst. Ein genialer Schachzug im Plot.

Eine Kernthema wurde noch nicht angesprochen und es hängt eng mit der Rebellion zusammen. Die Krise des Mannes in der postmodernen Konsumgesellschaft: Der Mann hat als Beschützer und Familienoberhaupt ausgedient. Wenn sich der Mensch alles kaufen kann, und jedes beliebige Rollenbild einnehmen kann, dann ist er überflüssig. Seine Fähigkeiten und Begabungen sind nicht mehr gefragt. Nicht mal bei der Fortpflanzung, denn Frau kann ja auch in der Samenbank shoppen gehn.
Übrig bleiben „30 jährige Milchgesicher“ wie Jack, die dem „Ikea-Nestbautrieb“ verfallen sind. Sie entwickeln dann Thesen wie: „Wir sind Männer die von Frauen großgezogen wurden. Ich frag mich ob eine Frau noch die Antwort auf unsere Probleme hat.“ oder „Unsere Väter waren unser Bild von Gott. Unsere Väter haben sich verpisst. Was sagt dir das über Gott? Nimm an das Gott dich nie leiden konnte. Bei realistischer Betrachtungsweise hasst er dich sogar.“ und schließlich „Wir sind der singende, tanzende Abschaum der Welt“.

Fight Club ist ein Film für Männer, aber vor allem für welche die in einer Phase ihrer Entwicklung durch ein schmerzhaftes Ereignis (oder mehre) stecken geblieben sind. Der kleine Junge in ihnen fühlte sich nie geliebt und wurde nie auf die Reise zur Männlichkeit begleitet. Sie finden keinen Halt, schon gar nicht in einer Gesellschaft die auf Männlichkeit keinen wert legt. Tyler nutzt diesen Frust, macht daraus Wut und startet seinen kleinen privaten Rachefeldzug.

Ich mag Fightclub wirklich. Doch tiefgründige Lösungen bietet er nicht. Muss er auch nicht, denn für einen Abend guter Unterhaltung mit schwarzem Humor hab ich ihn gerne in meinem DVD-Regal stehn.

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Von: Candide https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-1960 Thu, 01 Oct 2009 16:12:30 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-1960 Ganz weggelassen hat er das aber gar nicht wenn er schreibt „Auch die Heilsversprechen durch die Konsumindustrie genügen nicht, dass man glücklich wird. So viel sagt der Film, wenn er IKEA und Co. zitiert“ aber egal jetzt.

Ob die Welt ohne Gewalt nicht wachgerüttelt werden kann sei mal dahingestellt und Gott sei Dank lässt Fincher das Ende des Streifens dazu offen. Schließlich weiß man ja nicht ob das Projekt Chaos und dessen Folgen – der wortwörtliche Wirtschaftscrash 😉 – nun wirklich dazu führte dass die Menschheit zur Vernunft fand.
Ich glaube nicht dass FC zu suggerieren versucht dass man nur durch Gewalt etwas bewegen kann, sondern eher dass man dadurch nur selbst zum Wrack wird. Eine Lösung bietet (zumindest der Film) dann aber nicht. Wenn man so will erscheint uns Tyler’s Plan deshalb nur als die einzige oder sagen wir als die wirksamste Lösung weil wir selbst nur Menschen und in unserem Tun und Denken beschränkt sind.

Erwähnenswert finde ich allerdings noch dass der Film auf dem Buch vom Superautor Chuck Palahniuk basiert. Leider bin ich noch nie dazu gekommen es selbst mal zu lesen obwohl ich es eigentlich stets griffbereit in der „Familienbibliothek“ hätte 😉
Auch der Soundtrack von den Dust Bros. ist erste Sahne und wenn schlussendlich von den Pixies Where Is My Mind? erklingt läuft es mir eiskalt über den Rücken.

Lange Rede kurzer Sinn: Natürlich ein grandioser Film mit viel Gessellschaftskritik aber auch viel (schwarzen) Humor und einer Bonham Carter mit grandioser Leistung, mal ganz abgesehen von Nortons bis dato wohl bester Performance.

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Von: Kaiser_Soze https://www.film-rezensionen.de/2009/10/fight-club/comment-page-1/#comment-1959 Thu, 01 Oct 2009 14:15:28 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=3225#comment-1959 Meiner Meinung nach hast du den wichtigsten Aspekt des Films außer acht gelassen. FIGHT CLUB ist vor allem ein Film über eine dem Materialismus und Konsumismus ausgelieferte Gesellschaft, in der sich das Individuum nicht mehr entwickeln kann (das hast du also gut erkannt). Vor allem aber geht es um das Leben als Depression, das Leben als nicht mehr lebenswertes Gut, ein Leben, in dem das Individuum ironischerweise nur in einer Gruppe wiederhergestellt werden kann, und das die Ordnung der Welt, in FC mehr als formalistisch dargestellt, nur durch eine Neuanordnung möglich ist. Und das ist hier nun mal Chaos. Gewalt und Extremismus als Mittel zum Zweck also. Denn ohne Gewalt würde die Welt nicht erschüttern, nicht wachgerüttelt werden. Der Fight Club ist also eine Selbsthilfegruppe für die Gesellschaft, die, wie Tyler Durden es sagt, es aus dem Keller auf die Straße geschafft hat.

FC hält der Gesellschaft, unserer Gesellschaft, den Spiegel vor und besitzt so viel wahren Gehalt, dass es fast beängstigend ist, wenn man die Parallele zwischen Film und Realität herstellt.

Mit der Konsumkritik hast du natürlich mehr als recht.

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