Kommentare zu: Im Westen nichts Neues (1930) https://www.film-rezensionen.de/2006/08/im-westen-nichts-neues/ Popcornkino und Independent Mon, 20 Nov 2023 11:09:15 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Von: Martin Zopick https://www.film-rezensionen.de/2006/08/im-westen-nichts-neues/comment-page-1/#comment-1273823 Mon, 20 Nov 2023 11:09:15 +0000 http://film-rezensionen.de/?p=392#comment-1273823 Vorsicht Spoiler!

Einer der ersten Anti-Kriegsfilme von 1930. Wir erleben die grauenhaften Kriegserlebnisse des Freiwilligen Paul Bäumer (Lew Ayres). Mit dem Ohr ganz nah am Volksmund werden hier die überall im Land verkündeten Weisheiten bezüglich der Kriegsziele, inklusive strategischer Vorgehensweise verbalisiert und die Diskrepanz zwischen der Realität und den Wunschvorstellungen der Stammtischstrategen wird deutlich. Die jungen Männer, denen man prunksüchtige Euphemismen vorgegaukelt hatte zerbrechen an der Einsicht in die tatsächliche Lage, die sie im Gegensatz zu den Vertretern der Heimatfront ganz anders erkennen müssen. Da werden Parolen wie ‘Süß und ehrenhaft ist es für das Vaterland zu sterben, wenn man ‘des Kaisers Rock trägt‘, zu verlogenen Phrasen.
Neben der rauen Wirklichkeit, wo der Tod immer wieder an die Tür klopft und neben dem Dreck und den Ratten leuchtet hin und wieder ein Mutterwitz auf als Stütze für den Überlebenskampf. Das kristallisiert sich in der Figur des ‘Kat‘ (Louis Wolheim), der immer ein verständnisvolles Herz für die jungen Rekruten hat und den Paul bis zu seinem Lebensende trägt. Bekannte Phänomene wie Jagdschein, die Zigarettenwährung oder der Schützengrabenkoller bürgen für die Authentizität der Ereignisse.
Das intellektuelle Highlight ist die Nacht, die Paul mit einem von ihm getöteten Franzosen in einem Bombentrichter verbringen muss. Er stellt fest ‘Auch der Feind ist ja ein Mensch.‘
Die emotionale Schiene wird besonders intensiv gefahren, wenn Paul auf Heimaturlaub kommt und von Mutter und Schwester warmherzig aufgenommen wird.
Das qualitativ hohe Niveau der Dialoge (Soldatengespräche über Ursprünge von Kriegen gepaart, mit dem technischen Knowhow von 1930 als Gestaltung für Bombardement und Schützengrabenatmo sowie die dramatische Steigerung durch menschlich bewegende Momente rechtfertigen weißgott die zwei Oscars. Chapeau Lewis Milestone!
Und für die letzte Einstellung mit dem Schmetterling würde ich dem Film noch einen zusätzlichen Kunstpreis verleihen.

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Von: Parker https://www.film-rezensionen.de/2006/08/im-westen-nichts-neues/comment-page-1/#comment-1435 Sat, 01 Aug 2009 09:46:27 +0000 http://film-rezensionen.de/?p=392#comment-1435 Ich finde der Film bringt recht überzeugend den Hurra-Patriotismus unter den Deutschen vor dem I.WK rüber („Endlich haben wir unseren Krieg“)

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