(„Coffy“ directed by Jack Hill, 1973)

Bisher kannte ich Pam Grier nur aus Quentin TarantinosJackie Brown“ und Blaxploitation war mir zwar ein Begriff, aber so richtig was davon gesehen habe ich bisher leider nicht (mal abgesehen von Hommagen und Remakes wie „Shaft“ mit Samuel L. Jackson).
Endlich war es also soweit und ich war sogleich fasziniert von diesem Genre, das einen ziemlich prägenden Einfluss auf die Nachwelt hinterlassen haben dürfte.
Die Story erzählt von Coffy (Pam Grier) einer Afroamerikanerin die gegen den Drogen-Sumpf antritt. Man kann sich das Ganze ungefähr so vorstellen, dass sie untertags ihren Job als Krankenschwester ausübt und abends pustet sie den Pushern die Köpfe mit einer Shotgun weg. Der Auslöser, dass es überhaupt so weit kommt, ist ihre noch minderjährige Schwester, die bereits an der Nadel hängt. Sie will den dafür Verantwortlichen ausfindig machen und ihm den Garaus machen. Sie entdeckt dabei aber, dass der Pusher nur ein kleiner Fisch im großen Ozean der Drogen ist und dass neben den Bullen auch noch ranghohe Namen im Geschäft involviert sind. Dies weiß zwar schon jeder auf der Straße, Coffy will aber den Unterschied machen und kennt nun die Gesichter.
Sie gibt sich meist als Süchtige aus die dringend einen Schuss benötigt und dafür alles tun würde. Die in der Regel männlichen Gangster wissen natürlich sofort welche Gegenleistung sie von Coffy haben wollen, nämlich Sex. Sobald ihre Opfer also mit heruntergelassenen Hosen, lüstern vor ihr stehen, sind sie eine leichte Beute für die schwarze Rächerin. Nachdem der namhafte Pimp King George (Robert DoQui) aus den Weg geräumt ist, erfährt sie schließlich, dass selbst ihr Freund und Anti-Drogen-Politiker Howard (Booker Bradshaw) mit den berauschenden Mitteln seine Geschäfte macht. Für die Frau stürzt somit eine Welt in sich zusammen…
Was auf den ersten Blick vielleicht brachial klingt, entpuppt sich bald als intelligente Gesellschaftskritik, die kein Blatt vor den Mund nimmt und damals wie heute brandaktuelle Themen anspricht. Coffy ist eine Einzelgängerin, dessen Geschwister dem Rauschgift verfallen sind und im Prinzip nur eines will: Gerechtigkeit. Die dazu verwendeten Mittel sind diskutabel, das Ergebnis wohl nicht, denn schließlich findet sie ihren Frieden und spaziert dem Sonnenuntergang entgegen. Pam Grier spielt phänomenal und auch sonst wirkt der Film sehr authentisch, wenn auch in gewissen Momenten leicht naiv. Auf jeden Fall sollte man nicht den Fehler begehen und den Film mit deutscher Synchronisierung sehen. Spätestens wenn Coffy plötzlich eine andere Stimme hat, wünscht man sich nichts sehnlicher als die Original-Tonspur. Nicht unwichtig in diesem Zusammenhang auch der Verweis auf die gekürzte, deutsche Fassung wo satte sieben Minuten fehlen.
Der Film selbst wurde übrigens erst 2004 von der Indizierung in Deutschland genommen. Wie es überhaupt zu einer Indizierung kommen konnte, bleibt mir allerdings schleierhaft.

Coffy – Die Raubkatze
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