Kommentare zu: Blade Runner (1982) https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/ Popcornkino und Independent Sun, 08 Oct 2023 16:17:02 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Ijon Tichy https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-2046 Sun, 11 Oct 2009 16:13:48 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-2046 Dann haben wir uns ja doch noch einigen können 🙂

Zu den Replikanten:
Was du sagst Klingt plausibel. Aber: dann wäre es doch für jeden Blade Runner ein leichtes Spiel die Replikanten (auch ohne komplöizierte Voigt-Kampff-Methode) zu entlarven, oder?

Zu Hard-SF:
Manche Definitionen wollen alles exakt wissenschaftlich verifizierbar haben und manche sind da lockerer. Ich hatte bisher eher einen (zu) laxen Begriff verwendet – nach dem Motto ohne Laserschwert und Marsmännchen ist es Hard-SF. Das muss ich künftig wohl noch exakter unterscheiden. Diese Subgenres sind aber auch verwirrend 😉

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Von: Inspector Santini https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-2044 Sun, 11 Oct 2009 15:41:17 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-2044 Also mit dieser kleinen Erläuterung deiner Kritik kann ich mich anfreunden 😀 Zwei Dinge noch…

Zu den Replikanten:
Das, nennen wir es mal, Overacting der Replikanten liegt wahrscheinlich in der Natur der Nexus 6-Baureihe und dem jeweiligen „Mental Level“ der einzelnen Bautypen … ist natürlich reine Spekulation von meiner Seite.

Zu Hard-SF:
Kann man sich wirlich drüber streiten. Für mich persönlich sind die Ringwelt-Romane von Larry Niven Hard-SF…sind zwar irgendwo todlangweillig, aber Niven versucht seine Fiktion immer durch wissenschaftliche Theorien oder Modellen (wie z.B der Dyson-Sphäre ) plausibel zu halten…just my 2 cents!

Eins noch: Natürlich ist „Blade Runner“ eine Dystopie 😎

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Von: Ijon Tichy https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-2031 Sat, 10 Oct 2009 20:11:49 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-2031 Ich habe oben keinen Kritikpunkt, der besagt, dass sich der Film nicht 1:1 an die Vorlage hält. Ich schrieb, dass wichtige Elemente fehlen und Abänderung z.T. peinlich wirken. Prinzipiell muss ein Drehbuchautor eigentlich immer vieles Streichen bei seiner Adaption. Nur meines Erachtens wurden gute Elemente auf Kosten von ausufernden Action-Sequenzen weggelassen:

– der Handel mit künstlichen Tieren
– die Umweltzerstörung wird gar nicht erklärt
– das Zweifeln von Deckard an der „Voigt-Kampff-Methode“

Das sind alles visionäre Themen (siehe Klimawandel)

Mein Hauptknackpunkt war allerdings, dass die Figuren überzeichnet und lächerlich auf mich gewirkt haben. Und das ist völlig unabhängig von der Vorlage. Ich konnte vor allem die Replikanten nicht ernst nehmen.

Insgesamt finde ich das Buch (z.B. wegen dem Sarkasmus aufgrund des „Mercerismus“ siehe voriger Kommentar) auch viel humorvoller und dadurch geistreicher. Der Film wirkt eher melancholisch-depressiv.

Der philosophisch-ethische Diskur über das Menschsein ist doch im Buch auch schon erhalten. Auch wenn es keine Replikanten, sondern „Andys“ sind. Auch hier steht zur Debatte, ob die „Andys“ eigene Emotionen entwickeln können etc.

Also beim Vergleich von „2001“ mit Scotts Film ging es mit nicht um das künstlerische Niveau. Mir ging es um den jeweiligen Ebenen-Ansatz der Filme (was an sich wertfrei ist). Sprich: aus einer objektiven Sicht behandelt „2001“ grundlegendere Fragen der Metaphysik, während „Blade Runner“ thematisch auf praktisch-philosphischen Ebene oder verantwortungsethischen Ebene anzusiedeln ist. Das ist, wie gesagt wertfrei. Also handelt es sich tatsächlich um formale Unterschiede. Das künstlerische Niveau bleibt bei dieser Argumentation außen vor – beide sind Klassiker SF- und Filmgeschichte.

Über das Subgenre der „Hard SF“ wird nicht nur hier gestritten 🙂 Fakt ist, dass in „2001“ keine Laserwaffen und Aliens vorkommen. Der Fortschritt der Raumfahrt erscheint möglich. Auch der Bordcomouter „HAL“ ist im Bereich des wissenschaftlich Möglichen anzusiedeln. Lediglich der Schlussteil geht ins Phantastische, wobei die gezeigten Phänomene alle psychologisch (also wieder wissenschaftlich) erklärt werden könnten – bis auf den Astral-Embryo natürlich 😉

„Blade Runner“ ist einhellig als Dystopie gekennzeichnet.

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Von: Inspector Santini https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-2028 Sat, 10 Oct 2009 13:03:08 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-2028 Hmm, also die Kritik kann ich – übrigens auch leidenschaftlicher SF-Leser- überhaupt nicht nachvollziehen. Ich würde eher sagen: Novelle schwach – Film super,…

Der Soundtrack ist Geschmackssache, wobei es natürlich ist, dass in meinem Film von Anno 82 auch 80er Jahre Synths verwendet werden (Der Yamaha CS-80 ist zwar eigentlich ein 70er Ana-Synth aber egal).
Das der Film sich nicht strikt an die “ Vorlage“ hält ist für mich kein legitimer Kritikpunk . „Blade Runner“ sollte nie eine 1 zu 1-Romanverfilmung werden und das war *imho* auch der richtige Weg.

„Blade Runner“ setzt sich mit Fragen der Philosophie bzw. Ontologie. auseinander..zB. Was bedeutet es ein Mensch zu sein ? Ab wann ist man Mensch? Hier punktet wieder der Film. Replikanten sind eben keine Cyborgs oder Androiden ( wie im Roman). Sie sind künstliche, genetisch verbesserte „Menschen“ mit implantierten Erinnerungen und mit einer Lebensspanne von 4 Jahren, die von ihren Schöpfern versklavt worden sind.

Zu „2001“:
Klar, die Form von „2001“ ist abstrakter und mehr auf highbrow getrimmt, aber „Blade Runner“ ist *imho“ trotz Action und dreckigem Look auf dem gleichen künstlerischen Niveau, deshalb ist auch ein Vergleich gerechtfertigt. Hard-SF ist, nach meiner Definition, keiner der beiden Filme.

BTW: Der Dolph Lundgren- Lookalike ist Rutger Hauer und der Blondschopf aus „Dune“ ist Sting!

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Von: Ijon Tichy https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-2018 Fri, 09 Oct 2009 20:32:56 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-2018 Vorab:
Ich schreibe aus der Sicht eines leidenschaftlichen SF-Literatur-Lesers. Deshalb interessiert mich als Dicks-Fan in erster Linie die Umsetzung der Vorlage und weniger der Film an sich. Ich bin ohne hohe Erwartungshaltung an Film gegangen, da ich mir in der Regel von Literaturverfilmungen nicht allzu viel erhoffe.

Positiv aufgefallen:
Die Sets, die Atmo, die Ästhetik, der Soundtrack nur z.T. (ich finde die 80er Synthies hier völlig daneben, den Rest aber passend)

Negativ aufgestoßen:
– Fehlen von entscheidenden, tiefgründigenden Aspekten der Vorlage, z.B. der „Mercerismus“ fehlt vollständig (hier parodiert Dicks religöses Sektentum und Pseudo-Spiritualität)
– Auf Kosten von in die Länge getriebenen Action-Sequenzen
– Die Charaktere wirken alle überzeichnet und dadurch lächerlich (da hilft leider auch kein Harrison Ford); allen voran der Bösewicht wirkt meiner Meinung nach wie ein schlechter Dolph Lundgren, der zu allem Übel auch noch den russischen Typ verkörpert und viel zu theatralisch abtritt
– Peinliche Abwandlungen (aus einer Theater-Schauspielerin im Roman wird z.B. eine zwiellichtige Schlangentänzerin)

Im Vergleich:
Ich finde „Blade Runner“ passt atmosphärisch gut zu „Dune“ (kann es sein, dass die blonden Bösewichte dieselben Schauspieler sind?) und kann in keiner Weise mit „2001“ verglichen werden. Den Letzterer behandelt philosophische Themen auf einer Meta-Ebene (das mögen die meisten als langweilig empfinden) und schränkt die SF-Elemente auf die Weiterentwicklung der Raumfahrt ein (bewegt sich damit eher im so genannten Bereich der „Hard Science Fiction“). „Blade Runner“ bewegt sich dagegen eher auf einer ethischen Schiene (Umgang mit Cyborgs, etc.) und ist genre-spezifisch etwas Dystopie mit einem Hauptanteil an SF.

Fazit:
Buch gut – Film zu schwach (zuviele Zugeständnisse an das Mainstream-Kino)

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Von: Inspector Santini https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-1519 Sat, 08 Aug 2009 13:07:47 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-1519 Man muss „Blade Runner“ wirklich nicht mögen und aber der Film ist ein Meilenstein und das Nonplusultra im Sci-Fi-Genre. Ich empfinde den Look ,entgegen eurer Meinung, auch als zeitlos und überhaupt nicht 80’s-like. Scott und sein Team bedienen sich an einer ganzen Bandbreite von Kulturen,Stilen und Epochen und schaffen daraus ihr eigenes dreckiges Universum…ich persönlich liebe einfach diese extreme Detailbessenheit von Scott und die Masse an Anspielungen…in punkto Details stösst „Blade Runner“ *imo* auch den großen „2001“ vom Thron.. mich persönlich bringt Kubrick nämlich mit seinen „Andock“-Sequenzen immer wieder zum einschlafen während ich mich bei „Blade Runner“ immer wieder in der „Hadeslandschaft“ verlier. Na ja, Film bleibt halt Geschmackssache.
Ich hab übrigens auch keine Ahnung was C-Beams (irgendwelche Lichter?) oder das Tannhäuser-Tor sind.

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Von: Breakout https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-1513 Fri, 07 Aug 2009 08:02:33 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-1513 In meinem Fall definitiv ein „leave it“-Film. Ich weiß nicht woran es liegt. Liegt es am furchtbaren Stil der 80er Jahre, an der düsteren Atmosphäre, die selbst mich als Zuschauer quält, oder an der sich mir nicht immer gleich erschließenden Handlung? Keine Ahnung.
Hauptsächlich wollte ich ihn sehen, weil Yok auf alten Live-Tapes den Film zitiert und bei manchen Songs Samples von Roys poetischen Sätzen benutzt hat. Und tatsächlich, eine interessante moralische Problematik lässt sich durchaus erkennen. Was auch immer Seabeams sind…
Trotzdem muss ich dabei bleiben, dass ich ihn ohne den ehrwürdigen Namen Blade Runner nicht bis zum Ende gesehen hätte.

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Von: Inspector Santini https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-1462 Mon, 03 Aug 2009 19:03:19 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-1462 Wie bereits gesagt: Kultfilm = sehr spezieller Film! love it or leave it

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Von: Candide https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-1459 Mon, 03 Aug 2009 17:32:07 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-1459 Ja stimmt, 2001 fand ich wirklich besser 😉
Nein im Ernst: Natürlich ist es immer Geschmackssache aber wie ich ganz am Anfang erwähne war hier eines der Probleme dass ich wusste einen sogenannten Kultfilm zu sehen und deshalb die Erwartungen automatisch nach oben getrieben wurden.
Wenn ich den Film gänzlich ohne Vorwissen/Vorurteilen gesichtet hätte wäre das Urteil sicherlich deutlich besser ausgefallen.
Und um es nochmals ganz klar zu sagen: Den Film sollte man sich auf jeden Fall mal anschauen, SciFi-Freak hin oder her.

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Von: Inspector Santini https://www.film-rezensionen.de/2009/08/blade-runner/comment-page-1/#comment-1456 Mon, 03 Aug 2009 16:27:18 +0000 https://www.film-rezensionen.de/?p=2973#comment-1456 Ich persönlich zähle den „Blade Runner“-Soundtrack von Vangelis zu den besten Soundtracks überhaupt.Wie beim Film gibt es hier jedemenge zu entdecken,.ist natürlich alles eine Frage des Geschmacks genau wie der Film. „Blade Runner“ ist halt ein Kultfilm, und ein Merkmal von Kultfilmen ist der Box-Office-Flop. Der breiten Masse gefällt der Film nicht dafür aber umso mehr einem bestimmten Publikum. Viele beschweren sich bei „Blade Runner “ immer über die Langatmigkeit aber komischerweise sind das immer gerade die Leute die Kubricks „2001: A Space Odyssey“ so bewundern, ich persönlich empfinde „2001 “ als viel zu steril, langatmig, sperrig und artsy-fartsy und „Blade Runner“ als herrlich lebendig und meditativ… Geschmackssache halt! Fakt ist: über beide Filme könnte ganze Bücher schreiben. Aufjedenfall gehört „Blade Runner“ für mich neben „Tron“, „Akira“ und vieleicht noch „Dune“ zu den absoluten SciFi-Highlights der 80er.
by the way: Wer durch die Review Lust auf „Blade Runner“ bekommen hat sollte sich unbedingt die „Ultimate Collectors Box“ zulegen. Für c.a 30€ erhällt man neben einem ganzen Haufen Extras alle 5!! Fassungen von „Blade Runner“ – für mich eine der besten DVD-Boxen der letzten Jahre.

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