Kommentare zu: Letters From Iwo Jima https://www.film-rezensionen.de/2009/08/letters-from-iwo-jima/ Popcornkino und Independent Sat, 14 Mar 2020 17:48:18 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Candide https://www.film-rezensionen.de/2009/08/letters-from-iwo-jima/comment-page-1/#comment-1473 Tue, 04 Aug 2009 15:48:56 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2982#comment-1473 Hast du “Letters” eigentlich auf Japanisch gesehen?

Zum Teil auf deutsch und den Rest im O-Ton. Fand die deutsche Synchro jetzt aber nicht sooo schlimm aber vielleicht habe ich davon zu wenig gehört 😉

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Von: C.H. https://www.film-rezensionen.de/2009/08/letters-from-iwo-jima/comment-page-1/#comment-1467 Mon, 03 Aug 2009 21:46:32 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2982#comment-1467 @Candide

Spätestens nach deinen Vorwürfen

Naja, Vorwürfe klingt so hart… 😉

außerdem wird für die beiden Streifen mit keiner Box oder ähnliches geworben.
Wenn schon “Flags” so fundamental für “Letters” ist warum weist dann niemand offensichtlich daraufhin?

denn so läuft man Gefahr dass der Zuseher den Film total falsch interpretiert (wie laut deiner Aussage dies ja bei mir der Fall war) und bei so einem heiklen Thema kann das katastrophal sein.

Dein Farbenspiel würde allerdings hervorragend dazu passen warum “Letters” so auffallend blasse Farben vorweist (alles wirkt monoton grau).

Also in den Kinos waren die Filme ja 2007 mehr oder weniger direkt hintereinander (4 Wochen lagen dazwischen glaube ich). Und zumindest ich habe mir direkt nach dem DVD-Release eine Box mit beiden Filmen gegönnt. Weiß nicht, ob die noch vertrieben wird. Aber ich weiß natürlich auch das man beide Filme einzeln kaufen kann, was imho auch nicht wirklich sinnvoll ist, eben weil genau das eintreten kann, was du als „katastrophal“ bezeichnest. Wie sehr die beiden Filme verwoben sind wirst du – da du die Entsättigung der Farben schon angesprochen hast, dann bei „Flags“ wiedererkennen. Nicht nur das „Flags“ im gleichen Farbton gehalten ist, nein auch die Gefechte werden teils eins zu eins von der anderen Seite gezeigt, was sehr interessant ist.

PS: Hast du „Letters“ eigentlich auf Japanisch gesehen? Eastwood hat den ja bewusst auf japanisch gedreht, und hier in den Kinos war er (da von Eastwood gewollt) auch nur auf Japanisch mit Untertiteln zu sehen. Der Verleih hat das dann im Zuge des DVD-Release wieder gekippt (wohl aus finanziellen Gründen) und der DVD überflüssigerweise ne Synchro zukommen lassen, die im Übrigen – hab da mal reingehört – überhaupt nicht funktioniert.

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Von: Candide https://www.film-rezensionen.de/2009/08/letters-from-iwo-jima/comment-page-1/#comment-1465 Mon, 03 Aug 2009 20:56:30 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2982#comment-1465 Ich weiß dass ich die Reihenfolge nicht eingehalten habe, aber ich dachte mir ein guter Film lässt sich da nix anmerken und außerdem wird für die beiden Streifen mit keiner Box oder ähnliches geworben.
Wenn schon „Flags“ so fundamental für „Letters“ ist warum weist dann niemand offensichtlich daraufhin?

Schwarz-Weiß ist das nur, wenn man “Flags” nicht kennt. Gerade auch diese Szene korrespondiert mit einer ähnlichen Szene in “Flags” in der das Kriegsvebrechen quasi von der anderen Seite dargestellt wird. In der Summe ergibt sich dann ein ausdifferenziertes Bild, das beide Seiten zu einem reflektiertem Grau verwischen lässt.

Ich kann da wenig dazu sagen, da ich „Flags“ ja noch nicht gesehen habe. Dein Farbenspiel würde allerdings hervorragend dazu passen warum „Letters“ so auffallend blasse Farben vorweist (alles wirkt monoton grau).
Das Argument beide Sichtweisen bewusst parteiisch oder besser gesagt subjektiv gestaltet zu haben ist dennoch nicht stark, denn so läuft man Gefahr dass der Zuseher den Film total falsch interpretiert (wie laut deiner Aussage dies ja bei mir der Fall war) und bei so einem heiklen Thema kann das katastrophal sein.

Wem ein Dorn im Auge? Eastwood? Ich denke nicht das ihm die Mentalität ein Dorn im Auge gewesen ist, wohl ist es ihm diese vielleicht unversändlich.

Zugegeben, das war wohl nicht die beste Wortwahl. „Unverständlich“ trifft es mit Bestimmtheit eher, ist auch im aktuelleren „Gran Torino“ schön zu beobachten, auch wenn es da nicht um Japaner sonder Chinesen geht.

Hast du den Eindruck gehabt, dass die Japaner per se von Eastwood als Schurken gezeichnet worden sind?

Ich finde schon dass der Großteil der japanischen Armee wie starrköpfige Regime-Diener gezeichnet werden die keineswegs freie Menschen sind. Ich glaube also nicht dass Eastwood Japaner per se als Schurken stilisieren wollte sondern die Soldaten der kaiserlichen Armee, japanische Zivilisten kommen im Film ja auch (fast) nicht vor.

Überhaupt nicht. Es geht da Eastwood da überhaupt nicht darum westliche Wertvorstellungen zu thematisieren, oder gar als überlegen zu zeigen, sondern zeigt mit der Figur Kurubayashi einfach eine Person die den Feind kennengelernt hat, als er noch kein Feind war und diesen jetzt – drunter auch Freunde – bekämpfen muss

Es mag stimmen dass nicht eine Überlegenheit gezeigt wird, mir fiel eben nur auf dass die kritischen Figuren diejenigen sind die einen westlichen Background haben was – wie weiter oben im Review erwähnt – für mich indirekt darauf hinweist dass diese eine gewisse Einsicht oder von mir aus Weisheit besitzen die den anderen überlegen wirkt.
Ich gebe allerdings gerne zu dass ich mich hier auf dünnem Eis begebe…

Du wirst den Film nicht plötzlich lieben, aber ich bin mir relativ sicher das die kritik nicht mehr ganz so harsch ausfallen wird

Wir werden sehen. Spätestens nach deinen Vorwürfen MUSS ich mir „Flags“ zu Gemüte ziehen 😉

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Von: C.H. https://www.film-rezensionen.de/2009/08/letters-from-iwo-jima/comment-page-1/#comment-1463 Mon, 03 Aug 2009 19:50:53 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2982#comment-1463 Ich bin dann doch gerade ein wenig schockiert. Der Film scheint ja leider bei dir überhaupt nicht gut angekommen zu sein, dabei stellte er zusammen mit seinem Zwillingsbruder ein Highlight in der Regie-Arbeit Eastwoods dar, für das er in seinem Land – da er vor allem in „Flags“ DEN amerikanischen Glourious War ganz gewaltig brökeln lässt – genug auf die Mütze bekommen hat (Was in diesem Fall ein Zeichen für Qualität ist). Problematisch ist allein schon dein Ansatz „Letters“ VOR „Flags“ gesehen zu haben, also in der falschen Reihenfolge. Einiges was dich deshalb gestört hat, wäre bei Kenntnis von „Flags“ von dir sicher anders interpretiert worden. Exemplarisch:

sind da Stellen bei denen man meint es gäbe nur Schwarz-Weiß-Denken. Fast schon krampfhaft wirkt da die Szene in der die US-Marines zwei gegnerische Kriegsgefangene kurzerhand töten um nicht länger auf sie aufpassen zu müssen.

Schwarz-Weiß ist das nur, wenn man „Flags“ nicht kennt. Gerade auch diese Szene korrespondiert mit einer ähnlichen Szene in „Flags“ in der das Kriegsvebrechen quasi von der anderen Seite dargestellt wird. In der Summe ergibt sich dann ein ausdifferenziertes Bild, das beide Seiten zu einem reflektiertem Grau verwischen lässt.

Überhaupt scheint das Kamikaze-Thema ein Dorn im Auge gewesen zu sein genauso wie die vollkommene Hingabe für ein Ideal.

Wem ein Dorn im Auge? Eastwood? Ich denke nicht das ihm die Mentalität ein Dorn im Auge gewesen ist, wohl ist es ihm diese vielleicht unversändlich. „Letters“ ist wohl auch ein Versuch Eastwoods diese Mentalität zu zeigen, nachzuvollziehen, aber nicht zu desavouiren. Dazu passt auch das „Letters“ in Japan überaus gut aufgefasst worden ist, wenn ich richtig informiert bin.

Der Film leidet m.E. zu sehr daran dass Figuren wie Kruibayashi oder Baron Nishi, der von Tsuyoshi Ihara gespielt wird, quasi zu den Goodguys unter den Schurken hochstilisiert werden.

Hast du den Eindruck gehabt, dass die Japaner per se von Eastwood als Schurken gezeichnet worden sind? Den Eindruck habe ich nämlich ganz und gar nicht. Aber vielleicht habe ich den Satz nur missverstanden. 😉

Die Rolle die Watanabe spielt wirkt hingegen äußerst zerrissen, der Zuschauer merkt dass er zwischen den westlichen Wertvorstellungen und seinen tief sitzenden Patriotismus hin und her schwankt.

Überhaupt nicht. Es geht da Eastwood da überhaupt nicht darum westliche Wertvorstellungen zu thematisieren, oder gar als überlegen zu zeigen, sondern zeigt mit der Figur Kurubayashi einfach eine Person die den Feind kennengelernt hat, als er noch kein Feind war und diesen jetzt – drunter auch Freunde – bekämpfen muss.

Es schien mir als müsste Eastwood damit noch schnell was einbauen damit man ihm nicht den Vorwurf mache die Amerikaner “zu nett” dargestellt zu haben.

Wie gesagt: Ich bin davon überzeugt das du diesen Satz so nicht geschrieben hättest, wenn du „Flags“ vor „Letters“ gesehen hättest. 😉

und die kaum erwähnenswerte Musik

Tja, und die fand ich dann in ihrem melancholischen Grundtenor ganz wunderbar gelungen. Aber schau dir noch mal „Flags“ an, und vielleicht siehts du „Letters“ dann in einem etwas Anderem Licht. Mit anderen Worten: Du wirst den Film nicht plötzlich lieben, aber ich bin mir relativ sicher das die kritik nicht mehr ganz so harsch ausfallen wird. 😉

PS: Aber schön das es dir bei der Rezension gelungen ist, die Inhaltsangabe auf das Nötigste zu beschränken. 🙂

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